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Mascara — Maschinenlehre.
Mascara, 1) so v. w. Tlemsen. 2) Stadt imöstl. Theile der französisch-algerischen Prov. Oran,südöstl. der Stadt Oran, im Gebirge; war ehemalsHauptstadt der Prov. Tlemsen u. längere Zeit Resi-denz Abd-el-Kaders, Hauptstadt des gleichnam. Ar-rondissements (40,000 Ew.); liegt in der fruchtbarenEbene von Eghrcs, hat Festung, Citadellc, großeMagazine, bedeutenden Handel; 9200 Ew. 1835wurde es von den Franzosen eingeäschert.
Mascarenhas (Mascarenische Inseln), vulkani-sche Inselgruppe im Indischen Ocean, östlich vonMadagaskar (Afrika), unter 20"—22° s. Br., genanntnach ihrem Eindecker, dem Portugiesen Mascaren-has (1506); dazu gehören die französische Insel LaReunion (Bourbon, zeitweise auch Jsle Bonapartegenannt) n. die beiden, den Engländern gehörendenInseln Mauritius (Jsle de France) u. Rodriguez.Die M. wurden von den Franzosen seit 1642 colo-nisirt; 1810 nahmen die Briten die ihnen jetzt ge-hörenden Inseln in Besitz u. erhielten sie 1814 ver-tragsmäßig abgetreten.
lVIsscaron (sranz.), in der Architektur fratzenhafteFiguren, bes. an Thürmen rc.
Ma-scha-allah (arab.), wie es Gott will; Aus-ruf der Orientalen in Asien, um ihre Verwunderungauszudrücken.
Maschado, Bai u. Stadt an derselben auf derInsel Andjuan (Comoren); ist der Sitz eines Sul-tans, dem früher die Comoren unterworfen waren,hat einen Hasen u. ist Landungsplatz für Ostindien-fahrer; 3000 Ew.
Maschine (v. gr. nach Neuleaux eine
Verbindung widerstandsfähiger Körper, welche so ein-gerichtet ist, daß sie mittels ihrer mechanische Natnr-kräste geuöthigt werden können, unter bestimmten Be-wegungen zu wirken. Rühlmann klassificirt die M-n(Allgemeine Maschinenlehre, Braunschw. 1862) wiefolgt: I.M-nzumMessenu.Zählen(Uhren, Umlauf-,Hub-,Schrittzähler, Zeug-, Wasser-,Windmeß-M-n,Registrir-M-n,Wagenrc.). II. M-n zur Verrichtungnützlicher mechanischer Arbeiten: a)KraftausnehmendeM-n(Kraft-M-u): 1. M-u zur Aufnahme von Mus-kelkräften (Hebel, Göpel, Treträder rc.); 2. M-u zurAufnahme von Elementarkräftcn (Wasser-, Wind-räder, Dampf-, Gas-, Luft-M-n rc.). d) Trans-missions- u. Regulirungs-M-n: 1. M-n, wobei dieArt der Bewegung dieselbe bleibt (Gestänge, Hebel,Kegel, Kolben, Seile, Ketten, Rollen, Räder-werke rc.); 2. M-n, wobei die Art der Bewegunggeändert wird (Balancier», Kurbel-, Lenk-, Zahn-stangen, Gesperre, Schrauben rc.); 3. M-n zur Re-gulirung der Bewegung (Gegengewichte, Bremsen,Schwungräder, Regulatoren rc.). e) Trans-port-(») und Fabrikations.M-n (fl) (Arbeits-M-n): a. 1. Transp ort-M- n für feste Körper (Krahne,Winden, Auszüge, Fuhrwerke, Dampfschiffe rc.,Drillsäe-M-n rc.); «. 2. Transport-M n für flüs-sige Körper (Pumpen, Wasserschrauben rc., Gebläse,Sauger rc.). fl. 1. M-n zur Veränderung der An-ordnung der Thcile eüics Körpers (Hämmer, Walz-werke, Nagelpressen, Wirk-M-n, Spinn-M-u,Pflügerc.); fl.2. M-n, wobei gleichartige Körper eineTrennung ihrerTheile erfahren (Drehbänke, Hobel-M-n, Mahl-M-n, Häcksel-M-n rc.); fl. 3. M-n, umungleichartige Körperzu trennen (Siebzeuge, Dresch-M-n, Wasch-M-n, Butter-M-n rc.); fl.4. M-n, um
