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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
141
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Parzival. 14!

Jwarets Hilfe zieht er ihm die Rüstung ab u. legtsie selbst an. Drei Tage darauf kommt er zu demalten Gur ne mauz deGraharß, demHauptmaunder wahren Zucht, der ihm schöne Lehren der Sitt-lichkeit und Lebensweisheit gibt und ihn zum Ritterbildet. Nach drei Wochen zieht P. weiter; gegenAbend steht er vor Belripar, der Hauptstadt desKönigreiches Brobarß, die eben Kiugrun, der Sene-schall des Königs Klamide vonBrandigan, belagert,weil Konduiramur, die Tochter des verstorbenenKönigs Tampenteir,seinenHerrn verschmäht. Schwergelingt es dem Helden von Anjou, in die ausgehun-gerte Stadt zu kommen. Er wird von der jungenKönigin an Len Stufen des Palastes empfangen undgastlich eingeladen. JhrAnblick entzündet in seinemHerzen die Liebe, n. es fällt der Wunderschönen nichtschwer, das Versprechen seines Beistandes zu erlan-gen. Am folgenden Morgen überwindet er denSeneschall Kingrun im Zweikampfe. Konduiramurbietet dem Sieger ihre Hand a», u. die Vermählungwird alsbald vollzogen. Nun eilt Klamide zur Ver-stärkung des Belagernnasheeres vor die Stadt, for-dert denP. heraus u. wird von ihm besiegt. P. er-freut sich in der Ehe mit Konduiramur des reinstenGlückes. Aber nach einiger Zeit ergreift ihn LasimwiSerstehlicheVerlangen,scineMutteranfznsnchen.Gegen Abend erreicht er den See Brnmbane, aufdem reichgckleidete, üllstcrblickende Ritter in einemKahne rudern ».fischen. P. fragt den Ältesten, einenehrwürdigen Greis, nach der Herberge, und dieserbezeichnet ihm ein Schloß, wo er ihn wieder zu sehenhoffe. P. kommt dahin, wird von zahlreichen Ritternn. Dienern zuvorkommend empfangen und noch amspäten Abend in einen prächtigen Saal, wo vieleRitter sich versammelt haben, zu dem Wirth des Hau-ses, dem inzwischen heimgekehrten alten Fischer ge-leitet, der, in Pelze dicht eingehüllt, von Fieber baldgeschüttelt, bald glühend, in einem Lehnstuhle dichtam Hanptkamine sitzt u. denGast neben sich einlädt.Plötzlich tritt ein Knappe mit einem blntgeröthetenSperre herein, den er schweigend im Kreis hernm-trägt; die Ritter stehen unter Wehklagen ans; dannverschwindet der Knappe Lurch dieselbe Pforte, wo-durch er gekommenist. Nun öffnet sich am entgegen-gesetzten Ende des Saales eine stählcne Thüre. Her-ein treten zwei Jungfrauen mit brennenden Kerzenaus goldenen Leuchtern, dann zwei Jungfrauen miteinem Tischgestelle von Elfenbein, vier JungfrauenmilKerzen, vier mit einem wunderbaren Steine, densie aus das Gestell setzen, vier mit Kerzen, zwei Für-stentöchter mit zwei scharfen silbernen Messern, end-sich die Königin UrepansedeJoie mit dem Hei -ligen Gral, dem.sechs Lampen von ebenso vielenJungfrauen vorangetragcn werden. Alles Herein-gebrachte wird vor den Wirth hingesetzt. 25 Jung-frauen umstehen die wunderschöne und engelreineKönigin. 100 Tafeln werden gedeckt u. mit kostbaremTischgeschirr versehen. Jeder Wunsch nach einerSpeise erfüllt sich nnverweilt durch die Kraft des hei-ligen Gesäßes. P. sieht dies Alles mit großer Ver-wunderung, erinnert sich aber an die Warnung desalten Gnrnemanz vor allzu vielem Fragen u. schweigt.Der Wirth läßt ihm ein inzwischen hereingebrachtesPrächtiges Schwert überreichen und gibt ihm eineAndeutung von der seltenen darin wohnenden Kraft.Auch jetzt schweigt P. zu seinem u.desWirthes gro-

