Plinthe — Ploönnel.
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dänischen Gallien 23 n. Chr., studirte in Rom, dientedann in Germanien als Reiteransührer, lebte seit52 wieder in Rom, wurde 67 Procurator in Spa-nien, stand bei Vespasian in Gunst, war zuletzt Be-fehlshaber der Flotte von Miscnum u. st.7S n.Chr.,bei Beobachtung des großen Ausbruches des Vesuv,von den Dünsten erstickt. Er war ein Schriftstellervon der höchsten Arbeitskraft und Belesenheit. Vonseinen zahlreichen, rhetorischen, grammatischen undhistorischen Schriften, unter denen die 20 Bücherüber die Römerkriege in Deutschland eine wichtigeQuelle des Tacitus bilderen, hat sich nur erhaltendie tiaturalis Iristoria in 37 Büchern, 77 n. Chr.beendet, eine Eucyklopädie, wozu er mehr als 2000Bände benutzte. Buch 1 gibt den Entwurf des Gan-zen ».die Namen der benutzten Schriftsteller; Buch 2enthält Astronomie u. Physik, 3—6 die Geographie,Buch 7 — 11 die Anthropologie und Zoologie, Buch12—19 die Pflanzenkunde, Buch 20—32 die Arz-neimittel aus dem Pflanzen- n. von 28 an aus demThierreiche; die letzten Bücher besprechen die Me-talle, sowie Malerei (35) u. Plastik (36). Der großeWerth dieser geordneten Notizensammlung über alleGebiete des Wissens, auf welcher uusereKenntniß desAlterthums in zahllosen Fällen beruht, wird durchmancheübereilungen n. Mißverständnisse geschmälert.Der Stil ist dunkel und schwülstig. P. stand bes. imMittelalter im höchsten Ansehen. Ausgaben: zuerstin Venedig 1469; von Hardonin, Par. 1723 u. ö.;Sillig, Leipz. 1831 ff. und 1851 ff.; auf bester krit.Grundlage von L. v. Jan 1854 ff. u. bes. D. Det-lessen, Bcrl. 1866 ff. Die Erklärung des Textes istnoch vielfach zu fördern. DeutschvouStrack, Bremen1853, 3 Bde. u. a. Die geographischen u. a. Bücherexcerpirte Solinus, die medicinischen der sogen. P.Valerianus im 4. Jahrh. herausgeg. als kliuii ms-äieina. von Rose, Lpz. 1875. 2) Casus P. Caci-lias Secundus (der Jüngere), Schwester-undAdoptivsohn des Vor., geb. 62 n. Chr. in NovumComum, zeichnete sich in Rom als gerichtlicher Red-ner ans. Unter Domitian wurde er Prätor, unterTrojan im Jahr 100 Consul,vou 111 au kaiserl.Legat in Bilhynien n. Poutus. Er stand mit Trajannnd den angesehensten Männern seiner Zeit in Ver-bindung, lebte u. studirte in behaglicher Muße, unter-stützte mit seinem großen Vermögen Freunde u. för-derte wissenschaftliche Interessen und wohlthätigeZwecke, u. st. um 114. Er schr. einen kauo^/riousauf Kaiser Trajan, wichtiger aber ist die Sammlungseiner Briefe (blpistolao) in 9 Büchern, die seinenwohlwollenden Charakter u. seine warme Begeister-ung für alles Gute, Loch auch dabei seine Selbstge-fälligkeit, deutlich abspiegelu, n. durch viele lebhafteSchilderungen (z. B. vom Ausbruch des- Vesuvs),auch aus dem socialen und literarischen Leben vonInteresse sind. In seinem Stil sticht P. dem Ciceronachzuahmen. Außerdem ist ein Buch seines amt-lichen Briefwechsels mit Trajan (11 1 bis 113) ausBithynien erhalten, worin die bekannten Briefe über;das Verfahren gegen die Christen stehen. Heraus-igegeben zuerst 1508; zuletzt von H. Keil, Leipz. 1853^u. von dems. vereint mit Th. Mommsen die Haupt- ^ansgabe, Lpz. 1870. Riese. ^
Plinthe (Pliute), 1)so v.w. Sockel; 2) quadra-'tische Unterlagsplatte für Säulen korinthischen undwmscheu Stils.
