Papierfabrikation.
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zimmern (Ausleserinnen) oder Kindern verrichtet;eine geübte Arbeiterin kann täglich 50—75 stx Ha-dern sortiren. 6) Demnächst werden die Lnmpenzerschnitten. Früher wurde diese Arbeit mit derHand verrichtet, jetzt meist auf Lu mpenschnei-dern. Diese Maschine besteht ans einer rotircndcngußeisernen Trommel mit 2—3 in sehr steilen Spi-ralen gestellten Messern, die dicht an einem festenMesser Vorbeigehen. Durch ein Tuch ohne Endewerden die ans demselben ausgebreiteten Lnmpenden Messern zngcslihrt. EinArbciter schneidet in 12Stunden etwa 30 Clr. bei 3—1 Pfcrdekrästen Krast-gcbrauch. v) Die Hadern wurden schon beim Sor-tiren von groben Unreinlichkeiten u. fremden Kör-pern befreit und werden nun zunächst trocken durchSieben aus verschieden eingerichteten Sieb- (Ll»n-penreinignngs-, Ansstänbe-) Maschinen ansge-stänbt. Häufig dient hierzu eine fcstliegends ko-nische, 1^—Im lange Siebtrommel, in der sich eineam Umfange mit eisernen Spitzen versehene Holz-trommcl dreht, welche die Lumpen hernmwirst undden Staub abschlittclt, der thcilweise Lurch das Siebfällt, thcilweise durch ein Gebläse forlgcblascn wird(Lumpciuvols). Die feineren Hadern werden auchnoch gewaschen u. zuweilen schonjetzt gebleicht. ZumWaschen benutzt man auch Waschmaschinen, z. B.eine um eine horizontale Achse rotircnde Siebtrom-mel, die mit ihrem unteren Ende im Wasser geht u.in deren Innern die Lumpen durch Hervorraguugenim Wasserhermngeworfcn n. durchgearbeitet werden.Das Waschen erfolgt entweder nur in reinem Wasser,oder besser in alkalischen Laugen (Kalkmilch, bei denfeinsten Lumpen eine Auslösung von Soda n. Pott-asche) u. dann in frischem Wasser; od. man weicht dieLumpen in schwacher Aetzung ein und läßt in einerhölzernen Butte 2—3 Stunden laug Wasscrdämpfevon 120—125° 0. aus die Lumpen wirken n. trock-net diese nach dem Erkalten. Häufig werden dieLumpen auch in verschlossenen eisernen Gesäßen (Lum-penkocher) mit Langen durch gespannte Dämpfe ge-kocht. Die Lumpenkocher sind meist entweder festste-hende od. rotircnde Cylindcr. Beim sehr wirksamenDonkinschen Kocher rotirt ein durchlöcherter zu Z mitLumpen gefüllter, in einem feststehenden Dampf-cyliuder. Zuweilen erfolgt das Waschen auch vordem Zerschneiden.
II. Verwandlung der Lumpen in Halb- u.Ganzzeng. A) Das Faulen ode rMaceriren.Früher wurden die Lumpen 7—8 Tage in Wassereingeweicht, um sie durch die dabei eintretende fauleGährung zu mürben. Statt dessen wendet man jetztdas oben erwähnte Kochen mit Langen an, wobeiman weniger Abgang hat n. die Masse zugleich zumBleichen vorbereitet. L) Darstellung des Halb-zeugs. Man hat zwei verschiedene Arten von Ge-schirren, d.h. Maschinen zur Zerkleinerung der Lnm-pen und-Halbzeug: a) Das deutsche Geschirr(Stampfgeschirr, Hammcrgejchirr, Hammerstock) istdas ältere; es ist eine Art Stanipsmnhle mit Hämmern n. besteht ans einem, horizontal auf mehrenLagerbalken (Zangen) liegenden großen Löcherbanme(Grubcnstock) mit 3—5 Stanipslöchcrn, deren Bo-den je eine eiserne Platte (Blatt) bildet; in jedesLoch fallen vier Stampfen, große, hölzerne Hämmer,ans deren Grundfläche sich Lrn eiserne Stainpflcilcbefinden. Anfflicßendcs reines Wasser sühn die
