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Polen i
Land ausbreiteten, unter Leitung von Männern wieGeneral Uminski, Professor Lelewel, Adam Mickie-wicz; hier ward die Idee der Wiederherstellung P-sgenährt und sic gewann, je schroffer das russicheRegiment namentlich unter dem KriegsgonverneurGroßfürsten Constamin auftrat, an Boden. Nochschlimmer wurde das Verhältniß, als die Deccmber1825 beim Tode Kaiser Alexanders in Rußland ent-deckten Verschwörungen theilweise ihren Ursprung ausP. znrückleiteten: mehrere Hunderte von Theilneh-mern wurden verhaftet u. aufHochverrath angeklagt.Die Untcrsnchnngscomniission fällte ein strenges Ür-theil, welches aber der Kaiser Nikolaus zur Revisionan den Senat überwies n. dieser sprach zum ÄrgerdeS Zaren Alle srei, 17. Oct. 1828. 1829 ließ sichder Kaiser in Warschau krönen. Der Reichstag, wel-cher im Mai 1830 begann, wurde schon 28. Juni ge-schlossen, weil die Verantwortlichkeit der Minister zurSprache gekommen war. Dieser neue Schlag n. dieerregendenNachrichtcn von dem Gelingen der Revo-lutionen in Frankreich, Belgien ec. erhöhten die Währ-ung. Die Aussicht aus einen Krieg mit den wahlver-wandten Franzosen vermehrte noch die übleSlimm-ung im Heere n. die Verschwörung der Untcrfähn-richc der Militärschule unter Peter Wysocki gewannanZahl; mehrereGenerale, Stanislaw Potocki, Chlo-picki, OberstRybinski, waren ihr zngethan. Lelewelwar die Seele der Conspiration. Die Besatzung vonWarschau bestand ans etwa 5000 Mann Infan-terie, 690 M. Cavalerie, 150 M. Artillerie, AllesPolen, u. ans der russisch-litauischen Gardebrigade.Am 29. November abends überfiel eine Schaarvon Akademikern u. Fähnrichen das Belvedere, dieResidenz des Großfürsten, n. nachdem mehrere Re-gimenter zu denAnfständischen übergetretcn, sah sichder Großsürst-Kriegsgouverneur 30. Nov. zum Rück-züge genöthigt, während der Finanzminister FürstLubecki mit den hervorragendsten Aristokraten n. Ge-neralen Schritte that, um die Revolution in gesetz-liche Bahnen zu leiten und einen Ausgleich mit derrussischen Regierung anznstrebcn. Ein Administra-tionsrath übernahm die Leitung der öffentlicheuAn-gelegenheiten, General Chlopicki den Oberbefehl derArmee u. Lelewel constitnirte den bisher geheimenpatriotischen Club zu einem officiell politischen Club.Ilm den Administratiousrath populärer zu machen,zog man Lelewel hinzu n. ernannte einen exccntivcnAusschuß, bestehend aus den Fürsten Czartoryski,Radziwitl, Lübeck!, ferner aus Kochanowski, Dem-bowski, Chlopicki, Lelewel, Ostrowski n.Malachowski,welcher sogleich die Regimenter in der Provinz ansich zu ziehen, den Aufstand durch ganz P. zu ver-breiten u. eine Sicherheitsgarde in Warschau zu or-ganisiren suchte. Nachdem noch die beim Großfürstenzurückgebliebenen poln. Truppen zu den Insurgen-ten übergegangen waren, stand er mit nur 5—6000Mann ohne Gepäck n. hinlängliche Munition, durchdie Weichsel von Rußland getrennt, mitten in einemrevolntionärcn Lande; einVersuch seinerseits, zu un-terhandeln, scheiterte an den Bedingungen des Ad-ministrationsrathes (Erfüllung der Constitution u.Zurückgabe der von P. abgerissenen Provinzen), u.hierauf stellte der Großfürst sich und die Russen ausseinem Rückzüge nach Litauen unter den Schutz derpolnischen Nation u. verhieß sein Fürwort bei seinemBruder Nikolaus.
(Gesch.).
