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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Pasquill —

Pasquill (ital.pN8gniIIo), Spottschrift, Schmäh-schnst, nach einem Schuhflicker in Nom, NamensPasqnino, im 16. Jahrh., der die damaligen Zu-stände, namentlich Thaten des Klerus mit bitterstemSarkasmus schilderte und verhöhnte. Nach seinemTode nannte man Pasqnino (s.d.) den Überrest eineralten Statue, an welche solche Spottschriften angehef-tet wurden, u. ist danach für derartige Machwerke dieBezeichnung P. entstanden. Das P. ist eine schriftlichoder sonst durch bleibende Zeichen öffentlich verbrei-tete Injurie, war als IndvIIua inmosus schon beiden Römern mit strenger Strafe bedacht und wirdnach den modernen Strafgesetzbüchern als ein bes.strasbarer Fall behandelt,während dasdentsche Straf-gesetzbuch, indem es das P. nicht bes. nennt, dasselbeunter Injurien überhaupt begriffen wissen will.

Pnsqninade (v. Franz.), eigentlich vom italicn.Pasqnino (s- d.), ein mehr witziger als boshafter,pasquillähnlicher Scherz.

Pasqunio, in Rom Bruchitück der bekanntenMenelaosgrnppe am Palast Braschi, an welcher Pas-quille (welche nach ihm benannt sind) angehejtet wur-den, welche an der gegenüberstehenden BildsäuleMarforio eine Beantwortung fanden.

Pnsguo tailk, County im Nordamerika». Unions-staate Nord Carolina, 36° n. Br., 76° w. L.; 8131Ew.; Hauptort: Elizabeth.

Pust, ein schriftliches, von der Polizeibehörde ans-gestelltes Zcngniß für Reisende, womit dieselben sichan fremden Orten über ihre Person (d. i. Namen,Alter, Stand, Wohnsitz, Staatsangehörigkeit) n. denZweck, Ziel n. Dauer der Reise legitimircn können.Die für die niedere Bevölkerung, für die Handwerkeru. für die Juden seitJahrhunderten bestandene undinfolge der Zeitverhältnisse zu Ende des vorigen n.zu Anfang dieses Jahrhunderts auf alle Fremdeüberhaupt ausgedehnte u. noch bis in dieöOerJahremit aller Strenge gchandhabte P-pflicht, d. h. diePflicht, sich ans Reisen durch solche amtliche Urkun-den zu legitimircn, ist, nachdem sie durch Einführungder P-karten (Convention vom 21. Oct 1850), dannAufhebung der amtlichen Bisa rc. wesentlich erleich-tert worden, Lurch das Norddeutsche Bnndesgesetzvom 12. Oct. 1867 (1871 ans das Deutsche Reich aus-gedehnt) aufgehoben worden. Jedoch ist damit wederdas Recht der Bundesstaaten auf Erthcilnng vonPässen», sonstigen Rcisepapieren, noch die PflichtdesRcisenden, sich ans amtliches Erfordernüber seinePerson ausznweisen, beseitigt, aber die amtliche Fragedanach muß durch ein öffentliches Interesse, durchdas Verhalten des Reisenden selbst motivirt sein, undkann der Ausweis auch in anderer Weise als durchReisepapiere, durch Zeugen, Briefe rc. erbracht wer-den. Ebensowenig ist aber auch dasRechtderPolizci-behörde zur Ertheilung von Zwangspässen und zurControle neu Anziehender u. der Fremden an ihremAufenthaltsorte hinfällig geworden. Endlich werdendurch diese Aufhebung auch die Pässe für besondereGelegenheiten nicht beseitigt. Solche sind die Ge-sundheitspässe, ans medicinalpolizeilichen Rück-lichten, wenn in einer Gegend ansteckende Krank-heiten herrschen, als polizeiliche Certificate darüber,daß die Orte, von denen die Reisenden kommen, vonder ansteckenden Krankheit nicht ergriffen sind, oder,dasern dies der Fall sein sollte, daß die ReisendendicaugeordneteQnarantainc (s.d.) bestanden haben.

