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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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91
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öl

Papst.

selbst, welcher den ersten Bischof von Rom, Petrns,zum Oberhaupt der Kirche einsetzte, von dem sichnun das göttliche Recht des kirchlichen Suprematsmit apostol.Machlvollkommenhcitaufseine Nachfolgervererbt habe. Dieser Glaube fand seine Bestärkungdarin, daß sich hier die apostolische Überlieferung vomFels der Kirche an durch ununterbrochene Bischoss-wcihe erhielt, daß hier die volle Reinheit der Lehre,die Rccktgläubigkeit und ächte Katholicität bewahrtwurde. MitjeuerWillensäußerung, mitdieserThat-sache war der religionshistorische Rechtsgrnnd ge-geben, u. nachdem früh schon Rom zur Entscheidungtheologischer n. kirchlicherFragen angerufen worden,erkannte 343 eine abendländische Synode zu Sardicau. 445 ein Decret Valentinians lll. den Bischof vonRom als Primas n. letzte Instanz der Bischöfe an.

Wol begegnete diese Anerkennung noch manchemWiderspruche, ja der Papst erfuhr in diesem erstenZeiträume des P-thums bis ins 8. Jahrh., d. i. biszum Beginn weltlicher Herrschaft im Kirchenstaateje nach Zeiten u. Umständen, nach der persönlichenGesinnung der geistlichen u. weltlichen Oberhäupterauch manche tiefe Erniedrigung, manchen entschie-denen Widerstand. Die Herrschaft der Ostgothenstellte sich ihm mißachtend gegenüber, und als dasExarchat durch Belisar u. Narses unter die Herrschaftder Oströmer gekommen, war der römische Bischofnichts weiter als Uuterthan des Kaisers, mußte vonihm seine Bestätigung holen, bei dessen Gericht seinRecht nehmen, an ihn Abgaben bezahlen. Aberdar-um verfolgte er doch conscgucut sein Ziel u. scheuteauf der Bahn dahin auch nicht zurück, den anders-gläubigen Kaiser sammt seinem Patriarchen von derjinchengemciuschaft auszuschließen n., als er umsonstgegen die in Italien sich festsetzenden Langobardenbeim Tributherrn Schutz suchte, sich nach einem an-deren Herrn u. Beschützer nmzuschen. Sprach sichhierin schon die Überlegenheit des römischen Bischofsiu kirchlicher Beziehung ans, so begründete sich diese»och tiefer einerseits in dem Zwiespalt der orientali-schen u. occidentalischcn Kirche, durch den sich letztereimmer mehr u. mehr an ihren Verfechter angezogenfühlte u. bald anderseits durch die Consegucnz, mitder Rom jeder das Ansehen seiner Orthodoxie zu er-schüttern geeignet erscheinenden kirchlichen Frage cnt-gegeutrat, n. welche spätere Päpste selbst Len scnii-arianischen Liberins u. den Arianer Felix II. heiligsprechen ließ, durch die Unterwerfung der in Britan-nien, wie in Deutschland u. auch bald in Frankreichdurch seine Missionäre gegründeten Kirche, durch dieAussendnng «.Anerkennung römischer Bicare als Ver-treter des P-es zur Leitung der inneren Angelegen-heiten der Proviuzialkirchen, durch die Erthcilung desPalliums an die Bischöse als Zeichen der Abhängig,keit derselben von Rom. Schon erklärte der P., daßer keinen Richter über sich habe als Gott, u. sprachsich damit frei von jeder Erniedrigung unter eineErdenmacht; die Decretalcnsammlnngen beurkunde-ten es öffentlich, daß das Ansehen des Bischofs vonRom über allen Kirchcngemeinden stehe u. über jederErdenmacht erhaben sei, n. in diesem Sinne nann-ten sich die Päpste im 5. Jahrh. schon kontikox rnaxi-wus, Luinmns pontikex, wie auch die Bezeichnung:apostolischer Stuhl in dieser Periode auskam. DiePäpste dieser Periode, theilweise allerdings nicht hi-storisch beglaubigt, sind:

1) Petrus d. Apost.

44—70

2 ) Linus

—81

3) Cletus od. Anacletus —93

4) Clemens I.

—103

5) Euaristus

—110

6) Alexander I.

—120

7) Sixtus I.

—129

8) Telesphorus

—140

9) Hyginus

—149

10) Pius I.

