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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Plusquamperfcctum — kluvirr.

Kautern, Flachs, Hanf, Erbsen u. dergl,, sind grilnbis braun, längs des Rückens erscheinen feine weißeLinien. Verpuppung anf den Nährpflanzen, in einemweißen Gespinnst. Schädlich. Farwick.

Plusquampcrfcctuin, das Tempus, welcheseine Handlung als vollendet in Bezug auf eine an-dere vergangene Handlung darstellt, z. B. ich hattegesehen.

Plntarchos, 1) griech. Schriftsteller, ansChäro-rca in Böotien, gcb. um 50 n. Chr.; stndirte erst inAchen nnterAmmonios, machte dann Reisen u. lebtelängere Zeit in Rom, wo er den späteren KaiserHadrian unterrichtete; dieser machte ihn dann zumProcurator von Griechenland; in seiner Baterstadtlebte er den Studien, war daselbst Archon n. Ober-priester des Delphischen Apollo u. st. um 120. Erschr. etwa 70 Abhandlungen verschiedenen Inhalts,die sog. Aorakia, thcils geschichtlicher, literarischer,antiquarischer u. politischer Art, bcs. aber das Ge-biet der praktischen Philosophie, der populären Ethikbetreffend, z. B. von der Kindcrcrziehnng, von derMusik, über die Unglanbwürdigkcit des Herodot, vonder göttlichen Strafe n. a. Als praktischer Philo-seph, nicht als Historiker, schrieb P. auch seine be-rühmten Biographien (/Nor 7ra^»-.Ü>;-.or) ausge-zeichneter Männer in Griechenland n.Rom; er ver-band je einen Griechen und einen Römer und fügteeine Vergleichung beider hinzu. Erhalten sind dieBiographien von Thesens u. Romnlns, Lhkurg u.Nmna, Solon n.Publicola, Themistoklcs n. Camil-lus, Perikles n. Fabins üNaximns, Alkibiadcs n. Co-riolanus, Aristides u. Cato dem Älteren, Pyrrhos u.Marius, Lysander und Sulla, Alexander n. Cäsar,Demosthenes und Cicero, Agesilaos und Pompcjnsn. A., zusammen 46. Wenn er auch anf historischeWahrheit sehr bedacht ist, so geht seine Hanptabsichtdoch nicht ans dis Schildernngder Thalsache», sondernder Charaktere, und in diesen besonders ans Beton-ung des Edlen, Begeisternden, welches er mit sillli-chein Ernste eingehend darstellt. Daher stammt zuallen Zeiten P-s crhebcnderEinflnß, den cineStellei» Schillers Räubern klar ».kräftig ansspricht. Aus-gaben: Aoralia von Wytlcnbach, 1705 ff.; Vitusvon Sintenis, 1839 ff., n. I.Bekker, Lpz. 1855 ff.;Gesammtausgaben von H.Stephanns, 1572; Reiste,Lpz. 1774 ff.; Hutten, Lüb. 1791 ss.; Dübner undDöhner, Par. 1841—55. Einzelausgaben n. Übersetzungen sind sehr zahlreich. Bergl. noch R. Volk-inann, P/ Leben, Schriften u. Philosophie, 1869.In der Art der P-schen Lebensbeschreibungen sindin neuerer Zeit Lebensbeschreibungen verdienterDeutschen, Franzosen, Engländer, Schweden re. alsDeutscherP. (vonNiemcyer u.Gottschall), Fran-zösischer P., Britischer P., Schwedischer P.(von Lnndblad) rc. heransgckommcn. 2) P. ansAthen, Stifter der Schule der Neuplatoniker des 4.u. 5. Jahrhunderts in Athen. Riese.

