Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

138

Partial —

gedrängt u. von Cassius zur Abtretung Mesopota-!miens genöthigt. Unter V o l o g e s c s IV. drang Sep-1tirnius Severns erobernd bis Nisibis n. Klesiphonvor (198—201); während der Regierung des Ar-tabanos V. brachte Caracalla durch Hinlcilist denParthern eine große Niederlage bei. Doch nicht dieAngriffe der Römer, sondern innere Unruhen berei-teten dem Partherrciche den Untergang. 219 empör-ten sich die Perser unter Artaxerxes, gegen die Vo-logef esV. zwar mnrhig, aber ohne Erfolg kämpfte;in der letzten Schlacht 226 u. Chr. fiel Vologeses,der letzte der Arsalioen; an seine Stelle trat Arta-xerxes, an Stelle des Partherrciches die Herrschaftder Safaniden (s. Persien, Geschichte III.). Vergl.Rawlinson, llRo sixtir Front orioutnl mynarela)-or tirs FöüFrapllv, Iristorz- and sntiguitioo obkartlaia, London 1873; Schneidewirth, Die Par-thcr, 1874.

Partial (Partiell, v. lat.karLalis), 1) Theil...,theilweisc; P-bruch, so v. w. Theilbrnch; 2) ein-zeln, besonders; 3) parteiisch.

Partiale (Partiallose, Partialobligationen), ein-zelne, in kleinere gleiche Theile abgetheilte, mit fort-laufenden Nummern versehene Schuldverschreibun-gen auf eine Anleihe, wobei diese Anleihe als einGanzes betrachtet, diese aber in einzelne Theilforder-ungen zerlegt wird.

Partikipant (v. Lat.), Theilhaber, Theilneh-mer; (Participe) Einer, welcher Antheil an einerHandlung hat od. Theilnehmer einer Handelsgesell-schaft ist. Die Rechnung über diesen Antheil Par-ti cipatio ns conto. Participationsgeschäft,HandelSunternchmung für gemeinschaftliche Rech-nung; Participatiousgesellschaften,Bereinig-ungen zu einzelnen Handelsgeschästen auf gemein-schaftliche Rechnung.

ParticiPium(Mittelwort), die adjektivische Fass-ung des Verbalbegriffes (z.B. lobend, gelobt), welchewie ein Adjectivum declinirt wird u. auch snbstanti-virt werden kann (der Lobende, ein Gelobter), abervom Verbum dessen Rection und die Fähigkeit zumAusdruck der Zeiten u. der 6onsra vordl behält.

Partick, großes Dorf in der schott. GrafschaftLauark, westlich dicht bei Glasgow, am Kelvin, miüzahlreichen Landhäusern u. großen Schiffswerften;15,845 Ew.

partioülas (Gramm.), s. Partikeln 2).

Partikular (v. lat. kartioularis), sich auf eineneinzelnen Theil beziehend, für sich bestehend, abge-sondert; im Gegensatz von universal; so: P-conto,so v. w. gesondertes Conto, s. n. Buchhaltung; P-zahlung, eine bloß theilweisc Zahlung; P-fried e,so v. w. Separatsriede; P-rccht, dasRecht, welchesnur in einzelnen Territorien od. Laudestheilen Gelt-ung hat. In Deutschland versteht man darunter bes.die Rechtsnormen, welche sich in den einzelnen deut-schen Staaten entwickelt haben, gegenüber dem ausrömischen u. cauonischen Nechtsjatznngen und aus!deutschen Ncchtsgewohnheiten beruhenden GemeinenRechte Deutschlands.

Particularismns, jene politische Ansicht, welchedie Sondcrintcressen der einzelnen Staaten vor denallgemeinen LeS Bundes begünstigt u. damit densel-ben größere Selbständigkeit erhalten wissen will;Particularisten, polit. die dieser Anschauung An-hängenden; in der Theologie im Gegensatz von Uni-

- Partitur.

- > versalisten, diejenigen, welche glauben, Gottes GnadeI sei mir particulär, d. h. Gott wolle, daß nur einigeMenschen selig würden.

Partikulier (frz.), so v. w. Rentner.

psrtiouüöromont (franz.), besonders, insbesondere,im Detail.

Partie (sranz.), Theil, Strick; (Mus.) so v, w.Stimme, vgl. Partitur; beim Schauspieler so v. w.Rolle; eine Heirath, bes. in Ansehung der Glücks,umstände der heirathendcn Personen; im Handel sov. w. Waarenposten.

Partiell (v. Lat.), so v. w. Partial.

Parlieren (v. Lat.), 1) theile»; 2) betrüglichelKunstgrifse bei etwas anwenden; 3) Schleichhandeltreiben. Daher Partiererei.die Theiluahme aneinem Verbrechen wider das Eigcnthum, welche inder Ausnahme der entwendeten Sachen zum Zweckeder Verhehlung n. Vertreibung derselben besteht.

Parties bonieusos (franz.), die Unehre machenden,Schande bringenden Theile; dann auch die Scham-theile, GebnrtSglicder.

Partikeln (v. Lat.), 1) Theilchen; 2) kurze, in-flexible Redetheile, zur Bezeichnung mannigfaltiger> Beziehungen der flexibilen: Präpositionen, Con-junctioncn u. ein Theil der Adverbien.

partim (lat.), theilweisc.

Partiineuto (ital.), die bezifferte Baßstimme;Parlimenti, Übungsstücke zur Ausführung be-zifferter Bässe.

Partinico, Stadt in der ital. Prov. Palermo;Fabriken in Wolle u. Seide, Handel mit Wein undOel; 20,154 Ew.

Partisan, so v. w. Parteigänger.

Partisane, eine der Hcllebarte (s. d.) ähnlichemittelalterliche Waffe.

Partite, Theil; Schuldpost; Kcrbzettel; betrüg-liches Verfahren, Ränke; daher: P - n m ache r, Nänke-macher.

Partition (v. lat.kartitio^Theilnng; Eintheil-ung der Rede.

Partitlvum (lat.), einen Theil ausdrückendesWort; Partitivus, der Casus, welcher das Ganzeausdrllckt in Rücksicht ans die von denselben genom-! menen Theile; die Wörter, welche solche Theile aus-drücken, Partitiva, sind entweder bestimmte uudunbestimmte Zahlwörter, od. Stofsuameis, Nemravon Adjectiven rc.

Partitur, die Übersicht eines Musikstückes, inwelchem alle Stimmen (Partien) eines für mehrereInstrumente oder Singstimmen gesetzten Lonstückeszusammeugeschrieben sind und genau tactwcis untereinander stehen, so daß sich augenblicklich übersehenläßt, was jede einzelne Stimme ansznführen hat.Die P. ist zugleich die vollkommene Ausarbeitungdes Entwurfes eines Toustückss. Aus der P. leitetder Mnsikdirector die Ausführung eines größerenTonstückes. Die formelle Einrichtung einer P. ist!sehr verschieden, doch müssen die Hauptstimmen im-mer einen Platz einuehmen, wo sie gut in die Auge»fallen, damit die Übersicht erleichtert wird, die Baß-stimmen aber müssen als Grundstimmen immer dieletzten Rotensysteme füllen. Meistens sind di- In-strumente nach ihren Chören geordnet, wobei dieeinzelnen Instrumente der Chöre wiederum nachihrer Tonlage gesetzt werden. Den obersten Platznehmen inueuererZeit fast ausnahmslos die Rohr-