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Papierfabrikation.
nungen über eben so viele, durch ein eingreifendesRad stets in schüttelnder Bewegung erhaltenene Rei-nigungssiebe, durch welche es mit Zurücklassung derKnoten in die zweite Abtheilung der Bütte gelangt,wo es von neuem mit einem Rührer bearbeitet wird.Durch mehre Schieberöfsnungcn gelangt hierauf diePapiermasse in einen Kasten, wo sich schwere Be-standtheile noch absetzen können n. ans demselben ineiner durch zwei Lineale zu rcgulirenden Breite aufdie, ans einem 0,,—1,8g m breiten, 3—4 m langenDrahtgewebe von Messing bestehende endlose Form,welche über viele (44) kleine Walzen weglänft, undwelcher zugleich durch die Lenkstange eines Krnmm-zapfers eine das Verfilzen der Fasern bewirkende,ruckweise rasch hin-u. hergehcndeBewegung ertheiltwird. Das Drahtgewcbe ist glatt, wie bei den Sieb-formen, Las Maschinenpapier ist daher für gewöhn-lich Velinpapier; zur Herstellung gerippten Papiersmuß man nachträglich durch eine besondere Walzedie entsprechenden Linien Hervorrufen. Zu beidenSeiten der endlosen Form laufen mit derselben end-lose Riemen oder Bänder über die Leitnngsrollen,die den Rand der Schöpfformen ersehen; sie werdenbei der Rückkehr durch einen Strahl aus einem Hahnaufspritzcnden Wassers gereinigt. Dieses Wasser ge-langt durch einen Trog und ein Schöpfrad wie-der in die Bütte zurück. Damit gleitet dasDrahtlnchüber einen Behälter, in welchem die Lust durch eineLuftpumpe stark verdünnt ist; durch den auf die Pa-picrniasse wirkenden Luftdruck wird das Wasser ansderselben ausgepreßt. Das consistenter gewordenePapier gelangt nun unter die Entwässerungswalze,wo es für die erste Pressung vorbereitet wird. Einemit einem Tnchstreifen besetzte Leiste streift hierbeidas überflüssige Zeug ab. Die erste od. feuchte (Raß-)Presse besteht ans 2 mitFilz überzogenen kupfernenWalzen, von welchen sich die eine über, die andereunter der endlosen Form befindet, so daß das PapiernebstDrahtgewebe zwischen beiden hindnrchgeht; vondem znrnckkehrendenDrahtgewebe wird cs dann aufeinen über Walzen gehenden endlosen Filz übertra-gen, der es unter einer Preßwalze hindurchführt(zweite sTrocken-s Presse); hierbei bleibt es auf einerSeite noch rauh u. muß daher in umgekehrter Lageauf einen zweiten endlosen Filz übertragen werden,durch den nun die andere Seite an demPreßcylindervorübergefnhrt wird. Das Papier verläßt hieraufLen endlosen Filz wieder, wendet sich über 2 etwa
1 m von einander entfernte kupferne Walzen nach
2 mit Dampf geheizten gußeisernen Trockencylin-dern; nachdem es über einen großen Theil der Ober-fläche der letzteren hingelanfen, erhält es, indem eswieder über endlose Filze läuft, durch Preßwalzendie Glättung erst auf der einen, dann ans der ande-ren Seite. Roch sind gewisse Nebenapparate zu er-wähnen; dahin gehören: Apparate zur Bestimmungder Dicke des Papieres (Pyknometer), zur Regnlir-ung des Zcngznflusses, zur Entfernung gröbererLheilchen, znm Anbringen von Wasserzeichen re.Zum Zerschneiden wurden früher besondere Schneide-maschinen angcwendet; gegenwärtig aber bringt manan der Papiermaschine selbst einen Schncideapparatan, welcher das aus der Maschine kommende Papierdurch Querschnitte mittels eines geraden Messers n.durch Längsschnitte mittels einer sich drehenden,kreisrunden, scharf geschliffenen Scheibe in einzelne
