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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
110
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HO Parforcejagd Paria.

Wilde ablenken zu lassen) und lant zu felgen. DieDressur der P. ist der der Jagdhunde ähnlich. DenSchluß derselben bildet das, jedoch nicht llberallüblicheTrainiren; d. h. das Einüben der Hunde an einemGeschleppe von frischen Hirschläufen, die ein Jäger zuPferd (Traineur) an einer Leine vor der Mente her-zieht. Zuweilen wird auch ein erlegter Hirsch amEnde des Geschleppes ausgestellt, den dieMente dannverbellen (nicht anpacken) muß. Wtmmcnaucr i,.

Parforcejagd, diejenige Jagdart, wobei dasWild (immer nur 1 Stück) von Hunden (s. Parforcc«Hunde) u. berittenen Jägern so lange laut verfolgt(forcirt) wird, bis es wegen Ermattung sich stellt ».dann in der Regel von dem herbeigeeilten Jagd-herrn od. dem vornehmsten Gaste rc. unter allerleiEeremonien, als Halali-Rufen, Blasen der Jagd-hörner rc. durch einen Schuß in den Kopf oder ge-wöhnlich durch Abfangen mit dem Hirschfänger ge-tödtet, nicht aber wie bei der eigentlichen Hetzjagd(s. Hetzen) von den Hunden nicdergerisscu wird.Schon im Alterthnm von Persern u. Tataren geübt,galt die P., namentlich ausHirsche, auch Sauen (diejedoch mehr gehetzt wurden), seltener auf geringeresWild, im Mittelalter n. bis ins vor. Jahry. als dasedelste Jagdvergnügen; obgleich in verschiedenen Län-dern verschieden ausgebildei,kamdochdieinFrankreichübliche Methode allmählich zu allgemeiner Geltung,weshalb die P. auch Fr anz ö s. Jagd genannt wird.Der große, zu einer völligen Jagdequipage gehörigeAufwand an Personal (außer den höheren Jagdbe-amten mehrere Piqueure, ein Oberpiqneur, Bereiter,Schmied, Sattler, Pferdeknechte, Hnndewärter rc.),an Pferden, Hunden, Jagdnniforinen und sonstigenGerüchen, der zur Ausübung der P. nöthige großeWildstand, die damit verbundene Beschädigung derCrescenz in Feld n. Wald, endlich der steigende Wi.derwille gegen die immerhin grausame Quälerei desWildes, Las oft stundenlang gehetzt werden muß,ließen die P. später mehr u. mehr in Abnahme kom-men; gegenwärtig wird sie noch am meisten in Eng-land, hier aber mehr auf Füchse und Hasen als aufHochwild, betrieben. Wenn eine P. abgehalten wer-den soll, muß vorher ein starker Hirsch rc. hierzu aus-gesucht n. mit dem Leithnnd bestätigt werden. Dannziehen Jäger u. Mente zu dem Platze, wo die Fährteverbrochen ist, der Oberpiqueur löst einige Hunde,um den Hirsch zu lancircn (aufznsprengen), dannwird die Meute (ganz oder nur ein Theil derselben,während die übrigen Hunde zur Ablösung auf Re-lais vertheilt werden) losgelassen, die Jäger folgenderselben od. suchen auf Seitenwegen dem Hirsch zu-vorzukommen (die Jagd zu coupiren). Verlieren dieHunde die Fährte od. nehmen sie Change (d. h. fol-gen sie einem falschen Stück Wild) od. kommt Kopf u.Schwanz der Mente zu weit auseinander, so wird die-selbe gestopft u. der Hirsch nöthigenfalls frisch lancirt.Die verschiedenen Phasen der Jagd werden durch be-sondere Hornsignale vonden Jägern bezeichnet: GuteJagd, wenn die Mente richtig folgt; ia vus, wennsie den Hirsch zu Gesichte bekommt; Halali, wenn ersich stellt; la morb, wenn er abgefangen wirb; Ouröe,wenn er zerwirkt ist und die Hunde ihr Theil vomWildpret zu genießen bekommen. Ist die Jagd mitgutem Erfolge zu Ende geführt, so steckt die ganzeGesellschaft Brüche (grüne Eichen- od. Fichtenreiser)auf die Hüte; die Läufe des Hirsches werden als

Ehrenzeichen an den Jagdherrn u. die vornehmstenJäger vertheilt, die Haut aber mit dem gehörntenKopfe auf einem Pürschwagen od. Pferde (unter demSattel des Jägers, der das Geweih vor sich aufrechthalt) der in geordnetem Zuge reitenden Gesellschaftvoran nach Hause gebracht. Das Fleisch des formtenWildes ist häufig ungenießbar. Wimnmmuer I,.

