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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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Martiguy — Martin.

zen Cabinels, Heranziehung gemäßigter constitntio-iicll gesinnter Männer in die Verwaltung großesPerdienst erworben. Indessen schon im Juli unter-lag seine Bcrmittclungspolitik u. mußte das CabinetM. dem Ministerinin Polignac Platz machen. M.trat in die Depntirtcnkammer zurück u. hielt cs mitder Opposition. Nach der Jnlircvolntion blieb er inder Kammer, nahm seinen Platz ans der äußerstenRechten u. vsrthcidigte im Dec. 1830 die MinisterKarls X.; 1831 zog er sich ans dem politischen Le-ben zurück u. st. 3. Äpril 1832 in Paris. Von sei-nen Schriften sei erwähnt: Lssai trist, snr In rövo-Intion ä'Lspaxno et snr I'intervoirtion äs 1823,Paris 1832, 3 Bde. Vgl. Drndct, I-s ministsrs äsllons. äs LI., Par. 1875.

Martigny (deutsch Martinach), 1) M. la Ville,Städtchen im Bez. M. des Schweizcrkantons Wallis,an der Dranse, Station der schweizer. Simplonbahn;schöne Hauptkirche St. Maria mit vielen eingemancr-tcn römischen Inschriften, Gewerbeschule) ein ur-sprünglich römischer Aquäduct (später restaurirt), derden Ort mit Trinkwasser versorgt, guter Weinbau;1100 Ew. Unmittelbar über dem Ort auf steilerFelsenwand die Ruinen des Schlosses La Batiaz.M. ist das uralte Oetoäurnm oder Visus Vera-grornm der Römer, war vom 4.-6. Jahrh. Resi-denz der Bischöfe von Wallis n. ist gegenwärtig eindurch einen bedeutenden Verkehr von Reisenden imSommer lebhaftes Städtchen. 3) M. le Bonrg,schöngebautcr Flecken n. Hauptort des Bez.; 1200 Ew.JnderNähe wächst ein vorzüglicher Wein (Coguem-

pey n.laMarque, schon denRömern bekannt). H-Bcrns.

Ptarti stucs, Lc (das alte Xvntieorüm stnAimm),StadtimArr.Aixdesfranz.Dep.Bonches-dn-Rhvne,am Ursprung des Kanals, welcher den Strandsee vonBerre mit dem von Carole, Bouc n. dem Meere ver-bindet, ans drei kleinen, durch Brücken verbundenenInseln erbaut; Eisenbahnstation; hydographischcSchule, Salzsiedereien, Fabrikation von Soda, Öl,Cbemikalien und Hüten, Schiffbau, Eisengießerei,Brainitwcinbrcnnerci,ansehnl. HandelmitgesalzenenFischen,Hafen; 1872:5998E. (Gcm. 8053 ).H ^ernZ.

Martin, Connlies iin nordam.llnionsgeb. Dar-unter: I) in Indiana, 38° n. Br., 86" w.L.; 11,103Ew. Hauptort: Dover Hill; 2) in NCarolina, 36"n. L., 77" w. L. 9647 Ew. Hanptort: Williamston.

Martin tMartinus), Name, bedeutet angeblichder streitbare Held, der Tapfere. I. Papst e. 1) S t.M. I., gcb. in Todi, war erst Apocrisiarins in Con-stantinopel u. wurde 649 Papst (der 75.), er hieltdas erste Lateranconcil gegen die Monothelcte», dergriechische Kaiser aber ließ ihn deshalb 653 gefangennehmen u. nach Naxos transportiren, von da wurderr 654 nach Constantinopel gebracht u. hier im März655 zur Verbannung nach Cherson vernrthcilt, woer 16. Septbr. d. I. starb; sein Leib wurde später»ach Rom übergefllyrt n. sein Fest 12. Nov. gefeiert.2) M. II. (Marinus I.), ans Montcfiascone, folgteals der 112. Papst 23. Dec. 882 ans Johann VIII.,ein äußerst versöhnlicher Charakter, u. st. 14. Febr.684. 3) M. lll. (Marinus II.), ans Rom, Nach-folger Stephans VIII., saß (der 133.) seit Ende 942bis 4. Ang. 946 auf dem päpstlichen Stuhle, einWohlthäter der Klostcrleute. 4) M. IV., geb. inBrie, wurde unter Urban IV. Cardinal, war dannLegat des Papstes Nikolaus III. n. wurde nach die-

