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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Parlamentär

trete sich nach der Eroberung durch die Engländer einP., welches auch Abgeordnete der Städte in sich auf-nahm n. bald sich in ein Ober- u. Unterhaus spal-tete. MitderKirchenresormation, welcher nur wenigeMitglieder beitraten, wurde jedoch vorzüglich dasbürgerliche Element im P. unterdrückt, namentlichseit Cromwell, da die Katholiken daraus vertriebenwurden. Im Jahre 1800 wurde es mit dem briti-schen P. vereinigt; beide nahmen den Namen Im-poilal xarliamsnb an. Über die jetzige Einrichtungdes englischen P-s s. Großbritannien, S. 525. Nachdem Muster des englischen P-s hat man auch dieNationalrepräsentation anderwärts P.genannt, wennauch nicht amtlich. Über das Deutsche P., die Na-tionalversammlung in Frankfurt a. M. 1848—49,s. Deutschland (Gesch.). Nach dem zuerst in Frank-reich anfgekommenen parlamentarischen Gebrauchenennen sich heute noch die conservative Partei dieRechte.dieliberale, oppositionelle Partei die Linke;indcß hat im neuesten parlamentarischen Leben dieseletztere Bezeichnung der Linken als der oppositionellensich nicht als zutreffend erwiesen. Die Bezeichnung derParteien als Rechte u. Linke ist von der Sitzordnungim P. entnommen, wonach wie im Deutschen Reichs-tage u. in den Einzelstaatcn-Kammern die Conser-vativen rechts, die Liberalen links vom Präsidenten-stuhle od. der Rednerbllhne Plätze nehmen. Lagai.

Parlamentär, im Kriege ein Behufs Anknüpf-ung von Unterhandlungen od. Überbringung sonsti-ger wichtiger Mittheilungen au den feindlichen Be-sehlshaber abgesendeter Offizier, in dessen Begleitungsich gewöhnlich ein Trompeter befindet, der eineweiße Flagge trägt. Nach Kriegsgebrauch sind P-eunverletzlich. Der P. wird von Len feindlichen Vor-posten, meist mit verbundenen Augen, nach demHauptquartier gebracht, od. die Verhandlungen wer-den bei den Vorposten geführt. Daher P-schifs,ein zum Unterhandeln abgeschicktes Schiff, welchesdie weiße P-slagae (s. u. Flagge) führt.

Parlamentarisch, Alles, was sich auf die Thä-tigkeit parlamentarischer u. ähnlicher Versammlun-gen bezieht u. den Grundsätzen, welche sich in BetreffderGeschäftslcitung, Discussion u.der sonstigen Vor-kommnisse in Parlamenten usuell ausgebildet haben,entsprechend. P-eRegierung nennt man diejenigeRegierungsweise, bei welcher der Monarch dem Wil-len der Nation, vertreten durch das Parlament, in-sofern nachgibt, als er seine Rathgeber, die Minister,nur aus der Majorität deS Parlaments nimmt undsonach im Einklang mit diesen, als der von ihm an-erkannten Willensäußerung der Nation, regiert.

Parlamentarismus, nicht nur die Gesammtheitder parlamentarischen Grundsätze, sondern auch daspolitische System, welches das Bestehen einer parla-mentarischen Regierung als erstes Princip aufstellt.Nicht zu verwechseln ist dieses System mit dem Con-stilutionalismus. —

parlainio, Mittelding zwischen gesprochener Redeu. Gesang; zeigt sich in einzelnen Theilen u. in einergauzenArie sowol aus einem Tone allein, als auf melo-disch verbundenen Intervallen; setzt eine großeLeich-tigkeit u. Beweglichkeit der Zunge voraus u. wurdevon jeher in der italienischen oxsrs, bull» als eintreffliches Mittel komischer Wirkung gebraucht. AuchMozart hat diesen Parlandogesaug in seinen Opern(Don Juan, Entführung) verwendet und noch ver-

— Parma.

seinert. Eine Arie, welche durchgängig im ?. gehal-ten ist, nennt man rLris, parlauts.