- Passaglia.

Auch beiWaaren, Biehtransporten rc. kommen solchePässe vor. Ans gleichen Gründen n. ansRücksichkenans die Erhaltung geordneter Civilstandsrezister wer-den auch bei dem Transport von Leichen aus einerParochie in die andere, od. ans einem Lande in dasandere besondere Leichen Pässe auszestellr, bezüg-lich deren Vorbedingungen u. Formalitäten neuer-dings ebenfalls mehrfache Conventionen zwischen denverschiedenen deutschen Staaten zum Abschluß ge-diehen sind. —

Paß, 1) ein enger, beschwerlicher Weg, nament-lich Bezeichnung für die Übergänge über einen Ge-birgsrücken. 2) (Jagdw.), ein vom Raubzeug oderniederen Haarwild öfters eingeschlagener Pfad, ins-besondere beim Ausgang des Waldes oder einesDickichts. Vgl. Wechsel. 8) Eine Gangart deS Pfer-des, wobei es beide Füße einer Seite zugleich auf-hebt u. fortsetzt; daher P-gäuger (Passeyer), einPferd, welches diese Gangart angenommen hat.HalberP.ist eine Mischung des Trabes ».des Passes.

Passabel (v. Lat.), leidlich, erträglich.

psrssosglio (italien., franz. Passacaille), ein Tanzvon langsamer u. graziöser Bewegung, fast wie dieChaconne. Das kleine Tonstück dazu, im ITakt u.gewöhnlich mit dem zweiten, seltener mit drittem Vier-tel od. Niederschlag anfangend, besteht nur aus 8 Tak-ten, welche immer wiederholt, aber jedeSmal variirtwerden. Händel hat übrigens in seinen Suiten auchein P. von 4 Takten im geraden Takte. Kürschner.»

Passage (franz.), I) Durchgang; bes. 2) durchein Haus; Z) (Galerie), in großen Städten glasge-deckte Verbindungswege zwischen zwei od. mehrerenStraßen. 4) Die Art, wie die Kettfäden in denKamm passirt, d. h. eingezogen sind (z.B. P. geradedurch, schreitende, springende P.). 5) (Mus.) eine,sich stufen-od. sprungweise rasch fortbewegendeReihevon Tönenin ähnlicher Fortführung; erscheint häufigals Ausschmückung einer Melodie (Coloratur), trittaber auch selbständig auf n. kann entweder bloß bra-vourmäßige Wirkung od. charakteristische Bedeutungbezwecken.

Passagcinseln, Gruppe der Bahamas, s. d. 6).

Passageinstrnment, Durchgangsinstrnment,Mittagsfernrohr, ein genau in der Ebene des Me-ridians ansgestelltes Fernrohr, vermittelst dessen dieDurchgänge der Sterne durch den Meridian, derenRectascension n. die Zeit bestimmt werden.

Passagier (franz.), ein Reisender.

Passagierboot, ein Dampfschiff, das sich aus-schließlich mit dem Transport von Passagieren undihrem Gepäck befaßt, znm Unterschied von Güter-schiff und Packetboot; also hauptsächlich auf Flüssen,in Häsen, Flußmündungen, Seebuchden u. auf ein-zelnen Küstenstrecken zu finden. Die Salon- undKammercinrichtung nimmt hierfast das ganzeSchiffin Beschlag, oft führen P-e, wenn sie Raddampfersind, Salons in mehreren Etagen übereinander,wie ans dem Rhein, der Themse, den Nordameri-kanischen Buchten und Flüssen rc. Die P-e der letz-teren sind berühmt wegen ihrer prachtvollen u. be-quemen Ausstattung.

Passaglia, Carlo, italien. Theolog, geb. 1814zu Pieve a San Paolo im Herzogthnm Lncca. Ertrat 1827 in den Jesnitenorocn, war Lehrer in Reg-gio, von 1841 an Professor am Collegium Roma-nnm. 1848 mußte er fliehen, kehrte aber mit dem

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