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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
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d2 Palmyraholz —

O. nach W. Nach dem Falle Seleukias wurde derHandel P-s seit Ende des 2. Jahrh. n. Chr. nochblühender; noch mehr hob sich die Stadt seitdemOdeuatns infolge der Dienste, die er den Römerngegen Len Perserkönig Sapsr I. geleistet, 260 vonKaiser Gallienns als König des PalmyrenischenReiches anerkannt wurde. Dieses Reich ging vonder Gegend nm Dainascns nordöstlich bis an denEuphrat. Odcnatns wurde 267 ermordet und ihmfolgte sein Wittwe Zcnobia, unter der das Reichden Höhepunkt seiner Macht, kurze Zeit daraufaber auch sein Ende erreichte. Sic eroberte Ägyp-ten ».Mesopotamien u. erweiterte ihreHerrschast inRSyrien n. in einem Striche von Kleinasien u. be-günstigte in hohem Maste griechisch-römische Cnltnrund des. elastische Baukunst, die hier die letzte Phaseihres Glanzes erlebte. 273 wurde sie vom KaiserAurelian bei Höms besiegt, P. belagert, erobert undzerstört. Jnstinian stellte P. zum Lheil wieder her,744 aber litt es durch die Saracenen u. 1089 durchErdbeben. Seitdem verlautet kaum noch etwas vonder Stadt u. erst seit 1678 wurde ihr Dasein wiedervon Europäern u. zwar Engländern der Factorci inAleppo zuerst wieder ans Licht gezogen. Unter denüberaus großartigen n. prachtvollen Ruinen zeichnensich des. die eines Sonnentcmpels ans, von LessenDoppelcolonnade noch 93 Säulen aufrecht stehen; in-nerhalb des Hofes liegt das ans 50 Hütten bestehendeBedninendorf Tadmor; ferner die große Säulenreihe,welche einst die Stadt in einer Länge von 1135 indnrchschnitt n. etwa 750 (nach And. gar 1500) Säu-len von 17 nr zählte, von denen sehr aber nur noch141 aufrecht stehen. Merkwürdig sind auch die zahl-reichen, in der Nähe befindlichen, etwa 30 in hohenThürme, die als Erbbegräbnisse dienten. Vgl. Woodu. Dawkins in: ll'irs rnins ok lUalmz ra, Lond. 1753,sranz., Par. 1812; Ritter, Erdkunde, Thl. 14, Berl.1851; St. Martin, Hrstorrs äs 1?., Par. 1823;Bernoville, Dixzonrs en sUaliry'röns, Par. 1868;M. v. Thielmann, Streiszüge im Kaukasus, in Per-sien n. in der Asiat. Türkei, Lpz. 1875; Seist, Rei-sen in der Asiat. Türkei, ebd. 1875; Aädekers Pa-lästina u. Syrien von Sociu, ebd. 1875. Schroot.

Palmyvahülz, Zcbraholz, Holz von Uorassusllabsklildrinis.

Palnihrapalme ist Lorasgns üahellikormia.

Palinznkker, Jaggery, Zucker, welcher im raffi-nirten Zustande dem raffinirten Rohrzucker vollkom-men gleicht, wie dieser Vcrwendnng findet n. ans demSafte verschiedener Palmen: vonArsiiAü. s-roolnrrl-ksrn, des. ans Len Sundainseln, Oooos nueikbra n..Uorassus tinbsllikorinii;, in Ceylon Lnrzoin ursns(dem Kittulbaume), die für zuckcrrcicher, als die Co-cospalme, gehalten wird, lUiosnix ailvostris (an derCoromandelkllste). Der Zucker der letzteren, llal-lonb genannt, u. die bei seiner Bereitung erhalteneMelasse werden in Calcntta nach europ. Naffina-tionsmethoden gereinigt. Die Bereitung geschiehtmeist durch ein sehr primitives Eindampfen n. Kry-stallisirenlassen des ähnlich wie beim Palmwein ge-wonnenen Saftes. P. bietet sür gewisse Völker einenbedeutenden Handelsartikel u. die jetzige Productionwird ans 220,000,000 Pfund engl, geschätzt. Die!Melasse, welche infolge eines Gehaltes an Cumarin!einen angenehmen Beigeschmack hat, wird in denTropen gern genossen. f

Paludan-Müller.

