30
Paccaimristcn —
wurde deshalb vom Kaiser im Januar 1814 nachUzbs verbannt, -lach Napoleons Sturz mit demPapst nach Rom znrückgekehrt, begleitete er denselbenauf der Flucht vor Murat 22.Marz 1815 nach Ge-nua u. kehrte 7. Juni mit ihm zurück, wurde Mit-glied der Congregation für die Missionsangelegeu-heiten Chinas, der Congregation zur Aufstellungeines Systems für den Universitälsunterricht n. derCommission zur Untersuchung der Finanzen desKirchenstaates. Unter Leo XII. legte er 1824 seineStelle als Camerlengo nieder, wurde 1830 Bischofvon Ostia u. Velletri, beschäftigte sich später bes. mitSammlung von Materialien zu einer Geschichte despäpstlichen Hofes seit der Französischen Revolutionund starb als Decan des heiligen Collcgs und Se-crelär der Inquisition rc. 19. April 1844 in Rom.Er schr.: Nomoris istoricüs äsl ministorio äi eineviaftKi in IN-aiivia s äslia, onttivitn nsl Castro äi8nn-0arlo. 2. A., Nom 1830, 3 Bde., n. A. Or-vieto 1843 (deutsch, Angsb. 1831 f., 2. A. 1835);k^otwis snl korto^nlio, Rom 1835; üolarioue äslviaKAio äi kapa Nio VII., ebd. 1836; Gesammt-ausgabe seiner Werke, deutsch, Angsb. 1831—34,6 Bbe. Älciilschmidt.'
Paccanaristen (auch Baccanaristen), die ver-einigten Mitglieder zweier religiöser Gesellschaftenzum Zwecke der Erneuerung des aufgehobenen Je-suitenordens; die eine, gestiftet 1794 bei Löwen vondem Exjesuiten Charles de Broglie, Abbe de Tour-nely n. Abbe Pey unter dem Namen einer Gesell-schaft des heiligen Herzens(Oon§roAation äusaerö eoonr), mit Hilfe des Abtes Beck u. des Ka-nonikus Binder in Lauterhofen (Oberpfalz) nachDeutschland verbreitet und in Göggingen bei Augs-burg anfgenommen, durch die Franzosen nach Passann. von da nachNendorf bciWien (1796) vertrieben,unter dem Schutz des Cardinais Atigazzi und derErzherzogin Marianne nach Hagenbrnnn verpflanztu. in Prag mit einer neuen Anstalt verschen(l798).Die andere Genossenschaft gründete Nicolans Pac-canäri in Verbindung mit Exjesnitcn unter demNamen einerGesellschaft des Glaubens in derNähe von Spoleto. Beide Congregationcn wurden18. April 1799 in Wien unter dem letzteren Namenvereinigt, in Dillingen, Cremona, Este initHänsern,in England, Holland und Frankreich mit Colonieubegabt und 1800 in Nom anfgenommen, gerietheuaber mit den alten in Rußland 1801 wieder erstan-denen Jesuiten wegen der Vereinigung in Streit u.traten nach u. nach bis 1814 sämmtlich zu den Je-suiten zurück. Wfflcr?
Pacchino , Flecken in der ital. Prov. Siracusa(Sicilien) beim Vorgebirge Passero, kleiner Hafen,bedeutender Viehmarkt, Thunfischcrei; 6452 Ew.
Pacchionischc Granulationen, kleine, steck-nadel- bis erbsengroße, rundliche Körperchen, diebes. zu beiden Seiten des Längsblutleiters des Ge-hirns sich vorfinden und Bindegewebswucherungender Spinnenwebenhaut sind. Nmsänglichere HansenP-r G. beobachtet man beiPersonen,dic an häufigemBlutandrange zum Kopfe gelitten haben, bei Irrenu. s. w., doch auch bei ganz Gesunden. Kunze.