sem 1280 znm Papst (195.) gewählt; er war ganzden französischen Interessen ergeben u. verlor daheralles Ansehen in Italien; er st. 1285 in Perugia.5)M. V., eigentlich Otto Colonna, war erstpäpstlicher Referendar, wurde 1405 Cardinaldiakonund, nachdem Benedict XIII. abgesctzt worden warund Gregor XII. abdicirt hatte, 1417 von demConcil zu Konstanz znm Papst (214.) gewählt;die Reformation der Kirche, welche er vor seinerErwählung zugesagt hatte, wußte er klüglich zuumgehen, schaffte einige unbedeutende Mißbräucheab, schloß mit Deutschland, Frankreich n. EnglandSeparatconcordate, deren Punkte nachher aber nichtzur Ausführung kamen, und löste das Concil auf.Erst 20. Sept. 1420 wieder Herr von Rom gewor-den u. dort cingezogen, stellte er das zerrüttete Staats-Wesen wieder her; 1423 hielt er in Pavia, dann inSiena ein zweites Concil, auf welchem wieder nichtsausgemacht wurde, und starb, nachdem er nach LasBaseler Concil ausgeschrieben, 20. Febr. 1431.

II. Heilige, außer dem Papst M. I. bes.: 6)St. M. von Tours (Llartinns Pnrononsis), geb.um318 zuSabariainPannonien, wurde Christ,gab,znm Kricgsmann bestimmt, diesen Stand bald auf,ging, von Arianern in seiner Heimath verfolgt, nachFrankreich n. lebte in der Einsamkeit mit Hilarius;wegen seiner großen Wunderthaten, bes. Todtener-Weckungen, wurde er 375 zum Bischof von Toursgewählt. Als Bischof baute er nicht weit von derStadt ein Kloster, worin unter seiner Leitung an 80Mönche gelebt haben sollen. Er war der Begründerdes Mönchthums in Frankreich u. st. 400 in Landes.Tag: I I. Nov. St. M. ist der Schutzpatron Frank-reichs. Das M-sfest (Llartiiurlia) trat an die Stelledes dritten german. Jahresfestes, welches im Herbstedem Wuotan als Dankfest für die Ernte gefeiertwurde. Damit hängt zusammen Las Umgehen desM-smäniichciis in manchen Gegenden, das M-ssener,das Essen dcs M shorns, eines Gebäcks,LerM-sgans,das Anzapfen dcs M-sweins und ähnliches. Lebens-beschreibungen von SnlpicinS Severus, Paulinusvon Rola (in Versen), Gregor von Tours (Lliraenla8t. Llarlini); Montrond, LI. äs Vours, Lille 1864;Reinkens, M. von Tours, Brcsl. 1870.

III. Gelehrte. 7) Martinas GalluS, älte-ster Chronikschreibcr Polens, lebte zu Anfang des12. Jahrh., soll nach Einigen ein geborener Fran-zose (daher sein Beiname) gewesen sein, war abervermuthlich ein Italiener u. Caplan Boleslaws III.Ihn bes. verherrlicht das bis 1113 gehende äußerstschwülstige Werk: 6Irronie-r I?a1onornm, neu her-ausgegcben von Vincenz Bandtke, Warschau 1824,n. Pertz, Lion. 6er. 88. IX ins Polnische übersetztvon Kownacki. Vgl. Zeißberg, Die polnische Ge-schichtschreibung 1873. 8) Martinas Polonus(Marcie Polak), eigentlich Strzebski, auch M. vonTroppan genannt, geboren in dem damals zuPolen gehörigen Troppan, trat in Prag in denDominicancrorden, lebte seit 1243 in Rom, wurdepäpstlicher Caplan und Pönitentiarius, 1278 Erz-bischof von Gncsen und starb 1279 ans der Hinreisein Bologna, wo ihm ein Denkmal errichtet wurde;er schr. mehrere lange sehr hoch gehaltene, doch rechtmittelmäßige n. mit Fabeln durchzogene kirchenge-schichtliche Werke, vor allen: Olirouiea. snmmornurzioutitisum imperatorningns ae äs ssptsin nsta-