ßem Jammer. Die Tafel wird aufgehoben; dieVersammlung entfernt sich. P. findet nach einemunruhigen Schlafe dis Burg von Menschen leer. Nunsprengt er über die offene Zugbrücke, die sogleich hin-ter ihm aufgezogen wird. Vom Thurms herab ruftein Knappe, durch Unterlassen des Fragens habe P.das höchste Glück der Erde verscherzt, und wirft dasFenster heftig zu. P. reitet von dannen. Er kommtwieder zu seiner klagendenMnme Signne, die ihrnvon jener Burg und von deren Bewohnern erzählt.Die Burg heißt Montsalvas und das Reich, zudem sie gehört, Terre de Salvas. Der Köniadesselhen, Amfortas, leidet an einer furchtbarenKrankheit und harrt schon lange auf Erlösung. AlsP. der unglücklichen Jungfrau von seinen Erlebnissen,auf der Burg erzählt, verflucht sic ihn wegen seineserbarmungslosenSchweigens; denn an ihm habe esgelegen, den Wirth durch Fragen von der Krankheitzu befreien. Voll der schmerzlichsten Reue zieht erauf ungebahnten Wegen davon. Nach einiger Zeitbegegnen ihm Orilus und Jeschute. Er besiegtden Herzog imZwcikampfe, nöthigt ihm das eidlicheVersprechen ab, sich mit seiner Gattin zu versöhnen,beschwört in einer nahen Einsiedelei auf ein Reli-quienkästchen die Unschuld der Frau und erstattet ihrden Ring wieder; die vollkommene Versöhnung derEhegatten kommt nun zu Stande. Inzwischen gibtArrus dem Verlangen seines auf dem PlimizolgelagertenHoses nach, denberühmt gcwordenenHel-den P. aufzusuchen und ihm eine Stelle an seinerTafelrunde zu gewähren. P., der unvermerkt in die'Nähe des Plimizol gekommen ist, versinkt hier inträumerische Erinnerungen an seine Gattin, worausihn erst Segramors, dann der Seneschall Keys, zu-letzt Artus' Neffe, Gavan, erwecken. Die beidenersteren besiegt er im Zweikampfe; den Gavan be-gleitet er an den Hof. Artus ernennt ihn zum Ge-nossen der Tafelrunde; Ginover küßt ihn n. ver-zeiht ihm den Tod Jthcrs. Da naht aber die grund-häßlicheBotin desGrales, Kundrie la Snrziereu. spricht unter Händeringen u. vielen Thränen, dieTafelrunde sei durch P-s Aufnahme entehrt, durchseine Erbarmungslosigkeit habe er die Genesung desunglücklichen Königs Amfortas und die Erwerbung,großen Glückes u. Heiles verscherzt. Außerdem for-dert sie zur Befreiung der in Castell-Marvalegrausam eingesperrten vier Königinnen n. 400 edelnJungfrauen auf. P. verwünscht dis Lehren seinerMutter und des alten Gnrnemanz, durch deren Be-folgung er einen Fehler nach dem anderen begangen,,ein Unglück nach dem anderen gestiftet hat. Er findetkeine Ruhe, bis er den Gral wiedersieht und dessen.König heilt. Verzweislungsvoll reißt er sich von sei-nem Gotte los. Das einzige Licht in seiner düsterenNacht ist die Liebe zu seinem Weibe. Von der Tafel-runde muß er scheiden, bis er sich von der ihm an-gethanen Beschimpfung gereinigt hat. Nachdem eraus seinenHeldenfahrten durch manchesLand u. übermanche Sec gekommen ist, reitet er durch einen Waldund bleibt vor einer Klause stehen, um sich nach deinWege zu erkundigen. Die hier mit dem Leichnamihres Gatten wohnende Sigune bemüht sich, den.Unglücklichen zu trösten. Einige Monate später durch-reitet P. an einem kalten Schueemorgen des Früh-lings einen Wald und begegnet hier einem greisen.Ritter u. dessen Gattin u. zwei Töchtern. Die Fa»