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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Pcmthai Pantheismus.

konischen Ursprungs, südwestlich von Sicilien, halb-wegs Afrika, zurProv. Trapani gehörig, 150 sfZlcm( 2,7 HjM) mit 7011 Ew., die einen halb arabischen,halb italienischen Dialekt sprechen. Die Insel erhebtsich bis 710 m, hat viele heiße Quellen und ist inLe» Thälern sehr fruchtbar (Südfrüchte, Baum«wollerc.). Dergleichnam.Hauptortander NWKllstemit 2500 Ew. treib! lebhaften Handel und hat eineCitadclle, in der eine italienische Lerbrechercolonieuntergebracht ist.

Panthai (Paust), der Name der mohammedani-schen Einwohner der südchinesischen BinnenprovinzJunnan, welche sich 1863 gegen die chinesische Ne-gierung erhoben und unter dem Sultan Snleimanselbständig machten, bis 1873 dieser Herrschaft mitder Eiimahme von Talisn dnrch die Chinesen einEnde gemacht wurde. Ein großer Theil von ihnenwurde dabei vernichtet. Die Ansiedelung der P. inJiinnan datirt schon seit dem 13. Jahrh.; ihreHer-knnft und die Ursachen ihrer Niederlassung daselbstsind noch nicht aufgeklärt.

Pantheismus (griech., von pan. das All, undtlioos, Gott), die Ansicht, welche Gott n. das All derDinge od. die Welt dem Sein nach für identisch, alsoGott nicht für ein persönliches, außerwclilichcs undselbständiges Wese» erklärt. Das Wort P. ist seitAnfang des 18. Jahrh. in Aufnahme gekommen (n.zwarvonJ.Toland ss. d.f zuerst gebraucht worden),während man jene Ansicht früher als Atheismus bc-zeichnctc. Die Veranlassung panlheistischer Denk-weise kann religiöser Arr sein, wenn die Ableitungdes Ursprunges aller Dinge ans Gott die Welt alseine Selbstdarstellnng Gottes erscheinen läßt und soliegt eine panlhcisiische Wellansicht, wenn auch mehrin phantasirender, als begriffsmäßiger Form, man-chenRcligionen des Orients, namenllichden indischen,zu Grunde; ebenso nähern sich ihr manche Formendes religiösen Mysticismus (s. d.). In spekulativerForm trat der P. zuerst unter den Griechen in dereleatischen Schule ans, namentlich bei Parmcnides(s. d.). Der P.der Stoiker macht vorzugsweise denBegriff der das Weltall durchdringenden göttlichenKraft geltend, als deren Theil u. Äußerungen sie diedie einzelnen Dinge belebenden n. gestaltenden Kräfteansahen. Die hervorragendsten Vertreter des P. imAlterthmn waren die Ncnplatoniker; ihre Lehre istder erste Versuch, die bestimmte Reihen- u. Stufen-folge der Gestalten nachznwcisen, in welchen das Ab-solute, das Eine, sich selbst darstellt und allmählichdurch Ausströmung (Emanation) in die concreteMannigfaltigkeit der sichtbaren Natnrwelt übergeht.Während im Mittelalter die Herrschaft des christlichenDogmas pantheistische Vorstellungsartcn nicht anf-kounnen ließ, n. nur bei Scotns Erigena, Amalri-cus von Beua n. David von Dinantcine Hinneigungzn einer solchen Denkweise sich findet, trat der P. indem wissenschaftlichen Gährnngsprocesse der zweitenHälfte des 15. und des 16. Jahrh. in verschiedenenFormen am bestimmtesten unter Benutzung aristote-lischer Begriffe (Substanz, Möglichkeit u. Wirklich-keit, Materie n. Form, wirkende Ursache u. Zweck-Ursache) bei Giordano Bruno (s. d.)hervor, nachdcsscnAnsicht alle diese Unterschiede in der Anschauung desEinen Urprincips, welches Alles ist u. Alles wirkt,verschwinden, ohne daß er daS Wie der Entfaltungder unendlichen Mannigfaltigkeit der Erscheinungen

