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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Ottingcr — Otto.

Mer des Innern. Da er auch als Minister seineStellung zwischen den Paiteien fcsthielt, so warenveidc gegen ihn, jo das; er 1838 seine Entlassungnahm, auch ans deni StaatSraihe trat u. nur dasKronobernhofmeisteramc u. seine» Sitz ini Reichs-ralhe behielt. Ta er hier 1840 ans dem ständischenRecht der srcien Disposition über Kassenüberschüssebestand, so kam er darüber mit dem Minister v. Abelin der Kammer in Streit. (Bgl. Abel n. Wallerstcin,Beiträge zur ncnesteNjGelchichlebayerischerZnstände,Sintis 1840.) Ende 1843 u. Anfang 1844 besorgteer außerordentliche diplomatische Missionen in Bezugans die griechische Angelegenheit in Paris n. London;184S—47 ging er wieder als außerordentlicher Ge-sandter nach Paris n. nahm dann an den Kanlmer-verhandlnngcn als Vicepräsident bei den Reichs-rächen wieder thätigen Anthcil. Am 29. Nov. 1847wurde er Vkinister des Äußern, trat aber bereits11. März 1848 zurück n. nahm wieder seinen Platzim Reichsrathc; durch seine entschiedene Oppositiongegen die Regierung im Sinne der FrankfurterRcichsverfassnng sah er sich indessen bald ganz isolirt,gab sein Amt als Kroiiobersthofmeister ans n. schiedans dem Neichsrathe aus, worauf er in die ZweiteKammer gewählt wurde, in der er in früherer Weisemit ausgezeichnetem Talent zu wirken fortsnhr, bisihn seine zerrütteten Vermögeusverhältnisse 1862zwangen, auch dieses Mandat nicderznlegen n. nachlängerer Schuldhaft in der Nähe von Luzern ein Asylzn suchen, wo er 22. Juni 1870 starb. Laz-ü.

Öttinger, Eduard Maria, Schriftsteller,geb. 19. Nov. 1808 inBreslau als der jüngste Sohnisraelitischer Eltern; trat bald zur Römisch-katholi-schen Kirche über, ging nach abjolvirtem Gymnasialcursus nach Wien, widmete sich dort den schönenWissenschaften n. war drei Jahre lang Mitarbeiteran Bäuerles Thcatcrzeitnng. 1829 gab er in BerlinLas humoristisch-satirische Blatt Enlenspiegel her-aus; nach Unterdrückung desselben die Zeitschrift Fi-garo, die er bis 1836 sortsiihrte; ferner nach kurzemAufenthalt in Frankreich , Belgien und Holland, inHamburg den Argus, worauf er 1838 »ach Wienznrückkehrtc. Bon hier, wie bald darauf ans Mün-chen, wo er drei Monate lang LaS sarkastische Tage-blatt: Das schwarze Gespenst heranSgab, ansgewie-sen, wandte er sich nach Mannheim, dann nach Leip-zig, und gab dort den Charivari und den Narren-Almanach heraus. 1852 — 53 lebte Ö. in Parisund Brussel, kehrte dann, als ihm der Versuch, inWien eine bibliothekarische Anstellung zn gewinnen,mißlang, nachLeipzig zurück, um sich endlich dauernd inBlasewitz bei Dresden niederznlasscn, wo er 26.Juni1872 starb. Von seinen bibliographischen und bio-graphischen Arbeiten sind besonders hervorznhcben:Llonitönr ckos Dates (1866 ff.) und LibIMrapIiisbioArapliigno universelle (Brüssel 1854 ss.). Beidewerden fortgesetzt von Hugo Schramm-Macdonaldin Dresden. Seine Romane, Novellen u. Satirenumfassen 33 Werke, welche zum größten Thcil infremde Sprachen übersetzt sind. Schramm nennt Ö.eine compiicirtc Natur n. zählt ihn zn den encykto-PäLischantodidaktischen Kopsen. O-s Geist war pris-matisch gespalten in die farbigen Lichtstrahlen des Es-prit. NnrManlwürfevonkrit. Blick konntcnihn frivol,Finsterlinge ihn gottlos, Pedanten ihn oberflächlichnennen. Mit der Davidsschlcnder des Knaben Spot:

bekämpfte er den Niesen Hochmnth; dem Ringennach Licht galt sein Leben; sein Hippogryph berührtedie Erde nur mit leichten Hnfsihlägen, weil er vonPol zn Pol flog. Beyer.