Unreinigkeiten durch einen durchlöcherten und vorjedem Loch mit einem Haarsieb versehenen Schieber(Kas, Scheibe, Schcibenstock) ab. Die Bearbeit-ung Lauert 8 bis 12 Stunden. Dann schöpst mandie jetzt Halbzeug bildende Masse mit einem kleinenhölzernen Eimer (Leerbecher) in Vas größere Leerfaß;wird das Halbzeug nicht gleich weiter verarbeitet, sokommt cs in Las Zeughaus (FLulnngsort, Fäu-lnngsgewölbe), wo es durch Gährung (Fänlniß,Maccration) mürber wird, d) Das jetzt gebräuch-lichste holländische Geschirr (Holländer, Halb-zeugholländer, Halbholländcr, Stofjmnhle) bestehtaus dem länglich runden HollLuderkasten(Bock), ausHolz, Stein od. gewöhnlich ans Eisen, 2,g—3,^wlang, 1,4—1,9 m breit, 0,^—0„g m tief. Der Bo-den desselben ist meist ans Holz und mit Bleiplattenbekleidet. Eine Längenscheidewand, die 0,-,—0,« invon jedem Ende des Kastens entfernt bleibt, stehtmeistens etwas seitlich von der Mittellinie des Ka-stens. Die breitere der so gebildeten Abtheilnngenenthält die sog. Holländerwalze, die um eine hori-zontale Achse rolirt. Sie ist entweder massiv aus Ei-chenholz od. hohl aus Gußeisen u. am Umfange mit38—10Messern von 7—20 mm Dicke besetzt. DieseMesser slreisen an entsprechenden 7—12 Messern, dieam Boden des Kastens befestigt sind, circa Kreisumschließend, vorbei, welche das Grundwert, das imKropf od. Sattel liegt, bilden. Der Boden des Ka-stens ist vom Kropf nach beiden Seiten hin abgedacht,übrigens horizontal; vor dem Kropfe befindet sichder Sandfang, eine ca. 13 em breite, mit Draht-gitter bedeckte Bodenvertiefung. Die Walze desHolländers liegt, höher und niedriger stellbar, aufzwei an den langen Seitenwanden des Kastens an-gebrachten Hebeln u. macht 120—220 Umdrehungenin der Minute, wodurch, da sie bis zu H ihres Durch-messers in das mir den Lumpen eingetragene Wasserim Kasten cintancht, das Wasser mit den Lumpen inBewegung kommt und diese von den Messern zer-schnitten werden. Damit nichts verspritzt, ist die Hol-länderwalze mit einer hölzernen Haube (Verschlag)bedeckt. So lange im Holländer noch ein Waschenerfolgensoll,fließtsrischesWasserzn n.das schmutzigefließt durch eine mit einem dichten Siebe (Scheibe,Wajchscheibe) bedeckte Öffnung in der Haube ad.Auch wendet man znm Abfluß besondere rotircndeDrahlsiebe in der 2. Äbtheilnng des Holländersan, die beim Waschen niedergelassen werden. EineFüllung des Kastens (Holläuderleere) von 75 KZLnmpen ist nach 3 Stunden in Halbzeug verwan-delt. Das holländische Geschirr liefert aber ein kurz-saseriges Zeug, daher minder festes Papier, glcich-wol ist cs, da es weniger Raum und Anlagekosmiverlangt, jetzt fast allgemein geworden. 0) DasBleichen des Halbzeuges. Wenn nicht schon dieLumpen gebleicht wurden, wird das Bleichen mitdem Halbzeuge vorgenommen, wodurch man selbstans farbigen Lnmpen, des. bei vorhergegangenemK ochen derselben mit Lange, blendend weißes Papiererhält. Alan bleicht mit Ehlorgas, Chlorwasscr od.Lhlorkalllösung; dochdarfdieEinwirkungdcsChlorsnicht zu stark n. anhaltend sein, auch muß nach demBleichen das Chlor n. die ans ihm gebildete Salz-säure durch Answaschen (Dechlorisiren) entfernt wer-den: sonst wird die Faser zu stark angegriffen Il.dasPapicr schlecht u. brüchig. Das Auswaschen ersolgt