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Pneumatisches Cabinet — Pneumothorax.
Pneumatisches Cabinet, ein Raum, in wel-chem bei gewissen Krankheiten (Asthma, Lungen-schwindsucht) die Kranken verdichtete Luft einathmensollen. Die hierzu nöthigen Vorrichtungen sind inihrer Totalität ziemlich complicirt n. erfordern vielUmsicht u. Erfahrung in ihrer Leitung, wenn über-Haupt ein guter Erfolg erzielt werden soll. Eines derbesten ist das im jüd. Krankenhanse zu Berlin vonTraube eingerichtete P. C.: drei 2 m weite u. 2H mhohe starke schmiedeeiserne Cylinder, in welche mit-tels einer Dampfpnmpe (Cylindergebläse) beständigreine, durch Watte filtrirte Luft eingepnmpt u. ab-gesogeu wird. Besondere Schwierigkeit macht dielangsame völlig gleichmäßige Steigerung des Drucks,im Ansange der Einwirkung u. dieJnnehaltung einerconstanten Temperatur (20") u. Fenchtigkeitsmengeder eingepumpten Luft, welche durch ein Manometeru. ein im Apparate befindliches Augustsches Psychro-meter controlirt werden. Die stetige Erneuerung derLuft ist nöthig,um die von den Kranken ausgeathmcteKohlensäure wegzuschaffen. Die Apparate sind mitsehr starken kleinen Glasfenstern, Klingelzügeu,Tischen und Stühlen und sonstigen Bequemlichkei-ten ausgestattet, so daß man bequem darin lesen jaschreiben kann. Vermittels einer doppelt verschließ-barenKammerist cs dem dirigircnden Arzte möglich,sich zu den Kranken ins Cabinet zu begeben, ohnedaß sich der Druck in diesem ändert. Ebenso kannmandurch eine mitDoppelglasthüre versehene Röhrekleine Gegenstände den Kranken auf dieselbe Weisereichen. Weitere Apparate regnliren die Heizung u.Len Feuchtigkeitsgehalt der ciuzuführenden Luft,welche auch mit Carbolsäure- u. anderen hygienischenDämpfen vor ihrem Eintritt versehen werden kann,wenn der Kranke solche einathmen soll. In der Re-gel verweilen die Kranken täglich 2 Stunden im Ca-tchtet: 40 Min. bei allmählich auf Atmosphärensteigendem, 1 Stunde bei constanten n. 20 Min. beiwiederabnehmendem Druck. Leider ist die Benutzungmit nicht unerheblichen Kosten (der Wartung, Heiz-ung rc. wegen) u. bes. im Anfänge der Kur mit einemgewissen Unbehagen, namentlich empfindlichem Oh-renschmerz, wenn die Eustachische Röhre des Patien-ten verstopft ist, verbunden; auch ist diese Kur fürHerzkranke rc. nicht anwendbar, dagegen bringt dasP. C. sonstigen au Asthma Leidenden auch in sehrschweren u. hartnäckigen (chronischen veralteten) Fäl-len große Erleichterung u. bei rechtzeitiger Anwen-düng dauernde Heilung. Ebenso ist bei beginnenderLungenschwindsucht ein günstiger Erfolg wiederholtbeobachtet worden. Jnngck.
Pneumatische Kuren, die Anwendung der ver-dünnten u. comprimirten Luft zu Heilzwecken. In-dem man von dem Gedanken ausgiug, daß durchAusathmung in verdünnte Lust Staunngslnft ausden Lungen heransgezogen werde, während durchEinathmnng von comprimirter Luft sauerstoffreicheLuft in die dadurch von der Staunngslnft befreitenLungeutheile dringe, glaubte mau in allen deuKrank-heiten wirksame Hilfe bringen zu können, in denendie Lungenveutilation nicht mehr genügend stattfin-det. Namentlich ist das letztere der Fall im Lungen-eniphysem (s. d.), beim krampfhaften Asthma u. beigewissen Formen der Lungenschwindsucht. Indemaber eine bessere Lnugenventilation dadurch herbei-gejührt werde, sei auch ein günstiger Einfluß auf die
Blutcirculation u. Blntverbesserung (Aufnahme desnöthigen Sauerstoffes) zu erwarten. Man erfandnun eine Menge einfache, transportable oder com-Plicirte Apparate; die bekanntesten sind der Hauke-sche, Waldenbnrgsche u. Weilsche. Leider haben sichdie hohen Erwartungen nicht erfüllt; namentlich ha-ben sich die einfacheren, eben genanntenApparate inso vieler Beziehung mangelhaft gezeigt, daß manjetzt von ärztlicher Seite fast allgemein von ihnenabsieht u. allenfalls noch Gebrauch vom Pneumati-schen Cabinet (s. d.), u. auch dieses nur noch unterganz beschränkten Verhältnissen, macht. Kunze.
