Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47

Paläste —

so zahlreicher sind dagegen die Paläste der Nenais-fsance Berühmt sind die Paläste Pilti, Strozzi, Riocardi in Florenz, Piccolomini, Spanocchi in Siena,Barberini, Farnese u. a. in Rom; die größten Pa-läste sind der Vaticanischc P. in Rom, der Winter-palast in Petersburg, die Tnilerien und das Louvrein Paris. Ewerb-ck.

Paläste, Längenmaß in Athen — 0,„„ m.

Palästina, d. i. eigentlich LasLandder Philister(Philistäa, hebr. Pelescheth), bei den Griechen undRömern das Land, ursprünglich Kanaan, GelobtesLand od. Land der Verheißung (weil sein Besitz vonJehovah dem Abraham für seine Nachkommen ver-heißen war), das Heilige Land ('llsrra saneba, weiles das Land der Geburt, des Wirkens, Leidensund Sterbens Christi war), unter den späteren Rö-merii Judäa oder Jüdisches Land (früher nur einTheil davon); es war der südl. Theil der SyrischenKüste, zwischen 52" bis 54(" östl. L., 31° bis 33H°nördl. Br.; es grenzte im W. an das Mittelmeer,im N. an Phönikisn n.Syrien, im O. an dieSyri-sche Wüste, zunächst an das Land der Amoriter, imS. an das Gebiet der arabischen Amalekiter, Eüo-mitcr u. Moabiter u. begriff einen Flächenraum vonetwa 465 HjM. DieZayl derBewohner wnrbe sehrverschieden, von 2^ bis 5 Mill. angegeben. Offen-bar sind aber diese Angaben, auch die elftere, starkübertrieben; heute wohnen aus dem Areal des altenP. höchstens 650,000 Menschen. (Geographischesj. u. Syrien.)

In der ältesten Zeit hießen die Einwohner von P.Chetiter, Semiten, die Baal und Astarte verehrten.Zu Abrahams Zeit noch Nomaden , trieben sie spä-ter Handel, Gewerbe u. Schifffahrt u. standen untermehreren Stammsürstcn. Von Babylonien, Ägyp-ten rc. ans machte man vergebliche Versuche, P. dau-ernd zu unterwerfen. Zur Zeit des Einzugs derIsraeliten, nachdem die Amoriter die größte Rolle indie Hand genommen, waren 31 Völkerschaften hier,darunter die Kanaaniter, Sidonier, Chetiter, Jebu-siter, Girgesiter, Siniter, Arvaditer, Zemariter rc.,unter besonderen Fürsten. Die Israeliten führtenmehreren Jahre einen Vertilguugskrieg mit ihnen u.Josua unterwarf um 1250 v. Chr. P., worauf erdas Land unter die 12 Stämme feines Volkes ver-theilte, zwischen welchen jedoch zahlreiche Reste deralten Bewohner lebten, s. Hebräer (Gesch.). Erstunter David wurden auch die Philister unterworfen.853 theilte sich P. in die Reiche Juda und Israel.Im nachexilischen Zeitalter, während der persischenOberherrschaft, wardasLand in kleinere Kreise, überwelche Vorsteher gesetzt waren, zur Zeit Jesu in zweidurch den Jordan getrennte Theile getheilt: Lasdiesseiti ge P.zerfiel indreiThcile, nördl.Galiläa,in der Mitte Samaria (in dem alten Erbtheile vonEphraim n. Halb-Manasse) und südl. Judäa (waseinst die Stämme Juda, Simeon, Benjamin undDan besessen hatten). Zur Zeit Christi zerfiel Judäain Judäa u. Jduniäa, die Jdumäer erlangten unterHerodes dem Großen die herrschende Stellung in P.Jenseit des Jordans war Peräa, getheilt inNord- u. Südperäa; hier waren zu Jesu Zeit fünfProvinzen (Gaulonitis, Trachonitis, Auranitis(Hauranf, Batanäa u. Jturäa). Im 4. Jahrh. n.Ehr., nachdem durch Trajans Heere L.radia pstraoaerobert u. dazu geschlagen war, theilte mau P. in a)

Palatinal.

