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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Parzen —

Sohn Artaxerxes, u. konnte noch 3S5 v. Chr. ihrenFeind Tissapbernes aus dein Wege raumen lassen.

Parzen (karoas.gr.Moirai), Tochter der Nacht,Göttinnen, die Jedem sein Leben ».Schicksal zu-messen: Klotho, die den Lebensfaden spinnt (Ge-genwart), Lachesis,bieseine Länge vorschreibt(Zn-kunft), Atr opos, die ihn abschneidet (Vergangen-heit). Sie werden als Gebnrts- u. Todesgöttinnenverehrt; dann auch als Straf- u. Rachcgeister, alsVertreterinnen n. Bewahrerinnen aller natürlichenu. sittlichen Ordnung; deshalb ist Zeus ihr Vater.Sie werden gewöhnlich als Schwestern u. hochbejahrteGreisinnen abgebildcr, Klotho mit einer S-pindelod. einer Schriftrolle, Lachesis mit einem Stäbchenan einem Globus das Horoskop deutend oder eineRolle haltend, Airopos mit der Waage od.Sonnen-uhr od. einem Schneideinstrument.

Parzcnkrant ist Oionta virova.

Parzival. Uber die ursprünglich wälschcn Sa-gen von ihm u. dem Heiligen Gral, die beide erstün12.Jahrh. miteinandervereinigtwnrden n.indcnzwei ersten Jahrzehnten des 13.Jahrh. durch Wolf-ram von Eschenbach ihre höchste Gestaltung em-pfingen, s.d.Art.Chresticns deLroyes, Graal, Eschen-bach, DeutschcNationalliteratur, S. 130 u. t67. —Skizze der in Wolframs Dichtnng entwickelten Hanpt-fadel: Gamuret, der jüngere ^ohn des KönigsGandin von Anjou, verläßt nach dem Tode seinesVaters die Heimath und kämpft unter den Fahnendes Baruch in Bagdad, des mächtigsten Erdenfürstenund gewissermaßen des heidnischen Papstes. Nachunruhigem Hin- u. Herziehen wird er an die Küstevon Zajsamank verschlagen, wo die MohrenköniginBelakane eben in ihrer Hauptstadt Patelamuntbelagert wird. Er kommt in die Stadt, bewältigtdie Feinde u. vermählt sich mit der Königin. Aberseine Lust nach ritterlichen Abenteuern und seine Be-denken wegen der Ehe mit einer Heidin bewegen ihnzur Flucht. Die Königin gebiert nach der Zeit einenSohn, dessen Haut gefleckt, schwarz und weiß, einerElster oder einem beschriebenen Pergamente gleichtn. dem sie Len Namen Feirefiß von Anjou gibt.Gamuret kommt nach langerMeerfahrtüberSevillaund Toledo nach Kanvoleis, wo die verwittwete-Königin Herzeloide von Valois und Norgals dieangesehensten Ritter aus allen Christenlanden zumTurnierkampf um ihre Hand und ihre Krone einge-laden hat. Gamuret bctheiligt sich an dem Kampfe,und sämmtliche Ritter gestehen ihm den Preis derTapferkeit u.Kraft-zu. Aber nun läßt ihm seine nochimmer von ihm geliebte Jugendfreundin, die inzwi-schen verwittwete Königin Amfliese von Frankreichihre Hand antragen; eine andere Botschaft meldetihm den Tod feiner Mutter u. seines älteren Bru-ders Galocs und fordert ihn zur Besitznahme seinesErbkönigreiches auf; überdieß macht er sich wegenseiner Treulosigkeit gegen die Mohrenkönigin heftigeVorwürfe. AberHerzeloidc verlangt anfGrnnddesTurniergesetzes, von ihm heimgeführtznwerden; sieberuft einen ritterlichen Gerichtshof, der die Sachegründlich untersucht n. zu ihren Gunsten entscheidet.Der Held von Anjou muß gehorchen und fährt wohldabei. Aber Las Gluck dieser Ehe währt nicht lange.Als der Baruch in einen neuen Krieg verwickeltwird, fühlt Gamuret sich verpflichtet, ihm Beistandzu leisten. Nach einem Halbjahre empfängt Herze-