Pneumatische Wanne, Apparat zumAnfsan-gen von Gasen über einer Flüssigkeit, der Sp err-flüssigkeit, bestehend aus einer Wanne aus Blech,Glas oder Porzellan, die mit der Sperrflüssigkeit(Wasser ob. Quecksilber) gefüllt wird u. in welcher,unter dem Niveau der Sperrflüssigkeit, ein mit Lö-chern versehener Steg, die Brücke, horizontal be-festigt wird. Die mit dem Gas zu füllenden Gefäßewerden ganz mit der Sperrflüssigkeit ungefüllt, dannmit der Hand od. einer Glasplatte verschlossen, wobeikeine Luftblase im Gefäße Zurückbleiben darf, hieraufmit der Öffnung nach unten in die P. W. getaucht u.hier wieder geöffnet; cs fließt nun infolge des Luftdruckskeine Sperrflüssigkeit ans dem Gefäße aus. Alsdannbringt mau die Öffnung des Gefäßes über eins derLöcher derBrllckeu.sührtdie Öffnung LesGasleitungs-rohrcs unter das Loch, worauf das Gas in Blasenin das Gefäß aufsteigt u. dasselbe allmählich anfüllt.Als Sperrflüssigkeit muß eine solche Flüssigkeit ge-wählt werden, welche das Gas nicht (od. kaum) ab-sorbirt, meist benutzt man Wasser; wird von diesemdas Gas zu leicht absorbirt (z. B. Ammoniak), oderwill man das Gas ganz trocken auffangen, so benutztman als Sperrflüssigkeit Quecksilber. Wimm-nau-r
Pneumatolögie (v. Gr.), Lehre vom Geiste inder Metaphysik, Dogmatik ic.
Pueumon (gr.), die Lunge; daher Pneumo-nisch, dis Lungen betreffend, P neumonie, Lungen-entzllndniig, Pneumocele, Lungenbruch, Pneu-motyphus, ein Typhus mit entzündlichen Vor-gängen in den Lungen, Pnenmokoniosis, diedurch Einathmnng von Staub herbeigefllhrten ent-zündlichen Veränderungen in den Lungen, Pneu-mothorax, Lnftaiisammlung im Brnstfellsack,Pneumopyothorax, Eiterausammlung im Brust-fellsack mit Communication der Brnstfellhöhle mitden Luftröhren, Lnsnmonoiii/üaais sarciniea, durchSarcinen erregter Lnngenbraud rc.
Pnemnothörax, Lnftansamnilnng im Brustfell-sack infolge Eröffnung des letzteren. Die Eröffnungkann stattgefnnden haben von den Lungen ans undbrechen namentlich häufig Lungenhöhlen (Cavernen)in den Brustfellsack durch. Es entsteht dadurch eineCommnnicatiou der atmosphärischen Luft durch dieLuftröhren mit dem Brnstfellsack. Auch von deräußeren Brustwand aus kann die Eröffnung desBrnstsellsacks stattsiudcn, z. B. bei Stichen in dieBrust, bei Rippenbrllchsn. Nur in äußerst seltenenFällen entsteht die Lnftansamnilnng im Brnstfellsackdurch eine Zersetzung von Ausschwitzungen. Sobaldsich ein P. entwickelt, entsteht plötzlich ein heftigerSchmerz inderbetr.Brnstseiteu.hochgradigeAthem-noth, Erscheinungen, die durch den Druck der in denBrnstfellsack eingeströmten Lust auf Herz u. Lungen