aus dem Einen Urprincip genau Nachweisen konnte.Der konsequenteste u. nüchternste Berrreter des P. istBarnch Spinoza, der, gestützt auf den cartesiani-schen Begriff der Substanz, streng beweisen zu kön-nen glaubte, daß es nur eine unendliche Substanzmit einer unendlichen Menge von Attributen gebe,deren Modifikationen (Bestimmungen) und Deter-minationen (Beschränkungen) die einzelnen Dingeseien, welche in den beiden Gebieten derAttribute derAusdehnung u. des Denkens, d. h. der Körper- uGeisterwelt der menschlichen Auffassung zugänglichsind, so daß die beiden Begriffe der Substanz undGottes einander gleich gesetzt, die Modifikation dercrsteren zugleich für Modifikationen der letzteren er-klärt werden und Gott gleich der Gcsammthcit dieserModifikationen ist. Der Spinozismns kann alsder Typus aller späteren pantheistischen Systemeangesehen werden. Im 17. und 18. Jahrhundertbegnügte man sich meistenthcils damit, diese Lehre znignorircn od. als atheistisch zn verwerfen. Erst alsLcssing auf Spinoza hingcwicsen hatte und dnrchKant n. Fichte in Deutschland eine idealistische Denk-weise znr Herrschaft gelangt war, kam der P. wiederin Aufnahme. Scheüing erklärte die Fichteschc Ab-leitung der Welt ans dem Ich n. die Art, wie Spi-noza das Ich als eine Modifikation der Substanzanfgesaßt hat, für gleich berechtigt n. suchte die Voll-endung der Philosophie in einer pantheistischen An-sicht, welche beide entgegengesetzte Richtungen in sichvereinigen sollte. Während der P. Schillings imÄrnuLe sich damit begnügte, zn versichern, daß dasAbsolute sich in die mannigfaltigen Erscheinungen der'Natur n. des Geistes auscinanderlegc (differenzire),manifestire, potenzire :c., versuchte Hegel dieseSelbstdarstellnng des Absoluten oder der Idee alseinen nothwendigen, Schritt für Schritt dnrch im-manente Dialektiklbedingten, Proceß darznstellen, sodaß, während schon Schilling von einem WerbenGottes gesprochen hatte, die Erhebung des Göttlichenvom Unbewußten zum Bewußtsein n. znr Persön-lichkeit selbst der Ausdruck n. die Vollendung diesesimmanenten Processes fei. Die Entscheidung überdie wissenschaftliche Berechtigung des P., den manhäufig mehr von außen, als von innen heraus mitGründen bestritten hat, welche sich auf seine ver-meintlich nachthciligen Conseqncnzen in Beziehungauf ethische Bedürfnisse und religiöse Glaubenssätzestützten, hängt durchaus mit den allgemeinsten meta-physischen Fragen zusammen, unter denen eine derallerersten die ist, ob zwingende Gründe zn der Be-hauptung vorhanden sind, daß Alles, was ist, nurEins ist, od. ob jeder Versuch, sich über die Ursachenu. Gesetze der gegebenen Erschcinnngswclt Rechen-schaft zn geben,zn derAnnahmccinerVielheitdessen,was ist. nvthigt. Inder BcantwortnngdicscrFraaeliegt eine Grenzscheide der metaphysischen Systeme,welche sich schon im Alterthnme Nachweisen läßt u.welche in neuerer Zeit z. B. die Systeme Leibniz'u.Herbarts von derpanthcistischcnWcliansichtstrengabscheidet. Die eigentliche Natnrsorschnng hat anspantheistischen Systemen niemals den geringsten Ge-winn ziehen können. Vcrgl. E. Böhmer, Vs pan-tlwismi nominis oriAins, usn st nobions, Halle1851; F. W. Richter, Über P. Leipz. 1811; H-mann, Der moderne P., Leipzig 1815; von Scha-den, Der Gegensatz des theistischen n. pancheistijchen