Palo, 1) Stadt in der ital. Prov. Bari; 11,960betriebsame Ew. 2) Flecken in der ital. Prov. Rom,am Tyrhenischen Meer, altes Castell, Trümmer desalten Alsium; 3844 Ew.

Paloczcn (vom »ngar. palovas, Feldbcwohner),Magyaren, welche sich in der Aussprache des Un-garischen von den anderen Magyaren eigcnlhümlichunterscheiden; leben meist im Heveser und BorsoderComitat. Vgl. Knmanien.

Palomino I) Bclasco, Don Antonio, be-rühmter span. Maler, geb. 1653 in Bnjalance beiCordova, st. 13. April I 725 in Madrid. Er bildetesich, nachdem er zuerst humanistischen Studien abge-legen unter Valdes und malte in Madrid, wohin er1678 gekommen, in dcrHirschgalerie LeSPrado seineFreSken ans dem Lebe» der Psyche. Zehn Jahrespäter ward er Hofmaler n. 1797 ging er nach Va-lencia, wo er die Fresken in San Inan del Mercadomalte. Er schr.: IN lunavv pioioi'iooz'vsoala Option,Madr. 1715—24, 3 Bde. (Anwcisnngen znni Rialenu. Notizen über das Leben der berühmten spanischenMaler beschreibend). Regnet.

Palos, Stadt in der span. Prov. Hnelva (An-dalnsienl, an der Ria de P., in die der Tinto mün-det, mit 1145 Ew.; war ehedem ein guter Hafenplatz,von deni ans Colnmbus 3. Ang. 1492 seine Ent-deckungsreise nach Amerika antrat.

Palöta, Marktflecken im Ungar. Comitate Vesz-prim, Station der Ungar. Weslbahn (Stnhlweißen-burg-Klein-Czell); altes Schloß, Acker-, Obst- undWeinbau, Vieh- u. Geflügelzucht; 1869; 5536 Ew.Hier 998 Schlacht zwischen Stephan, Herzog von Un-garn, u. dem Empörer Knppa. Das Schloß, sonstdem Matthias Corvinns gehörig, war ehedem einestarke Festung gegen die Türken.

Paloung (Palann), s. Sittang.

Palpabel (lat.), greifbar, tastbar; Palpation,Betasten, Befühlen.

k>alpsbra (lat.), Augenlid, s. Auge, S. 351.

Palpen (Zool.), so v. w. Taster, s. Jnsectcn.

paluilsmentum (lat.), Obergewalt», Aiantel, aufder rechten Schulter mitSchnalle od. Heftel befestigt;bcs. weiter, weißer od. rothcr Kriegsinautel, welchenbes. die römischen Feldherren trugen.

Paludan-Müller, 1) Caspar Peter, dän.Historiker, geb. 25. Jan. 1805 in Kjerteminde; seit1872 Professor der Geschichte in Kopenhagen (früherRector einer Schule); schr.: Oroveiw I?oiäs, Kopenh.1853—54, 2 Bde.; lio korsts IronAor akäon oläon-bor^slcs glnoxt, ebd. 1874, n. verschiedene Abhand-lungen. 2) Frederik, bedeutender dän. Dichter,Bruder des Vor., geb.7.Fcbr. 1809 in Kjcrtcmindc;stndirte seit 1828 in Kopenhagen u. widmete sich derPoesie; 1830—40 machte er eine Reise Lurch Deutsch-land, Frankreich, die Schweiz n. Italien u. lebte seitseiner Rückkehr in Kopenhagen; gest. das. 27. Dec.1876. Er schrieb: Aänm Homo (sein Hauptwerk,episch-didaktisch-satirisch), 1841 s.; zahlreiche erzäh-lende Gedichte, z. B.: Danässrinäon, 1833; die spä-teren in christlich-asketischer Tendenz, z. B.: Imkt-slcipporsn Atlioiston, 1853; mehrere Dramenn. dramatische Gedichte, z. B.: Aanor o^ Psz-ebo;Xjnerli^Ireä vsällollvt rc.; auch viel Lyrisches; derRoman: Ivnr I,zücsto. 1866ff., ist wenig gelungen.Gesammelte Schriften werden wahrscheinlich balderscheinen.