Bogen zerlegt. Außer den Maschinen der oben be-schriebenen Art, welche wegen der der Form erteil-ten schüttelnden Bewegung Schüttelmaschinen(erfunden von Lonis Robert 1798) genannt werden,sind noch die sogen. Cylindermaschinen in Ge-brauch (erfunden von Bramah 1805), bei welchenein hohler, mit Drahtsieb überzogener, horizontalliegender Chlinder von 75—Wem Durchmesser alsendlose Form dient. Diese Maschinen eignen sich bes.für dickere Papiere, liefern aber ein Papier, welchesnach einer Richtung leichter bricht. Endlich hat manauch Papiermaschinen mit endloser, schräg an derBütte vorbeigehender Form constrnirt, auf welchedas Zeug in ähnlicher Weise wie bei den Cylinder-formen aufgegeben wird; überhaupt wurden ver-schiedene Abweichungen von der oben beschriebenenConstruction in Anwendung gebracht. Nach der ge-wöhnlichen Geschwindigkeit der einzelnen Thcile inder Maschine werden in der Minute 9—10,,,m Pa-pier, pro Stunde 810 — 750 ssZm, in 24 Stundenein Bogen von mehr als 2M Länge gefertigt n. da-bei 6—Z Pferdekräste verbraucht, nebst der Betriebs-kraft für 8—10 Holländer zur Erzeugung des Halb-n.GanzzeugcS. Sehr dickes Papier (Doppelpapier)entsteht, wenn inan 2 noch weiche Blätter zwischendcn Preßcylindern vereinigt. In gleicher Weise wirdder Papierschirting durch Znsammenprcssen einesweichen Papierblattes mit leichtem, locker gewebtemBanmwollengewebc erzeugt.
IV. Volleudnngsarbeiten. as.) DasLeimenist unerläßlich beim Schreib- n.Zeichenpapier, wirdaber auch bei festem Packpapier vorgenommen. BeimHandpapier geschieht das Leimen vorzugsweise mitLen fertigenBogen nach beniTrocknen, wogegen dasMaschinenpapier gewöhnlich schon alsGanzzeng ge-leimt wird. Will man aber, wie es in England üb-lich ist, auch bei Maschinenpapier thierischen Leimverwenden, so muß dies mit dein fertigen Papiergeschehen. Der Leim dazu wird gewöhnlich in derMühle resv. Fabrik selbst bereitet; fast jede Fabrikhat dazu einen eigenen Zusatz, welcher als Fabrik-geheimniß betrachtet wird, meist Kartoffelstärkemehln. eine ans Fichtenharz od. Galipot bereitete Seife.Wesentlich ist aber ein entsprechender Alannznsatz,weil er dem Leime die Eigenschaft nimmt, nach de»!einmaligen Anstrocknen durch kaltes Wasser wiederweich u. klebrig zu werden. Ein guter Arbeiter laimtäglich 50,OOOBogen leimen. L) Das Glätten ge-schieht theils durch Calander, welche unmittelbar mitder Papiermaschine in Verbindung gebracht siud od.durch L-atinirwerke. Dann wird das Papier zusaui-mcngelegt n. gefalzt; die rauhen Ränder werde» be-schnitten n. zwar in Buch, damit die Ränder der in-neren Bogen des Buches nicht vorstchen, das Ma-schinenpapier auch wol nachträglich in Rieß auf be-sonderen Beschneidemaschinen. Endlich wird dasPapier sortirt, nach Buchen, Rießen oder Ballenabgezählt u. gepackt.
V. Zur Verfertigung des durch u. durch gefärb-ten Papiers wird das Ganzzeng im Holländer oderin der Werkbütte gefärbt; auch (bes. früher) verwen-det man farbige Lumpen. Znm Färben des Zeugesbenutzt man entweder pnlverförmige, mit Wasserangerllhrte, unlösliche Farbstoffe, z. B. Ultramarinzu Blau, Chromgelb od. Ocker für Gelb, Eisenoxydsür Nothbraun, Krapplack zu feinem Roth rc.; oder