Parfümerien, 1) Riechstoffe. Sie finden sichseltener im Thierreiche (Moschus, Ambra, Zibeth),als im Pflanzenreiche, des. in den Blütheu u. Blät-tern, seltener in den Früchten u. Stengeln als äthe-rische Öle fs. d.) od. Harze. Sie werden durch De-stillation mit Wasser, Extraction mit Lösungsmitteln,des. Alkohol, oft unter starkem Drucke, Maccrationmit flüssigen od. geschmolzenen Fetten u. Glycerin,Anspressen od. durch Absorption gewonnen, bei welchletzterer dünne Fettschichten die betreffenden Wohl-gcrüche aussauzen. Essenz ist die Lösung eines Par-füms in Weingeist; Bouquet, Eau :c. sind Misch-ungen von Essenzen u. sonstigen Extrakten. UnterLiefen Mischungen hat bes. das Lau äs Oologuo(Kölnisches Wasser) große Verbreitung gefnnsen,welches z.B. durch Vermischen von 2-1 l Weinspni-tus mit 30 siPlsroli pstals, 30 g dleroli bigaraäo,je 60 g Rosmarin- und Bergamottöl und je 15» gOrangenschalen- u. Citronenöldargcstellt wird. Vzl.Askinson, Die P-sabrikation, Wien 1875. 2) DieKunst, die Parfünie n. Essenzen zu gewinnen n. zu mi-schen n.LenP arfümeriewaare nRiech- u.Räncher-pulver, Seifen, Pomaden rc. einznverlcibeu. Par-füm, seiner Wohlgernch; parfümiren, I) wohl-riechend machen, 2) so v. w. Damasciren 1).

Parsit», kleine starke Festung an der Küste desionischen McereS, türk. Bilajet Jauina, gegenüberder Insel Paxo. Früher groß u. beoentend, wehrstsich die Stadt gegen die Türken erfolgreich, schloß sich1101 der Republik Venedig an, nach deren llmer-gang (1707) P. eine französische Besatzung n. späterjreiivillig eine englische ausuahm, nachdem sie AliPascha erfolgreich Widerstand geleistet hatte. DerWunsch, von England cinverleibt zu werden, wurdenicht erfüllt, vielmehr überlieferte England 1817 dt!Stadt an Ali Pascha, infolge dessen die meisten Be-wohner nach Len ionischen Inseln auswauLemu;etwa 5000 Ew. Drmik.

Parsiasit (Min.), bläulichgrüne bis lanchgriiu!Varietät der Hornblende.

Parhelien (gr.), so v. w. Nebensonnen.

pari (ital.), k) die völlige Gleichheit einer Anzahlverschiedener Münzsorten nach ihrem Gehalt au ed-lem Metall. Eine Münze steht über I'., wenn siehöher ansgegeben wird, als ihr Metallwerth ist; imentgegengesetzten Falle ist sie unter 1'. 3) Die Gleich-heit verschiedener Rechnungsmünze» u. der Wcchsel-briese ans verschiedenen Plätzen. Daher P Umrech-nung; sie berechnet die Gleichheit der Rechnuugs-mllnzen unter einander; die Gleichheit des Wechscl-curscs nach dem Anslande; das sog. scharfe k. K.der Preis des Goldes u. Silbers nach dem Wechsil-k. einer auswärtigen Münze; das Verhältuiß derCourszettelzweierWechselplätzezu einem drittenPlah-

(!) Bei Werthpapieren die völlige Gleichheit ihrckWerthes mit der darauf stehenden Summe 'Mali'gelbes, also der Stand zu 100 Procent.

Paria (Meer des süßen Wassers, Trauriger Mm

buscn),Golf des Atlant. Oceans an der NOKüstedtt