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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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D Geschichte. DieStadtP. wurde vouKeltenange--- legt, von denNömernerobert, 183v.Chr.zurColonieD- gemacht u. mit 2000 röm. Bürgern bevölkert u. warE i bald als Handelsplatz wichtig. In den BürgerkriegenK littP. durch dieParteides Antonius, wurde aber durchKaiser Äugustus wieder verschönert und OoloniaI" öulia .^u^usta genannt. Nach dem Untergänge des'' Weftröm. Reiches hieß P. Chrysopolis (Gold-ig stadt). 570 fiel P. an die Langobarden und 590 an-- die Byzantiner; 774 wurde es von Karl d. Gr. er-st obert. Rach dem Tode des Kaisers Otto I. riß sichE P. mit Piacenza vom Reichsverbande los, doch la-7 ge» von da mehrmals beide Städte in blutigein Streit,j Auch die Kämpfe der Gnelfen und Ghibelliuen wü-j theten in P.; während diese P. dem Reiche zu er-halten strebten, trachteten jene es alsTheil deskabri-s moniamNsbridem Römischen Stuhlezuuuterwerse».

s Kaiser Friedrich II. nahm 1245 P., vertrieb die päpst-' liche Partei n. setzte Heinrich Testa als Podesta ein.Diesen schlugen die Päpstlichen unter Hugo San Vi-tale 1247 am Taro und besetzten P., das Volk aberernannte Gherardo Correggio znm Podesta. DerKaiser belagerte nun P. u. baute das Fort Bittoria,des Sieges gewiß, aber1248 wurdeervondenPäpst-( lichen geschlagen. 1326 ergab sich P. dem Papst Jo-hann XXII., der Passerino de la Torre als Statt-halter einsetzte; aber schon 1328 wurde dieser durchMarsilio Nossi u. Azzo Correggio vertrieben und desLetzteren Nesse, Mastino della Scala, machte sich znmHerrn von P. Indes; die Scala wurden wegen ihrerTyrannei gehaßt u. 1341 von den Correggios wiedervertrieben. Azzo u. Guido Correggio herrschten nuni eine Zeitlang in P., aber von Mastino della Scala( u. anderen vertriebenen mächtigen Familien beun-s ruhigt, verkaustenJene im Nov. 1344P. für 60,000s - Goldgulden an Obbizzo III. von Este, welcher es" lü.Oct. 1346 wieder an Luchino Visconti von Mai-s,- land verkaufte. 1365 raffte die Pest 40,000 Men-s s scheu weg. 1403—9 gebot der Usurpator Otto vonTerzi in P. Als Mailand 1499 von Frankreich er-obert wurde, nahm der Römische HosP. u. Piacenza4 als Eigenthum der Kirche, Kaiser Maximilian alsi ReichslehninAnsprnch,Letzterer verzichtete aberlbl l.A lölbnach derSchlacht beiMarignanonöthigteKönigs Franzi, von Frankreich den Papst LeoX., ihm P. n.^ Piacenza als Theile des Herzoglhnms Mailand her«ss auszugeben. Deshalb schloß der Papst mit KaiserKarl V. einen neuen Bund gegen die Franzosen, u.s- nach Vertreibung derselben aus Italien erhielt er1521 wieder P. u. Piacenza. Papst Paul III. erhobbeide zn erblichen Herzogthümern, mit denen er 12.Aug. 1545 seinen natürlichen Sohn Pietro LuigiFarnese belehnte. Dieser Gegner des Kaisers be-drückte den Adel so grausam, daß derselbe ihn 1547, zu Piacenza ermordete. Der kaiserliche Statthalter7 von Mailand, Ferrante Gonzaga, nahm sogleich dasHerzogthum Piacenza in Besitz, P. dagegen wurdevon den päpstlichen Truppen für des ErmordetenSohn, O t t a v i v, besetzt, doch erhielt dieser erst 1550das Herzogthum in sichere» Besitz, da Papst Paul III.dasselbe mildem Kirchenstaate verbinden u. dafür denHerzog mit Camerino entschädigen wollte. 1552 ver-band sich Ottavio mit Heinrich II. von Frankreich,um durch dessen Beistand Piacenza wieder zu erlan-gen. In dem deshalb mit dem Kaiser u. dem Papstausgebrochenen Kriege 1557 von den Spaniern beiPkrers Itmversal-TonversatiooS-keiiloru 6. Allst. XI