getrennte Körper zu verbinden (Web-M-n, Näh-M-n, Druck-M-n, Stöpsel-M-n rc.). Bei ci„erM. kommt cs an auf eine hinreichende Stärke dereinzelnen Theile, aus zweckentsprechende Gestalt „ndBewegung derselben, ferner auf eine geringe Ab-nutzung beim Betrieb, auf möglichst geringen Mate-rialaufwand u. leichte u. billige Ausführbarkeit, sowieauf eine leichte, gefahrlose Aufstellung u. Überwach-ung der M. während ihrer Thatigkeit. Das Maßder Kraftwirkung wird aber nicht bloß durch dieGröße der Kraft, sondern auch Lurch die Geschwin-digkeit bestimmt, mit welcher dieselbe wirkt, od. durchden Weg, auf welchem sie in einer gewissen Zeit dieihrem Wirken entgegcntretenden Widerstände über-windet. Die überwundenen Widerstände sind nunaber theils solche, in deren Überwindung eben dieeigentliche Arbeit u. Aufgabe, der Zweck der M. be-steht (nützliche Widerstände), theils solche, welche beider Thätigkcit der M. durch Reibung, Stöße rc. un-vermeidlich sich einstellcn (schädliche Widerstände).Die dem Motor innewohnende mechanische Leistungist der absolute Effect; schon in der Kraft-M. gehtein Theil dieses Effectes verloren; der Theil desabsoluten Effectes, welchen die Kraft-M. auf dieTransmission überträgt, heißt der Nutzeffect; wennman den Rutzefsect durch den absoluten dividirt, sofindet man den Wirkungsgrad der Kraft-M. DerNutzeffekt ist nun die Leistung, welche verwendet wirdzur Überwindung der Widerstände dessen, was die-sem Effect entgegenstrebt, z. B. der Schwere einessortzubewegenden Körpers, des Zusammenhangesder zu trennenden Theile, wozu auch die Reibungder einzelnen M-ntheile gerechnet werden muß. Wiees nun nützliche (Nutzlast) u. schädliche (Nebenlast)Widerstände gibt, so gibt es auch eine Nutzleistungund eine Nebenleistung für die Arbcits-M.; ersierewird bei Überwindung der nützlichen, letztere beiÜberwindung der schädlichen Widerstände aufgewen-det; ersiere bildet den eigentlichen Arbeitseffect derganzen M.; die Summe ans Arbeitseffect u. Neben-effect aber gibt den Totaleffect, u. der Arbeitseffect,dividirt durch den Totaleffect, gibt den Wirkungs-grad der Arbeits-M. Sowol die Arbeits-M. alsdie Kraft-M. ist um so vollkommener, je mehr schihr Wirkungsgrad der Zahl 1 nähert. Meseler.
Maschinen-Ingenieure, s. u. Ingenieure.
Maschinenlehre umfaßt, als Ganzes der Ma-schinenwissenschaft od. praktischen Mechanik betrach-tet, folgende Haupttheile: 1 ) Allgemeine oder be-schreibende M., worin die vorhandenen Maschinenbeschreibend u. übersichtlich in ihren wichtigsten Ver-tretern dargestellt werden. 2) Maschinenbau- oderConstrnctionslehre, welche lehrt, wie man die vor-handenen Materialien zurHerstellungvon Maschinenverwendet und ihnen für den beabsichtigten Zweck,namentlich mit Rücksicht auf Herstelluirg u. die nöthigeFestigkeit, geeignete Formen gibt. 3) Theoretische >M. behandelt die Maschine mit Rücksicht auf die vor-theilhafteste Verwerthung der thätigen Kräfte, er-örtert also namentlich diejenigen Maschinen, welchezunächst die bewegenden Kräfte (Wasser, Dampf,Wind rc.) aufnehmcn. 4) Kinematik oder Getriebe-lehre betrachtet die Ortsveränderungen od. Bahnen,welche die einzelnen Punkte der Maschine beschreibenmüssen vermöge der eingeführten Verbindungen.Als spccielle M. werden Zweige der allgemeinen;