Parma, 1) ein bis 1860 souveränes Herzogthumin Oberitalien, aus P., Piacenza u. Guastalla be.stehend, zwischen den Staaten von Sardinien, Mo-dena und Toscana; Guastalla bildete eine Enclavezwischen Modena und der Lombardei; 112„, s^jUmit 512,000 Ew.; jetzt in die Provinzen P. undPiacenza gctheilt, ein kleines Gebiet wurde der Prov.Massa-Carrara zugctheilt. 2) Provinz, liegt zwi.scheu den Prov. Cremona, Reggio, Massa-Earrara,Genua u. Piacenza, 3239sHIcm (58,» IHM) mit264,381 Ew. (81 ,s auf 1 sH Icm, in ganz Italiens),umfassend 21 Cantone und 50 Gemeinden. ImS. bis zum Hauptznge des Lignrisch-ToscanischenApennin reichend und Gipfel von über 2000 m ein-schließeud, gehört die Provinz in ihrer nördl. Halsteder Ebene des Po an, der auch die Nordgreuze bil-det u. den Taro n. den P. ausnimmt. Diese Halstetheilt die unerschöpfliche Fruchtbarkeit der Poebene,während im Berglande hauptsächlich die Viehzuchtgedeiht; dabei ist die industrielle Thätigkeit nicht ohneBedeutung. Die Prov. wird von der Oberitalien.Bahn quer durchschnitten. 3) Hauptstadt darin, znbeiden Seiten der P., über welche 3 Brücken sichren,Station der eben genannten Bahn, hat viele unbe-baute Flächen in den nächst den alten Befestigungengelegenen Theilen, bes. aus der linken Seite des P.,wo sich auch der schöne große öffentliche Garten be-findet; außerdem sind auch längs der Befestigungen,die südl. in eine Citadclle auslaufeu, Spaziergängeangebracht. Unter denStraßeu istdieStradaMaeslra,welche die Stadt von O. nach W. durchschneidet, diebemerkenswertheste. Bon Plätzen sind zu nennentPiazza Grande mit dem Stadthaus, dem Palast Po-desteria und dem 1872 ausgestellten Monument de)Correggio u. Piazza di Corte mit dem ehemaligenResidenzschlosse. P. zählt etwa 60 Kirche», darunterdie drcischifsige Kathedrale, im lombard.-romanischenStil aus dem 12. Jahrh., mit Gemälden u. Denk-mälern, Kuppel mit der Himmelfahrt Mariä vonCorreggio, sechsstöckigem, 30 m hohem, marmornemBaptisterium mit Fresken u. zahlreichen Reliesdar-stellungen; die Kirchen S. Giovanni Evangelista, »ntKuppe! u. Fresken von Correggio, Madonna destoSteccata, nach dem Muster der Peterskirche in Rom,mit den Gräbern der Fürsten von P. rc. Unter denübrigen Gebäuden ist besonders der Palazzo destoPilotta merkwürdig durch seine sehenswerlhe» An-tiken (Pabula Prag ans.) u. Gemäldesammlung (vieleCorreggios), sowie seine Bibliothek vou 80 , 00 üVö»<den, 4000 Handschriften und viele Seltenheiten. ImConvento di S. Paolo ein Zimmer mit reizende»Fresken, von Correggio. Die Universität (gestiftet1422 u. 1855 erneuert) hat anatomisches Theater,physikalisches u. naturhistorisches Cabinet, chemischesLaboratorium u. Sternwarte, zählte 1876 —77 nur184 Studenten, früher mehr als das Doppelte; fer-nem königl.Lyceum, Gymnasium, königl. Collegium,technisches Institut, landwirthschaftliche Schule, Se-minar, Musikschule, 3 Theater, äußerst zahlreich!Wohlthäiigkeitsanstalten. Industrie ».HandelHobe»wenig Bedeutung; 45,511 Ew. Zahlreiche Schlösseru. Landhäuser umgeben P., so das Schloß Coloruo,das Jagdschloß Sala mit Schäferei, das LustschloßPalazzo Giardino mit Gärten und schöner Ausstcht-