Pliocän, s. Tertiärformation.
pliolr (srauz.), Glätter, Falzbein Briefstreicher.
Plittwitzer Seen (Plitovica-Seen), 7 Binnen-Seen in Kroatien (Österreich), am südöstl. Abhangedes Kapellagebirges, stehen mit einander durch Ab-flüsse, welche reizende Wasserfälle bilden, in Verbind-ung. Ihr letzter Abfluß ist die Korana, ein Neben-fluß der Kulpa.
Plochingen, Kirchdorf im Oberamte Eßlingendes Württemberg. Neckarkreises, am Einfluß der Filsin den Neckar, über welchen eine schöne Brücke führt,Station der Württemberg. Staats-Eisenbahn, vonwelcher hier die Obere Neckar-Bahn abzweigt; alteevangelische Pfarrkirche, Spital, gestiftet 1860 vonden Mitgliedern des Johanniterordens in Württem-berg; 1875: 1938 Ew.— P. gehörte bis 1299 denHerzögeu von Teck; 1301 — 1381 gab es Baronevon P., dann kam es an Württemberg.
Plock (Plozk), 1) Gouvernement in Nuss.-Polen,umschlossen von West- u. Ost-Preußen, den Gouv.Lanzau.Warschan; 10,878 s^jicm u. 472,000 Ew.;fruchtbar, wald- u. seenreich , ganz eben, zum Theilsumpfig, durchflossen von der Weichsel, Wrka, Or«czek, Mlawka, L-krwa, Minen, u. von der von War-schau nach Danzig führenden Eisenbahn durchschnit-ten; war ehemals (bis 1845) Wojwodschast, jetzt in8 Kreise getheilt. 2) Kreis-und Gouvernements-Hauptstadt, rechts an der Weichsel; Sitz der Behör-den, eines kathol. Bischofs, Domcapitel, 11 kathol.Kirchen, darunter die im 11. Jahrh. erbaute Kathe-drale, Ghmnasium, Nationaltheatsr, öffentliche Bä-der, einiger Handel; im Ganzen gut gebaut u. an-sehnlich; 21,823 Ew.
Plöckcnstein (Plöckelstein), einer der höchstenBerggipfel im südöstl. Theile des Böhmerwaldes,1376 m hoch, mit großartigem Urwalde bedeckt. In1091 m Meereshöhc liegt unter der steile» Granit-wand des P. der P-er S e e, der schönste u. tiefsteSee des Böhmerwaldes; er fließt zur Moldau ab.
Plockhorst, Bernhard, namhafter Geschichts-maler, geb. 1825 in Braunschweig; lebte von 1846bis 1849 in Berlin, dann in Leipzig, von wo er 1852nach München ging, um dort in die Schule Pilotyseiuzutreteu. Ein Jahr später ward er Schüler vonCouture in Paris. Nach Berlin 1858 zurückgekehrt,nahm er dort Schüler an, folgte aber 1866 einemRufe an die Kunstschule in Weimar. Nach vierjäh-rigem Aufenthalte daselbst siedelte er znm drittenMale nach Berlin über, wo er viele Aufträge erhielt.P. folgt der realistischen Richtung u. Pflegt auch sei-nen religiösen Stoffen einen modernen Beigeschmackzu geben. Werke: Rückkehr Mariä und Johannisvom Grabe Christi; Kampf des heiligen Michael mitdem Satan um den Leichnam Mosis (im städtischenMuseum zu Köln); Auferstehung Christi (im Domzu Marienwerder); Christus erscheint der Magdalenaim Garten. Als Bildnißmalcr hat sich P. namentlichdurch Porträts des deutschen Kaisers u. der Kaiserineinen Namen gemacht. Regnet.
Plocrmel, Stadt und Hauptort in dem 8 Can-tone u. 65 Gem. mit 1877 91,502 Ew. umfassenden,gleichuam. Arr. des franz. Dep. Morbihan, unweitIdes Ivel nnd des Canals von Brest nach 'Nantes;Gerichtshof erster Instanz, bemerkenswerthe Kirche(von 1511—1602erbaut), College; Papier-u. Tuch-Fabrikation, Gerberei, Handel uül Rindvieh, Getreide,
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