St. Quentin besiegt, schloß Ottavio ein Bündnißmit Philipp II., wodurch er Piacenza u. alle besetz-ten Gebiete 1558 znrückerhielt. Ottavios Sohn undNachfolger, Alessandro (1586—1592), einer dergrößten Helden n. Staatsmänner seiner Zeit, befeh-ligte während des größten Lheiles seiner Negierungals Statthalter der Niederlande die spanischen .Lieeregegen die Niederländer u. Franzosen. Seinem"älte>sten Sohne, Ranuccio I., der die HerzogthllmerCastro n. Ronciglione verpfändete, die Künste för-derte, aber tyrannisch und verhaßt war, solgle 1622Odoardo, vermählt mit Margarethe, der Tochterdes Großherzogs Cosimo II. von Toscana, u. des-halb auch ein Bundesgenosse des Hauses Medici u.Frankreichs; er mußte vor den Spaniern fliehen u.wurde erst 1644 durch Vermittlung Frankreichs inP. u. das ihm vom Papste streitig gemachte Castrowieder eingesetzt. Unter seinem Sohne Ranuccio II.(1646—1694) zog der Papst daS verpfändete Castro1649 förmlich ein. Sein Sohn Francesco regiertebis 1727, dessen Bruder Antonio bis 1731, wo er20. Jan. den Mannesstamm beschloß.

Elisabeth, Tochter Odoardos, eines Sohnes desHerzogs Ranuccio II., welche seit 1714 mitKönig Phi-lipp V. von Spanien in zweiter Ehe vermählt war,verschaffte nun im Verein mit dem Minister Alberoni,ihrem ältesten Sohne, Karl, die Anwartschaft aufdie Herzogthllmer P. und Piacenza. Die Mächte,voran der Kaiser, sicherten dies zu n. 1725 bekräftigteLetzterer es nochmals, worauf nach dem Tode desHerzogs Antonio 1731 der Jnfant Karl von Spa-nien Besitz von P. und Piacenza nahm; aber schon1735 wurde infolge der Wiener Friedensprälimi-narien Karl, der 1733 die Hauptkunstwerke von P.mit sich nach Neapel geführt, König beider Sicilienu. P. u. Piacenza wurden an Österreich abgetreten.

BeidieserMachtblieben sie, bis 1745 in dem Öster-reichischen Erbfolgekriege Spanien sie eroberte. Zwargewann sieÖsterreich schon 1746 zurück, trat sie nebstGuastalla aber in dem Frieden zu Aachen 18. Oct.1748 an den spanischen Jnfauten Don Philippals eigenes Herzogtum ab. Sein Minister Dutillot,ein Franzose, hob in P. Kunst und Industrie, be-schränkte die kirchliche Macht, vertrieb die Jesuiten u.der Papst that den Herzog in den Bann. Ihm folgte1765 sein Sohn Ferdinand unter der Vormund-schaft Dutillots, verabschiedete diesen aber nach er-langter Volljährigkeit 1771 u. begab sich unter denEinfluß der Geistlichen, führte auch 1787 die Inqui-sition ein. 1796 wurde P. von den Franzosen besetztu. Ferdinand mußte für 6 Mill. Lire, 20 der bestenGemälde, eine Unmasse von Kriegsmaterial u. -Be-darf rc. den Waffenstillstand vom 9. Mai 1796 erkau-fen, welcher durch Spaniens Vermittlung 5. Nov. ineinen Frieden verwandelt wurde. Im Frieden vonCampo Formio trat er im Oct. 1797 einen mäßigenTheil seiner Staaten an die Cisalpinische Republikab. Dagegen erhielt er 9. Febr. 1801 durch denFrieden von Luneville seine Lande wieder u. 21. März1801 im Madrider Frieden für seinen Sohn Ludwigdas Gcoßherzogthum Toscana als König von Etru-rien, dieser mußte hingegen 1802 seine HerzogthllmerP. und Piacenza an Frankreich ablreten, welches sieadministrirte u. 21. Juli 1805 unter dem 30. Mai1808 befohlenen Namen des Dcp. Taro mit demKönigreich Italien vereinigte; der Herzog Ferdinandt. Band. 9