Pace (engl.), so v.w.Schritt, als Maß—2Feetoder 0,g Meter.
paosm (lat., denFrieden, von pnx), 1) ^.xnnsvsi,welches der kathol. Priester nach der Messe den Dia-
St. Pachomius.
concn od. dem Volke mit den Worten: äomini
vobisoum, zum Küssen reicht. 2) Eine su.ernc od.vergoldete ONünze inii den. Bilde eines Heiligen od.des Heilandes, welche an das Paternoster gehängtwird. 3) Der Backenstrcich, welchen der firmendeBischof ertheilt. 4) IN schlagen, die Betglockezieben.
Pacentro, Flecken in der ital. Prov. Aqnila;Fabrik vonKupferschmiedewaaren,Weberei, Leiden-zncht, Ol- u. Weinbau; 4832 Ew.
Pacetti, C aniillo, ital. Bildhanern.Prof. anderAkademie zu Mailand, geb. um 1760 in Rom, st.1826 in Mailand, wo ihm die Akademie, an die erans Canovas Empfehlung kam, ein Denkmal errich-ten ließ. Die Plastik daselbst verdankt P. viel, wieer denndnrch seine colossaleMinerva (in der Brera),die beiden Victorien n. die Friescompositionen amF-riedensbogen daselbst, seinen Ganymed mit demAdler Jupiters n. seine Kolossalstatue des schlafen-den Apollo (Modell) treffliche Muster höherer Knnst-anfsassnng gab. Regnet.
Pachncamac, der Weltenschöpfer, eine hervor-ragende Gottheit der alten Peruaner (s. Peru). Ihmstand ein prachtvoller, viel besuchter Tempel, südöstl.von Lima, auf einer Anhöhe am Meer, von demnoch Ruinen erhalten sind. Denselben Namen füh- -ren die nahe gelegenen Reste einer Stadt.
Pachc, Jean Nicolas, franz. Revolutionär,geb. 1746 in Paris, siedelte, nachdem er einige ZeitLehrer beim Marschall Castrics gewesen war, nachder Schweiz, kehrte aber in der Revolution zurückn. wurde alsGirondist 3.Oct. 1792 Kriegsmiuister;aber seiner Partei verdächtig n. dem Berge auhän-gend, wurde er schon 2. Febr. 1793 entlassen. DieBergpartei setzte seine Ernennung zum Maire von -Paris durch, und nun suchte er sich au den Giron- ^disten zu rächen, deren Sturz er auch hcrbeiführlc.1794 verlor er seine Stelle. Robespierre war eifer-süchtig auf sein Ansehen, dennoch konnte man keineSchuld auf ihn bringen, selbst als er später mehrereMale gefährlicher Umtriebe n. des Handelns im In-teresse der Bourbons augeklagt wnroe. 1797 zog ersich auf sein Gut bei Charleville zurück und starb 18. ''November 1823. Heimc-Am Nhyn.' s
Pachino, so v. w. Pacchino.
paobira Nrtbi. (Oarolinsn, lfiun. lil.), Pflanzen-galt, ans der Fam. der iilalrneono-Lumdaoono;Arten in SAmerika, wichtig IN aguntica. Aiabk. s(wilder Cacaobanm), deren junge Blätter u. Blllthenals Gemüse genossen werden wie auch die kastanien-großen Samen. k
Pachomcter (v.Gr.), Instrument, um die Dicke (eines belegten Spiegelglases zu messen. i
St. PachomlUs, Gründer des Klosterwesens,geb. NM 292 n. Chr. in der Thebais in Ägypten; sals Soldat unter Constantin d. Gr. zum Christen- lthnm bekehrt, ging er als Einsiedler in die Thcbaijche sWüste u. gründete 330 auf der Nilinsel Tabenna ein iCvnobinm, worin er früher einzeln lebendeAnacho- sreten zu einem gemeinsamen Leben nach bestimmtenRcgeln vereinigte. Auch ein Frauenkloster gründete ier für seine Schwester am Rilnfer nicht weit von l>Tabenna. P. st. 348 auf Tabenna. Tag der 3. Mai. äDie alte Regel des P. ist nicht mehr bekannt u. die Ajetzt ihm noch zugeschriebeneu Regeln bei L. Holsten rNn. Gazäus sind spätere Erweiterungen. Vgl. Man- IN