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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
117
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tzrr großen Menge interessanter u. künstlerisch voll-endeter Denkmäler. Diesem schließen sich an diegleichsalls durch Pracht der Denkmäler ausgezeich-neten Montmartre im N. (ebenfalls mit umfassen-der Aussicht) u. Montparnasse im S., die von St.One» u. Jvry sind für die ärmere Volksklasse be-stimmt. Ein dauernder Play auf dem Kirchhof istsehr kostspielig. Die Gebeine der Masse der Bevöl-kerung werden nach Verlauf von 5 Jahren ausge-graben und in den Katakomben untergebracht, umanderen Platz zu macheu.

Obwol P. keine eigentliche Großindustrie besitzt,so nimmt es eine um so hervorragendere Stelle inBetreff der qualitativen Production ein. Dennochaber soll es hier über 400,000 Arbeiter männlichenu. weiblichen Geschlechts geben. Die Kunst im Hand-werk u. im Gewerbe ist im Großen nirgends so zufinden, als in P. Weltberühmt sind namentlich diesogen. Pariser Artikel der verschiedenen Lnxusfächer.Die Pariser Confectionsgegenstände haben ebenfallsWeltruf n. seine Uhren stehen den Genfern mindestensgleich. Einen Industriezweig von bedeutendem Kunst-werth bilden die Gobelins. Großartig ist die fiscal.Glasmanufactur. In der ebenfalls fiscal. TabaU-maimfactursindl 71800Menschenbeschäftigt. EineHandelsstadt ist P. im eigcntl. Sinne nicht, es treibtaber starken Transithandel und bedeutenden Exportmit den Artikeln seiner Industrie, mit Manufactur-gcgenständcn, Wein, Tabak; es bleibt jedoch der Ex-port weit hinterdemJmportznrück. EineBevolker-ung von 2 Millionen, zu denen ein Fremdenverkehrvon jährlich 200,000 Menschen (ohne die Geschäfts-reisenden, entschließ!, derselben 500,000600,000)hmznkommt, verlangt eine ungeheuere Zufuhr anLebensbedürfnissen. Nach Armand Husson stellt sichder jährliche Consuin an Lebensmitteln in P. sol-

gendermaßen:

Gegenstände desConsums

Aerbri.

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jährlich 1«-I-S -n

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202.3

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l Schlachtfleisch .

118,r

04

176

> Schweinefleisch.Pferde- u. Esel-

22,6

12

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^276,3

149,31

0,41

fleisch .

1,3

0,7

0,13

1

' Geflügel u. Wild-

! prer

23.6

13

34

41,3

22,31

0,06

Fffche u. Austern

27,i

15

40

28,8

15,41

0,04

Letter .

I4,r

8

21

50,t

27.os

0,17

Haie

9,3

6

13

17.9

9,68

0,03

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14,3

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17,05

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Backwrr! .

5,r

3

6

19,o

10,28

0,03

stuSer:c.

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49,3

26,64

0,07

'. Kaffe. Chocolade,

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9,8

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39.s

21.80

0,06

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36

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0,07

ls Gemüse .

395,g

214

585

91,9

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i Gewürze .

23.4

14

38

21.6

10,79

0,03

I Tabal .

2.s

1,6

4,32

38,3

20,69

0,04

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Liter

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390,4

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356.8

192,83

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0,04

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18.M

0.05

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111,7

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0,16

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16,60

0,05

' ^ DerGesammtwerthallcindiescrGegenständeüber-^ ^l^iarden Frcs. Es werden jährlich ge-

I L! Machtet: 160,000 Ochsen, 50,000 Kühe, 180,000

Kälber, IH- Million Hammel, 200,000 Schweine.Großartig ist auch der Börsenverkehr und das Bank-geschäft, n. gehört P. in dieser Hinsicht zu den erstenPlätzen der Welt. Die wichtigsten der wenigen aberum so größeren Bankinstitute Frankreichs haben inP. ihren Sitz, s. Banken S. 620 ff.