Lttumchan, Stadtim Kreise Grottkaudespreuß.Regbez. Oppeln, an der Neiße, Station der Ober-schlesischen Eisenbahn; Schloß; Fabrikationvonland-wirthschaftlichcnMaschinen, Wassermühlen mitKno-chenmehlsabrikation; 1875:3484Ew.— Dabei dasgleichnain. Gut, mit dein 1818 W. v. Humboldt do-tirt wurde. — O. soll gegen Ende des 12. Jahrh.von dem Bischof Jaroslaw gegründet sein u. erhielt1369 Stadtrechte. Hier 11. Jan. 1741 Gefecht zwi-schen Österreichern und Preußen.

Lttmcr, Karl Theodor, Architekt tl. Maler,geb. 19. Juni 1800 in Brannschweig, gcst. 22.Äug.1843 in Berlin; bildete sich von 1812—19 am Ca-rolinum in Brannschweig, dann von 1822 an inBerlin, wo er das Königstädtische Theater und dieSingakademie baute, ging 1827 nach Italien und

1829 nach Brannschweig zurück und erhielt daselbstdie Stelle eines Herzog!. Hofbanmeisters, nachdemer bas abgebrannte Residcnzschloß neu anfgebanthatte. Bon seinen weiteren Bauten wären zü nen-nen, das Theater und Casino in Meiningen, dasTheater im Schlosse zn Wolfenbüttel u. die Kasernein Brannschweig. Während seines ersten Aufenthaltsin Italien trieb er auch fleißig Malerei. Er gab her-aus: Architektonische Mittheilnngcn, Brannschweig

1830 ff. Regnet.

Otto (Odo). I. Negierende Fürsten.

Deutschs Könige und Kaiser. 1) O. I., derGroße, Sohn des deutschen Königs Heinrich I.n. seiner zweiten Gemahlin Mathilde, geb. 22. Nov.912; wurde, ungeachtet der Ansprüche seines älterenBruders Thankmar, schon bei Lebzeiten seines Va-ters znm deutschen König gewählt und nach dessenTode vom Erzbischof von Mainz 936 in Aachen ge-krönt. Er hatte 937 Kämpfe gegen die Ungarn unddie Söhne des Herzogs Arnulf von Bayern zu be-stehen, ebenso gegen denHcrzog Eberhard von Fran-ken, welcher von seinen Brüdern Thankmar u. Hein-rich, von seinem Schwager Giselbert von Lothringenu. von Frankreich unterstützt wurde, doch besiegte erseine Widersacher bei Birthen, 939, worauf er dieLänder der Besiegten, zur Vermehrung seiner Haus-macht, an seine Verwandten verlieh. 941 besiegteer seinen Bruder Heinrich, der ihm nach Thron undLeben trachtete, abermals u. dieser wurde von nunan sein treuester Anhänger. 950 unterwarf er nachvierzehnjährigem Kampfe den Herzog Boleslaw vonBöhmen n. belehnte 961 Hermann Billnng, seinenFcldhanptmann in diesem Kriege, mit dem Herzog-Ihnm Sachsen n. mit der Lausitz, wo er die Slave»besiegt hatte; auch bezwang er die Slavcn an derOder u. Spree u. nöthigte 965 den Däncnkonig Ha-rald VIII. Blanzahn sein Land als deutsches Lehnzn nehmen. Zur Befestigung der deutschen Machtließ er unter den unterworfenen heidnischen Völkerndas Christenthnm verbreiten u. gründete bei ihnenviele Bisthümer. Unter ihm stand das Reich aufeiner ehrfnrchtgebietenden Höhe. Voll Kraft u. Aus-dauer herrschte er, wie Wenige zum Herrschen ge-boren; strenge u. gerecht war sein Gericht. 951 zoger, ganz im Geiste seiner Zeit handelnd, nach Ita-lien, wo er König Berengar II. besiegte u. mit der