Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

Parechesis Parforcehunde.

1CS

Parechests (griech.), Verbindung ähnlich lauten-d,r Wörter, z. B. 6bristns (kkristianorum eaput.

Parecis, Serra dos, Gebirge in der brasilian.Prob. Matlo Grosso, bis 1300 m hoch, bildet mitskiiien südlichen, nach Bolivia hineinreichendeu Aus-lesern einen Theil der Wasserscheide zwischen demSystem des Amazonenstromes u. des Parana.

Paredes de Nova, Stadt in der span. Prov.Pilcncia, am Canal de Campos, Eisenbahnstation;Wollenmannsactnren; 4769 Ew.

Paregmcnon (gr.), Verbindung mehrerer vongleicher Wurzel stammender Wörter, z. B. Lautpllöii puori, puori pnsrilia traotanb.

Parcja, Ina» de, genannt el Esclavo (d. h.der Sklave) od. el Moro, bekannter span. Maler,geb. 1606 zu Sevilla, st. 1670 in Madrid; er warDiener und Schüler des Velasquez, malte trefflichePorträts und historische Bilder von hohem Werthe.Hauptwerke: Die Berusnng des hl. Matthäus (imPrado-Museum zu Madrid); Die H. H. Johannesder Läufer u. Orontius mit der Madonna de Gna-delupe (bei den Rccollecten in Madrid) u. Die LauseChristi (in Sta. Trinidad zu Toledo). Regnet.

Parenchym, parcnchymatisches Gewebe,

s. Gewebe.

parentaüa (lat.), 1) was Eltern, auch Anverwand-te», nach ihrem Tode zu Ehren od. zum Andenkengeschieht, z. B. Todtcnopfer.Leichenbegängniß, Tod-tensest. 2) So v. w. Poraiia. Daher Pareuta-lioii,Rede am Grabe od. im Hause des Verstorbenen.

Parentel (v. latein. ?aronbvla, Sippschaft), imDeutschen Rechte der Inbegriff der Personen, welche'von einem gemeinschaftlichen Stammvater abstam-oien. Die nächste P. ist eine eigene Dejccndenz; nächstihr stehen Vater, Mutter n. die von Liesen mit unsabstammenden Geschwister, Geschwisterkinder re. Einedritte P. würde die Großeltern u. mit ihnen diejeni-gen umfassen, welchen der Großvater gemeinschaft-licher Stammvater ist. Nach Liesen P-en ordnete sichdieErbsolge des Deutschen Rechtes, P-ordnung,indem die Verwandten des Erblassers je nach derNähe der P. zur Erbfolge gerufen wurden, s. u. Erb-recht. Lospeoius parsntoiao, im Römischen Rechtedns Achtungsverhältuiß, in welchem Jemand zu denGeschwistern eines Ascendenlen (z. B. die Nichte zumOheim) steht, was bes. im Ehcrecht als Eyehinder-nist in Betracht kam.

Parenthese (Parenthcsis, gr.),Einschiebung, beiden Alten sowol von Buchstaben als Wörtern, alsSätzen, bei Len Neueren aus die beiden lehren Fällebeschränkt. Ihr Zeichen sind die P -nzeichcn ( ) u.seltener s s, od. Gedankenstriche .... In P.liehen Zwischcngcdanken, welche, ohne den Haupt-gedanken unmittelbar weiterzusühren, eine gelegent-liche genauere Bestimmung oder Erklärung geben.In der Regel steht die P. in der Mitte eines Satzes,boch auch, namentlich bei Citaten, nach seinem Schlüsse.Als rhetorisches Mittel steigert sie Lurch Unterbrech-ung der Rede die Lebhaftigkeit derselben. In derMathematik saßt man durch ( ) Größencomplexe zu-sammen; in den elastischen Texten bezeichnet mandurch f j unechtes, durch ( ) oder < )> vielfach Las inden Handschriften Fehlende. Eberhard.