- Parzival.

loide die Botschaft, ihr Gemahl sei im Kampfe durchheidnischen Verrsth gefallen. 14 Tage später gebiertsie den Parzival. Sie begibt sich mit ihm und mitwenigen Dienern in die Wüste zu L>oltane, per-bietet bei Todesstrafe die Erwähnung des ritterlichenLebens und verbirgt dem Knaben seine Herkunft.Dagegen prägt sic ihm die Liebe zu Gott und denAbscheu vor dem Bösen ein. Herrlich gedeiht er anMnth n. Stärke. Er sieht eines Morgens 4 Ritterin strahlender Rüstung daher sprengen. Den einenhält er für Gott und fleht ihn knieend um Hilfe an.Da ihn der Fremde über seine Person anfklärt, ver-langt der Knabe ungeduldig, selbst Ritter zu werden.Jener verweist ihn an den KönigArtns u. setzt dannseinen Weg fort. P. erzählt der Mutter sein Erleb-niß und verlangt von ihr ein Pferd, um sogleich denKönig Artus anfzusuchen. Da er auf seinem Ent-schlüsse besteht, hofft sie ihn wenigstens durch die An-legung von Narrenkleidern zur baldigen Umkehr znveranlassen. Sie ertheilt ihm einige Rathschlägc, dieer in täppisch liebenswürdiger Unbefangenheit strengwörtlich befolgt. Nachdem er früh morgens wegge-ritten, stirbt die Mutter noch desselben Tages an ge-brochenem Herzen. Am zweiten Morgen findet P.ans weiter Ebene ein prächtiges Zelt, worin eineDame schlummert. Er küßt sie mit größter Zärtlich-keit, streift ihr den Ring vom Finger n. eineSpangevom Hemde ab und erquickt sich an dem Wein n. denFrüchten, womit die neben stehende Tafel besetzt ist.Die Dame erwacht; es ist Jcschnte, die Gemahlindes Herzoges Orilns von Lalander. Sie ver-langt ihr Eigenthnm zurück, droht mit ihrem Gatten;erfolglos; doch bestimmt den P. das anfdämmerndeEhrgefühl, sich zn entfernen. Nicht eine Stunde spa-ter kommt Orilns, der inzwischen den Herzog Schi-anatnlauder im Zweikampfe gctödtet hat, entdecktdie Fußtapfen des Fremden und erglüht von Eifer-sucht. Er setzt die Gattin im Schlafgewande auf einenKlepper, gibt ihr ein bastenes Seil als Zaum in dieHand und reitet mit ihr fort, um den Ehrcnrauberzu verfolgen. P.vernimmt unterwegs ein weiblichesJammergeschrei und folgt ihm nach einer Felsen-schlucht, wo er in dem Schooße einer Jungfrau dieLeiche eines Ritters liegen sieht. Die Jungfrau machtihn mit seiner Herkunft bekannt; es ist seine MnmeSign ns mit der Leiche seines Vetters Schianatn-lanüer; beide waren einst die Pflegekinder Hcrzeloi-Lens. Am folgendenMorgen steht P. vor Nantes,demHossitze des Königs Artus. Hier begegnet ihmder sogen, rothe Ritter, Herr Jthcr von Gahe-viß, König von Kuknmerland, der am Hoseseines Vetters Artus erschienen ist, um das Landnach Erbrcchi zu beaiypruchen, und sinnbildlich des-falls einen goldenenBecherWeines, aber unziemeiidgenug nicht auf die Erde, sondern in den Schoos derKönigin Ginevra ansgeschllttet n. den Becher mit-genommen hat. Jther läßt nun durch P. den KönigArtus u. dessen Ritter zum Kampfe um Len Becheru. das Erbrecht anffordern. P. wird von demEdel-knaben Jwaret zum Könige geführt u. bittet ihn umden Ritterschlag und um das Gewand des rotheilRitters, dem er es abzukämpfen bereit sei. Scher-zend gewährt der König die Bitte. P. zieht auf sei-nem Klepper, im Narrengewande, mit leichtem Jagd-spieße dem rothcn Ritter entgegen, kommt in Streitmit ihm n. tödtet ihn durch einen Speerwurs. Mil