Pluto (Myth.), (Plnton, Ms, Mdes, Aido-nens, Hades, d. i. der Unsichtbare), Sohn des Kro-nos u. dcrRhea, Bruder dcSZens ».Poseidon, Ge-mahl der Persephone, erhielt bei der Theilnng desväterlichen Weltreichs die Unterwelt, den Wohnsitzder Schatten, derAbgeschiedcnen, über die erherrscht.Im Titancnkampse Irng er den unsichtbar machen-de» Helm, ein Symbol der Unsichtbarkeit, dessen sichauch Athene, Hermes u. die Heroen Perseus ».Her-

akles bedienen. Die Vorstellungen über P.u. Perse-phone sind je nach dem Epos oder den im Volke n.den mystischen Cnlten vorkommenden Anschauungenverschieden. Nach jenem herrscht das schreckliche Paarin der Unterwelt in seinem Palaste als die unver-söhnlichen Feinde alles frischen Lebens, den Götternu. Menschen verhaßt, finster u. traurig, verschlossenu. schweigsam, gewaltsame, unerbittliche Götter desTodes, welche keine Opfer u. keine Gebete beachtenund von den Menschen nur ansuahmsweise verehrtwerden (wie in Elis). Der volksthümliche Cnltusdagegen kannte den P. zwar auch als Gott des To-des und der Unterwelt, aber mehr als Spender desSegens, der aus der Erde emporsproßt, als Besitzernnd Geber des Metallreichthnms der Tiefe (dahersein Name Plnton). So stellt P. die chthonischeFruchtbarkeit n. Furchtbarkeit zugleich dar, das ausder Tiefe sprossende Leben u. den Verfall alles Le-bens mit den Schrecknissen des Todes; deshalb be-schäftigten sich die Mysterien viel mit ihm, indem siediese Gegensätze auszngleichen suchten. Bier schwarzeRosse (Orphnäos, Äthon, Nykteus, Alastor) zogenseinen Wagen. Verehrt wurde er zn Koronca, Pylos,bei Nysa, in Hermione, Elis, zu Rom, wohin seinCult ans Griechenland gedrungen war, als I)is pn-tor in einem unterirdischen Tempel am MarSfelde.Heilig waren ihm Cypresse, Bnchsbanm, Narcisse,Ädiantnm; Opfer: schwarze Stiere u. Ziegen, mitWeihrauch zwischen den Hörnern, schwarze Bänderam Kopf, bei Nacht gebracht; der Priester war mitCypressen bekränzt. Abgebildet: ans dem Haupt einHelm, od. eine Krone von Ebenholz, oder ein Nar-cissenkranz od. Kranz von Adiantnni; in der Handdas zweizackige Scepter od. ein Stab od. Schlüssel;neben ihm der Kerberos; in Statuen u. Büsten mirder Tnnica bekleidet, in Reliefs n. Gemälden bis anfdie Hüsten nackt, Kops verschleiert od. mit über dasGesicht herabhäugendcn Haaren, von finsterem An-sehen; anf einem Thron von Ebenholz od. anf demWagen. Beinamen: Klymenos, der Erlanchtil, Po-lyonymos, der Bielverehrte, Agesilaos, der Volks-versammler, Zagrcus, der große Jäger, Agelastos,der nie Lachende, Polydektcs, der viel Ausnehmende,Agesandros, Männerentführer. Elchhoff.«

Plntokratie, s. n. Plntos.

Plntonischc Gesteine, so v. w. eruptive odervulkanische Gesteine.

Plntonischc Theorie, Plutonismus, die Theo-rie der eruptiven od. vulkanischen Entstehungswciseder Gesteine, welche in früherer Zeit über Gebührausgedehnt wurde u. zahlreiche Anhänger, Pluto-nist en, zählte; s. Geologie.

Plntos (gr.), Reichthnm; daher Plntokratie,die Herrschaft des Reichthnms. Als Personificationwar P., der Sohn des Jasion n. der Demeter, ge-boren auf einem dreimal gepflügten Acker in Kreta(der Ackerbau als die nächste Quelle des P.), nndLychc (das Glück) trug ihn als Kind auf den Armen,oder er steht neben Athene Ergane (dem Knnstfleiß).Er mar blind, daher er die Güter der Erde willkür-lich vertheilte. EineKomödie des Aristophancs führtden Titel P.

pluvia (lat.), der Regen. DaherNknvräle, bei denRömern einRcgenmantel; bei den katholischen Prie-stern ein großes Meßgewand, welches den ganzenLeib bedeckt u. vorn durch 2 Haken geschlossen wird.