?. prima, den größten nördl.Theil des altenJudäa,das ganze Philisterland und Samaria; Hauptstadt:Cäsarea; b) k. sooanfia, das alte Galiläa, vorzüg-lich die Gegenden um den See Genezareth, sowoldie West- als Ostseite; Hauptstadt: Skythopolis; o)?. tsrtia (?. valutaris), der kleine südl. Theil Ju-däas, in welchem Bersaba im Gebirge lag, der sichzugleich über die ganze südl. wüste Gegend bis andie Spitze des arabischen Busens ausdehnte, so vielauf dieser Seite einst zum Pcträischen Reiche gehörthatte; Hauptstadt war noch jetzt Petra. 395 fiel P.dem oströmischen Reiche zu; 636 aber eroberte es dergroße Khalif Omar. Unter islamitischem Joche bliebes, bis 1099 die Kreuzfahrer es entnahmen, denencs 1187 wieder verloren ging. Nun stritten sichChristen u. Saracenen ohne Unterlaß um den Besitzvon P. 1517 riß es Selim l. an Las osmanischeReich, 1799 fiel Napoleon in P. ein, 1832 nahm esder ägyptische Pascha ein, aber seit 1841 liegt eswieder unter türkischem Scepter, schwer bedrückt u.mißhandelt. Vgl. Robinson, P. u. die südl. angren-zenden Länder, Halle 1841, 3 Bde., n. A. 1856;Osborn, kalsstins past anfi prsasnt, Lond. 1859;Guerin, Lssoription AsoAraplligus, äistorigus starolrsoIoAgus cko la Par. 1868 ff., 5 Bde.;Wilson, Mrs läufig ok tirs dibls.Edinb. 1874,2 Bde.;Hergt, Geogr. des Gelobten Landes, Lpz. 1876; Pie-rotti, Ual?<rlsstillsanei;nns st mofierus, Par. 1876.Vgl.anchdieLit.zn Jerusalem (Stadt). lG-sch.iKleinsch.

Palästra (gr.), der Theil des Gymnasiums, wodie Übungen im Ringen angestellt wurden. DaherPalästrik, Ringknnst, Gymnastik, Fechtkunst.

Palatin (Palatinus), im Allgemeinen Jeder, derznm kaiferl. Hoflager (Ualatium)alsHof-od. Staats-beamter gehörte; im Byzantinischen Reiche ein hoherFiuanzbeamter; im Mittelalter dann die Vornehmendes Reichs, unter welchen der tloinss skalatiuus(Pfalzgras) eine höhere Stellung einnahm. InFrankreich trugen die Grafen von Champagne undBearn, weil sie das Recht hatten, in ihren PalästenRecht zu sprechen, auch den Titel P. In Polen warP. der Titel der Statthalter. In Ungarn war P.(eoinss rna^Qus, Großgraf, ungar. ül-rM llrfispan)der vornehmste Magnat, von den Ständen aus viervon dem Könige vorgeschlagenen Magnaten als Stell-vertreter des Königs u. Vermittler zwischen ihm u.dem Volke gewählt; er präsivirte der Septemviral-tafel. Nur der Erzbischof von Gran stand im Rangeüber ihm. Durch die politische Organisation vom10. Jan. 1853 wurde die Würde des P. staatsrecht-lich aufgehoben. Lagai.

Palatina bibliotlieoa, 1) eine von Augustus in einerSäulenhalle aus dem Palatin angelegte Bibliothek.2) Die Pfälzer (Heidelberger) Bibliothek.

Palatinal (üalabiusbuz), im Mittelalter dasGebiet der Oomibos Uulatiui (Pfalzgrafen), welchezu und nach der Zeit der Karolinger an den Höfen(kalatia) der fränkischen Könige die Stelle einesObcrrichtcrs bekleideten. Erst später wurden dieseÄmter, so wie die Besitzungen bei denselben, erblich,der Name verschwand u. blieb nur einigen Strichen,wie Nalatiuatus afi lUiouum. die eigentliche Pfalz;U. Lavarias (i?. gupsrior), Pfalz-Bayern; l?. 1u-ksrior, Unterpfalz (Kurpfalz), an beiden Seiten des,Rheins; N. Uoodorgueus, das jetzt zu Bayern ge-hörige Herzogthum Pfalz-Neuburg; l?. Laxvuiaa