—154

11 ) Anicetus

—169

12) Soter

—177

13) Eleutherius

—193

14) Victor I.

—202

15) Severiuus

—218

16 ) Calixtus I.

—225

17) Urbanus I.

—234

13) Pontianus

—237

19) Anterus

—240

20) Fabianus

—251

21) Cornelius

—254

22) Lucius I.

—257

23) Stephanus I.

—260

24) Sixtus II.

—261

25) Dionysius

—273

26) Felix I.

—275

27) Eutychiauus

—284

28) Cajns

—296

29) Marcellinus

—304

30) Marcellus I.

—309

31) Eusebius

—311

32) Melchiades (Mil-liades)

—314

SS) Sylvester I.

31) Marcus ^

351 Julius I.

36) Liberins

37) Felix II.

38) Damasus I.

39) Siricius

40) Anastasnts I.

41) Junocenz I.

12) Zosimus

-13) Bonifacius I.

- 1 - 1 ) Cölestinus I.

-15) Sixtus II.

16 ) Leo I. d. Große

-70 47) Hilarius

48) Simpljcius

49) Felix III.

50) Gelasius I.

51) Anastasius II.

52) Symmachus

53) Hornüsdas

54) Johannes I.

55) Felix IV.

56) Bonifacius II.

57) Johannes II.

58) Agapetus I.

59) Sylverius

60) Vigilius

61) Pelagius I.

62) Johannes III.

63) Benedictus I.

64) Pelagius II.

65) Gregor I. d. Gr

66) Sabinianus

67) Bonifacius III.

68) Bonifacius IV.

69) Deodalus I.

70) Bonifacius V.

71) Honvrius I.

72) Severiuus

73) Johannes IV.

74) Theodorns I.

75) Martinus I.

76) Eugenius I.

77) Bitalianus

78) Deodatus II.

79) Domnus I. (Donu:-335^80) Agatho

-337! 81 ) Leo II.

-352! 82) Benedictus II.

—356j83) Johannes V.

—36?!84) Conon—384 85) Sergius I.—393^86) Johannes VI.-402 87) Johannes VII.-417^88) Sisinnius-118 89) Constantinus I.-423^90) Gregor II.

-430 91) Gregor III.-410^92) Zacharias

461—466—483—492—496—493—514—523,—526— 530-—532

—536—537

—560—573—578-—590—604—606—607—615—613—625—633—610—642—643—655—657—672—676s) —673—682—683

— 85—687—68S—69S—704—707—708—714-

— 731—711—752

Der zweite Zeitraum des P-thnms beginnt mitdem Moment, wo sich der P. Stephan II. förmlichvom Byzantinischen Kaiser lossagt u. den von ihmgesalbten Frankenkönig Pipin als Schutzherrn aner-kennt, Herr über Land und Leute wird (s. Kirchen-staat). Bekannte er sich auch in weltlichen Dingenals des Kaisers Vasall und wurde der P. unter denKarolingern nach kaiserlichem Gebote gewählt, so galtdoch der Kaiser in geistlichen Dingen als dem P-eunterworfen u. konnte nur aus seiner Hand die Kroneempfangen. Denn der Ritus römisch-bischöflicherSalbung u. Krönung, der gleich ursprünglich bei derfränkisch-italienischen Königs- u. der römischen Kai-serwnrde eingefnhrt worden, legte den Grund zu demspäterhin von Rom ans behaupteten Rechte, durchsolchen kirchlich-religiösen Act die weltlichen Herrscherin ihrer Würde zu sanctioniren. Was aber das Va-sallenverhältniß des P-es in weltlichen Dingen be-traf, so wußten sich die Päpste unter den Thron-streitigkciten der Karolinger der neuen Oberherrlich-keit zu entziehen, sich stützend auf die seit dem 9. Jahrh.mehr u. mehr ausgeschmückte Erdichtung, daß Con-stantiu d. Gr. bei Verlegung des Kaisersitzes dem P-eSylvester den Besitz der Stadt Rom nebst Italienabgetreten habe, weil ein irdischer Herrscher da keineMacht haben solle, wo der himmlische Herrscher demOberhaupte der Kirche seinen Sitz angewiesen habe.Hand in Hand mit dieser Dichtung der Donatio Oon-stantiui ging die noch wirksamere kirchenrechtlicheBegründung der päpstlichen Herrschaft durch die zwi»