Parcnzo, Stadl u. Hauptort in dem gleichnam.Bezirke des österreichisch-illyr. Küstenlandes (Istrien),uns einem durch einen schmalen Damm mit dem Fest-

lande verbundenen Felsen im Adriatischen Meere;Sitz des Landtages der Markgrasschaft Istrien, einesBischofs, Kathedrale (eine wohlerhaltene Basilicaaus dem 6. Jahrh., vom Bischof Euphrafins auf denRuinen eines antiken Tempels erbaut, mit schönenMosaiken), städtische Bibliothek, Überreste zweier rö-mischer Tempel u. andere interessante Alterthümer;Hasen, Fischerei, Schifffahrt, Schiffbau, Fisch-, Holz-u. Weinhandel; 1860: 3471 Ew.(Gemeinde6333).Tägliche Dampfschiffverbiiidnng mit Triest und denHasenplätzen Istriens; 1875 liefen in den Hafen ein1424 Schiffe von 154,595 Tonnen. P. hieß bei denRömern Parentium; es erkannte früh die HerrschastVenedigs an n. blieb bei demselben bis zum Unter-gänge dieser Republik. P. war der gewöhnliche ersteHalteplatz der Kreuzfahrer. Vergl. Lohe, Der Domvon P., Berl. 1859. H- Berns.

Parepa-Rosa, Euphrosine, ausgezeichneteSängerin, geb. 1839 in Edinburg, wurde von ihrerMutter, der kenntiiißreicheu, aberziemlich mittellosenWittwc eines walachischen Bojaren ausgebildet; tratschon mit 16 Jahren in Bellinis Nachtwandlerin(Amine) aus die Bühne zu Malta n. verschaffte sichbald durch erfolgreiche Kunstreisen durch Italien,Spanien, Portugal einen bedeutenden Namen. Bon1857 wirkte sie mit Auszeichnung in London, wurdezu den Privatconccrten der königl. Familie gezogenu.verheirathete sich miteinem englischenHauptmaun.Als dieser gestorben, ging sie nach Amerika u. ver-hcirathete sich zum zweitenmal mit dem ViolinspielerKarl Rosa, st. aber schon 21. Jan. 1875 in London.

parore (ital.), schriftliches kaufmännisches Gutach-ten über eine streitige Sache, welche außergerichtlichbeigelegt werden soll, od. über welche die bürgerlichenGesetze keine genaue Bestimmung geben», welche dahernach Handelsgewohnheiten entschieden werden muß.t?. moäioum, so v. w. Visum roportum, ärztlicherBericht über eine Obduction an die Gerichtsbehörde.

Parcrga (gr.), Nebenwerke, Nebenthaten; An-hang; als Buchtitel, mehrere zusammengestellte kleineSchriften od. Bemerkungen; in der Kunst das Bei-werk, die Nebenfiguren od. sonstige Staffage.

psros cunae (lat.), die Vasallen der fränkischenKönige u. in deren Dienste Richter in erster Instanz,des. in Lchnssachen.

Pnrcsts, leichter Grad von Lähmung, lähmnngs-arligc Schwäche.

Paretz, Dorf im Kreise Osthavelland des preuß.Negbez. Potsdam, au der Havel, mit königl. Lust-schloß nebst Park; Lieblingsaufenlhalt Friedrich Wil-helms III.; 340 Ew.

Par kores (sr.), mit Gewalt, gewaltsam.

Parforcehunde, diejenigen Hunde, welche zurParforcejagd (s. d.) abgcrichtet u. gebraucht werden.Sie sind von ähnlicher Gestalt wie die Bracken (sieheJagdhund), Loch meist etwas stärker, gewöhnlichkurz- u. glatt-, mitunter auch rauhaarig, von Farbeweiß, schwarz, gelb, braun, grau od. gefleckt. Dastets eine größere Anzahl P. (eine Meute, 50100u. mehr) zugleich verwendet wird, so müssen diesel-ben daran gewöhnt werden, zusammen (zur Meute)zu halten, sich zwischen Len Pferden führen, ans Zu-l rus od.Hornsignal sich, auch im schnellsten Laufe, auf-! halten (stopfen) zu lassen, überhaupt aus die gegebe-! neu Signale zu hören und insbesondere der Fährte!des angejagten Wildes richtig (ohne sich von anderem