DerPariser ist ein intelligenter, lebhafter, fleißigerMensch, der nach vollbrachtem Tagewerk aber auchsein Vergnügen u. seine Zerstreuung beansprucht, u.er findet dieses leicht und ohne große Opfer, dennnirgend in der Welt sind dieVergnügnngen so manich-faltig wie in P.; die frühere Wohlfeilheit des Lebensist jedoch nirgends mehr zu finden. Selten sieht manden Pariser in Unmäßigkeit od. Ausschweifung ver-fallen; dafür ist er zu seinlebig, dafür besitzt er zuvielGeschmack. Das ganze Pariser Volksleben athmetAnstand und Noblesse. Die allgemeine Sittlichkeitin geschlechtlicher Hinsicht steht in P. auf keiner tiefe-ren Stufe, wie in anderen Weltstädten. Im Gegen-theil wird man ihr, trotz dem Grisettcnthnm, einehöhere Stufe einräumen müssen, denn in P. findetman im Allgemeinen nicht die Schamlosigkeit, welchebei einer gewissen Klasse des weiblichen Geschlechtessich anderwärts in so anstößiger Weise breit macht.Daß das eheliche Leben in P., sich in zerrütteterenVerhältnissen befindet, als in anderen großen Städ-ten ist eine nicht bewiesene Behauptung. In denhöheren Ständen ists wie überall, in den mittlerensiehts sogar entschieden besser aus, als anderswo. DerPariser liebt vor Allem sein Theater u. seine Oper.Die Zahl der Theater rc. in P. beträgt etwa 37; diebedeutendsten sind: die bereits erwähnteGroße Oper;sie zählt 2156 Sitze, etwa 250 Mitglieder u. erhältvom Staat eine Subvention von 800,000 FrcS.JhreLeistnngen gehören in jeder Hinsicht zu den vor-züglichsten, wenn sie überhaupt nicht die erste Stelleeinnehmen; das Theatre Franxais, 1380 Sitze,240,000 Frcs. Subvention, ist der Träger der Clas-sicität des franz. Dramas n. im Schau- u. Lustspielunerreicht; die Italienische Oper (Salle Ventadonr).1550Sitze,istdas nobelste derPariserTheatern. duldetkeine Claqnes(s. u. Applandiren), deren sich die anderen,die Große Oper eingeschlossen, nicht erwehren können;die Komische Oper, l500Plätze, 140,OOOFrcs.Sub-vention; Odeon, 1467Plätze, 50,OOOFrcs. Subven-tion, für das höhere Schauspiel; Gymnase Drama-tique, 1050 Plätze, für das mehr bürgerliche Schau-spiel; Vaudeville, 1300 Plätze, fürVandevilleS.Lust-n. Schauspiele; Varietes, 1210 Plätze, für Vaude-villes, Possen und Operetten; Theatre du PalaisRoyal, 950 Plätze, ähnlich wie Varietes, aber mitetwas zweideutigem Charakter; Bonsses Parisiens,700 Plätze, ähnlich wie die Varietes; Theatre de laPorte St. Martin, 1800 Plätze, Dramen und Aus-stattungsstücke; Renaissance, 1500 Plätze, Vaude-villes und Operetten; Theatre du Chatelct, 3352Plätze, Fernen u. Ballet; Gaitetheater(früherTheätreNationalLyriqus), 1800 Plätze, früher mit 100,000Frcs. Subvention, gibt nach Wegfall derselben nurnoch Operetten und Bolksstücke; Theatre Historiqne,1600 Plätze, für historische Dramen; Ambigu-Comiqne, 1200 Plätze, für Dramen, Melodramenn. Feerien; Folies Dramatiqnes, 1260 Plätze, fürVaudevilles, Operetten, Feerien. Die zahlreichenCafe-Chantants nehmen die unterste Stnse derPariser theatralischen Vergnügungen ein, doch haben