Am Abend des 3. Dec. wurde aufs Neue die Re-gicrungsgcwalt geändert und in die Hände der pro-visorischen Regierung Czarloryskis, Kochanowskis,Dembowikis, Pacs, Niemcewiczs, Lelewels u. Wta-dislam Ostrowskis gelegt. Schon 4. Dec. wurde aberLelewcls Club geschlossen, doch erhielt er bald einenErsatz. Chlopicki proclamirtc sich 5.Dec. bis zumZusammentritt des Reichstages zum Dictator u.entließLelewel. Unterdessen hätte sich dieNachricht vonder geglückten Revolution in die Provinzen verbreitetund waren die rnss. Adler abgenommen, überhauptalles Russische entfernt worden. Am 5. Dec. wurdeModlin, wo der ganze Pnlvervorrath verwahrt lag,u. später auch Zamosk übergeben u. die dort stehen-den Russen wurden entwaffnet. Chlopicki, welchernur in einem ehrenvollen Frieden mit Rußland daswahre Heil P-s sah, mußte gleichwol der kriegerischenStimmung im Lande nachgebcn u. berief alle verab-schiedeten Soldaten zu ihren Fahnen, befahl dieEin-führung vonSicherhcitsgarden u. trasAnstaltcn zurLandesbewaffuuug. Der Großfürst trat jetzt seinenRückzug ungefährdet an, erreichte 11. Dec. BrzeskLitcwsk u. das russische Gebiet. Ein kaiserliches Ma-nifest vom 17. Dec. gebot den Polen, dem Admini-strationsrath zu gehorchen u. der Armee, bei Plockweitere Befehle zu erwarten. Den 18. Dec. sollteder Reichstag znsammentreten, aber als die Land-boten n. Senatoren sich in den Sitzungssaal bega-ben, fanden sie nichts vorbereitet, erklärten dennochden Reichstag für eröffnet und übergaben dem älte-sten Landboten das Präsidium. Der Aufstand wurdefür national erklärt und Chlopicki legte, da er Ruß-land hierdurch beleidigt sah, dieDictatnr nieder; seineAnhänger erzwangen aber, daß er 20. Dec. zumDictator mit unbeschränkter Gewalt ernannt wurde.Der Reichstag löste sich hierauf, nachdem er in einemManifeste die Gerechtigkeit von P-s Ansprüchen dar-gethan, auf, ließ aber den Senatspräsidenteu Czar-toryski mit einer aus beiden Kammern gewähltenAusfichtscommission neben dem Dictator zurück. So-gleich ernannte Chlopicki anstatt der ProvisorischenRegierung einen ganz aristokratisch gefärbten Natio-nalrath, welcher aus Czartoryski, Radziwitl, Wladi-slaw Ostrowski, Demboivski n. Barzykowski bestand.Ebenso wurde die Errichtung einer regulären Nalio-nalgarde angeordnet. Nikolaus machte der Revolu-tion P-s auch nicht das kleinste Zugeständnis), son-dern forderte blinde Rückkehr zum obatus guo ante.Lubecki, der sich 10. Dec. mit dem Landboten Jezierskizur Unterhandlung nach Petersburg begeben hatte,blieb gleichwol dort, Jeziersti aber kehrte nach War-schau zurück. Nikolaus befahl Chlopicki, die Armeesogleich nach Plock zu führen, Sobolcwski aber, dieAdministration wieder zu übernehmen. Da demge-genüber fast der ganze Nationalrath statt weitererUnterhandlung für die Entscheidung mit den Waffensich aussprach, legte Chlopicki 16. Jan. 1831 seineWürde in die Hände der Aufsichtscommission nie-der. Am 19. Jan. wurde der Reichstag durch Czar-toryski aufsNeue eröffnet, u. 21.Jan. FürstMichael
Radziwill zum Oberbefehlshaber desHeeres gewählt,
die Civilgewalt aber 29. Jan. einer Regierungvon 5 Mitgliedern, Czartoryski als Präpdcnt,Vinc. Nicmojowski, Morawski, Barzykowski u. Lele-wel, anvertraut, welche dann die Organisation einesMinisteriums rc. vornahm. Währenddem hatte der