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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Polare — Polarisaiivii.

rischen Dreiecks heißt ei» zweites sphärisches Dreieck,dessen Ecken man erhält, wenn mein zn jeder Seitedes ersten den Pol nimmt, welcher nach der Seite desersten Dreiecks hinliegt. Die Seiten des einen sindden Winkeln des anderen Dreiecks paarweise snpple-incntar. Bnchruck-r.

Polare, s. Pole 3).

Polarcis, das in den Polarzonen immerfort ingroßenznsammenhängendenMassen sich findende Eis.

Polarimeter, s. Polarisation.

Polarisation (Polarisirnng). a) GalvanischeP. Die Veränderung der als Elektroden eines gal-vanischen Stromes dienenden Mstallplattcn infolgeder Zersetzung der Flüssigkeit, s. n. Galvanismus<p. 4 . b) P. des Lichtes, diejenige Veränderungdes natürlichen, direct von der Quelle kommendenLichtes, nach welcher die Schwingungen des Äthers,senkrecht znm Strahl, nicht mehr in allen möglichenRichtungen, sonder» einander parallel stattfinden.Je nachdem die Schwingungen geradlinig, kreisför-mig oder elliptisch sind, heißt das Licht geradlinig,kreisförmig vd. elliptisch polarisirt. Man erhält po-larisirtcs Licht durch Reflexion, durch einfache Brech-ung und durch Doppelbrechung. 1) Die geradli-nige P. (s. die beislehende Figur). Fällt ein natür-

licher Lichtstrahl ad auf eine GlaSsänle icl d. h. eineSchicht von dünnen, weißen Glasplättchen, untereinem Winkel von 35", so wird ein Theil des Lichtesreflcctirt in der Richtung de, ein Theil dnrchgelassenin der Richtung ok. Beide Strahlen bo und ot'findPolarisirt undzcigen in Bezug ans weitere Brechungund Reflexion folgendes eigenthümliche Verhallen.Fallt do wieder unter 35" auf eine, der ersten paral-lelen Glassänle i»n, so wird derStrahl unveränderti» seiiier Stärke reflcctirt in der Richtung ack. Diedrei Linien ab, do niid ock bilden eine Ebene. Denktman sich nun aber die Glassäule wn um die Richt-ung do gedreht, so daß der Einfallswinkel unverän-dert bleibt, wobei der Strahl eä ans der Ebene abxheraustrilt, so nimmt die Intensität des reflectirtenStrahles eck ab und wird Null nach einer Drehungum 90". Die zweite Reflexionscbenc dock würdehierbei auf der ersten abo senkrecht stehen, aber derStrahl eck ist unsichtbar. Bei weiterer Drehung vonmn nimmt die Intensität des reflectirten Strahlesvä wieder zu, bei 180" Drehung erscheint er wiederm der ursprünglichen Stärke (nach oben gerichtet),bei 270° verschwindet er wieder und bei 300" hat erwieder die anfängliche Stärke und die Richtung wiein der Figur. Was aber die Brechung in mn be-trifft, so wird bei der ursprünglichen Stellung vonum der Strahl do gar nicht gebrochen, bei der Dreh-1ung von mn wächst die Intensität des gebrochenenStrahles, erreicht bei 90" Drehung die Stärke desnnfaUcnden Strahles do,wird bei i 80 "wieberSknllrc.

Gewissermaßen umgekehrt verhält sich der von KIdnrchgelassene Strahl es. Von einer der ersten pa-rallelen Glassänle pg wird er in der Richtung xirunverändert dnrchgelassen. Dreht man aberpg, ähn-lich wie mn, um die Richtung ok, wobei xb ans derEbene der Zeichnung heranstritt, so nimmt die In-tensität von xd ab, wird bei 90" Skull d. h. derStrahlverschwindet, bei 180" wieder die ursprüngliche rc.Der von ok an pg reflectirte Theil aber hat bei derursprünglichen Stellung von pg die Intensität Null,bei 90° Drehung die von ok, bei 180" wieder Skull rc.Man nennt die Glassäule KI, durch die der polarisirteStrahl do erzeugt wird, den Polarisator, dieGlassäule mu, durch deren Drehung do untersuchtwird, den Analysator (Zerleger). Beide, der Po-larisator u. Analysator zusammen, bilden einen sog.P-sap parat (s. 4). Ebenso stellen KI n. pg einenP-sapparat dar. Was die P. durch Reflexion betrifft,so kann man sich statt der Glassäulen KI u. mn auchzweier einfachen Glasplatten bedienen, die hintengeschwärzt sind (aber nicht metallisch belegt, in wel-chem Falle nur eine sehr geringe P. stattfände). Dieerste Platte polarisirt einen unter 35" auffallendenStrahl, die zweite analysirt ihn. Für die P. durchBrechung dagegen sindeinzclneGlasplattenzn schwach,hier bedarf cs einer Schicht von Platten; die P. istum so vollkommener je stärker die Schicht ist. Pola-risirles Licht tritt in der Skatnr fast bei jeder Refle-xion aus, insbesondere ist das Licht der weißen Wol-ken stark polarisirt. Ein Instrument, welches zurtlnterjchcidung des polarisiüen Lichtes vom natür-lichen dient heißt Polariskop (s. L.); ein Instru-ment, weiches die Menge des polarisirte» Lichtesans einer Lichtquelle im Verhältnis; zn dem nicht po.larisirteu bestimmt, heißt Polarimeter. Mir dembloßen Auge läßt sich ebenfalls polarisirtes Licht er-kennen, jedoch nur unter gewissen Verhältnissen undbei einiger Hebung. 2) Die Erklärung der P.ist nach derllndulationstheorie folgende. Die durch KIbewirktcP. bcstehtdarin, daß die allscitigenSchwing-nngen der Ätherthcilchen des natürlichen Strahlesab Lurch die Brechung n. Reflexion nach zwei Ebe-neu zerlegt werden, nach der Einfallsevene und derzn ihr senkrechten Ebene, und Laß voll KI die in derEinsallSebeue liegenden Eomponenten der Schwing-ungen dnrchgelafsen, aber nicht reflcctirt, die dazusenkrechten Eomponenten umgekehrt reflectin, abernicht durchgelassen werden. Es schwingen also dieÄthcrtheilchen auf sk nur in der Ebene der Zeich-nung, die von bo nur in der zur Zeichnung senkrech-ten Ebene. Dies ist in der Figur durch die Punkteans bo n. die Striche durch ek angedcutet. Da nunmn und pg auf die polarisirte» Strahlen be und cckebenso wirken, wie kl auf den natürlichen Strahl ab,so erklärt sich das weitere Verhalten der polarisirte»Strahlen von selber. Stehen mn u. pg parallel zukl, so ist keine weitere Zerlegung der Schwingungenmöglich. Dreht man aber mn n. pg, wie oben an-gegeben, so zerlegen sich wieder die Schwingungender polarisirte» Strahlen bo u. vt'nnd es wird nurein Theil des bereits polarisirte» Lichtes weiter re-flcctirt resp. dnrchgelassen, die Strahlen ock und xb! werden also schwächer; bei 90" Drehung aber ver-schwinden sie ganz. Wie hier das natürliche Licht iicpolarisirtes zerlegt ist, so kann man umgekehrt nach! Love aus polarisirten Strahlen natürliches Licht zu-