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Martenscn
hannöverischcr Cabinetsrath, 1818 Gesandter amBundestage zu Frankfurt u. st. 18. Febr. 1821 da-selbst. Er schrieb: Über die Existenz eines positiveneuropäischen Völkerrechts, Gött. 1787; Lrssis eindroit dos Äons modornss 6s Idriirops, ebd. 1789,2 Bdc., 3. A. 1821, neu bearbeitet von Pinhciro-Ferreira, 2 Bde., 1864; Iloonsil dos prinoipanxtraitusd'allianoe, dopaix oto. defniisl'an 1761, ebd.1780—1801, 7Bde., Snppl. 1802 —1808, 4 Bde.,3.A.,ebd.1822—23,llBde.; fortgesetzt vonSaal-seld und Mnrhard als Xonvoan roeusil, ebd. 1817bis 1842, weiter fortgesetzt von Mnrhard in Mnr-hards Konvean reenoil Asnvrnl dos traitss, fort-gesetzt von Pinhas, Samwer n. Hopf, Gött. 1840dis 1875, 20 Bde., mit Gcneralregister bis 1874;Abriß des Staatsrechts der europäischen Staaten,ebd. 1794; Historische Entwickelung des Ursprungsdes Wechselrechts, ebd. 1797; Erzählungen merkwür-diger Fälle des neueren europäischen Völkerrechts,ebend. 1800—1802, 2 Bde.; Oonrs diploumtigno,Verl. 1801, 3 Bdc.; Diplomatische Geschichte dereuropäischen Staarshändel n. Friedensschlüsse, seitEnde des 15. Jahrh. dis 1803, Bert. 1807. 2) KarIvon, Neffe des Vor., geb. 1790, gest. als großher-zoglich Weimarscher Ministerresident a. D. 28. März1863 in Dresden; schr.: Llanuol diplom., Leipzig1823, bcarb. als (lnido diptom., 1832, 2 Bdc., 5.A. 1866; (langes eslsbrss du droit des Zons, 1827,2 Bde., 2. A. 1858—61, 5 Bde.; XouvoUss oausescvl. eto., 1843, 2 Bde.; mit Ferd. du Cussy: Ro-oueil man. eb prai. <1o traitös, oonventions etnutros avtos diplom. entrs los divers staks sonv.,Leipzig 1845—49, 5 Bde., fortgesetzt von Ant. Fr.Mnrhard, Gött. 1849; Geschichte der kriegerischenEreignisse in Len Grenzen des jetzigen Württembergvon 15 v. Ehr. bis 1815 n. Ehr., Stnttg. 1847;Denkwürdigkeiten aus dem Leben eines alten Offi-ziers, Lpz. 1848. r->gm.*
Martensen, HansLassen, dän.Theolog, geb.19. Ang. 1808 in Flensburg; wurde 1838 Lectorund 1841 Professor der Theologie in Kopenhagen;1854 Bischof von Seeland, seit 1867 künigl. Con-fessionarins. M. ist der geistreichste der neueren Wer»mittclnngstheologen, der alle Elemente der neuerenPhilosophie in glänzender Darstellung mit gläubi-gen snpernaturalischen Theologie zu verschmelzenweiß. Hauptwerke: Christliche Dogmatik, Kopenh.1849, n. Ethik, 1.TH., ebd. 1871 (beide auch deutscherschienen); (irundrids til moralfdiilosoxiiisns Sy-stems, Kopenh. 1850. Von den kleineren Arbeitenwären hervorzuheben: Ml Korsvar mod den saa-üaidts ürnndtvi^ianisme, ebd. 1863 (Polemik gegenden Grundvigianismus); Socialismus u. Christcn-thum, Gotha 1875. o-
Atartcrsteig, Friedrich, namhafter Geschichts-und Genrcmaler, geb. 11. Btärz 1814 in Weimar,begann seine Studien in Düsseldorf bei Schadow n.Hildebrandr, eignete sich auch Manches von C. Sohnan (1839—34) ging 1838 nach Paris u. trat dortin das Atelier von Delaroche. Neben selbständigerThätigkeit (Lutherbilder, Scenen ans dem Dreißig-jährigen Krieg, Vernrtheilnng von Hus, Bilder ansder Schweizer Gesch.), entwickelte er eine solche alsGehilfe seines Lehrers n. A. Schcffers. Stach lOjähri-gem Aufenthalt in Paris malte er auf der Wartburgdie Ankunft der heil. Elisabeth n. ward 1854 Zeich-
Martignac.
nnngSlchrer am Soplnenstift in Weimar. M. besitztbei eifrigem Natnrstudinm ein tiefes Verständnis; desinneren Lebens. Werke- Der Gang Thoni. Mün-zers zur Hinrichtung; Luthers Ankunft in Worms'7 Cartons ans dem Leben Savonarolas; Schwurn. Vertreibung der Salzburger Protestanten; NeunScenen ans dem Leben Theod. Körners, mehrereBilder aus Goethes Hermann n. Dorothea. Regmi.
iVIartes, der Marder.
Martha, Sta. M., Schwester des Lazarus u.der Maria von Bethanien, zeigte sich bei den Be-suchen Jesu als sehr geschäftige Hausfrau. Nach derSage ging sie mit ihren, Bruder nach Gallien, wo sieim Kloster st. u. im 12 .Jahrh. ihre Gebeine in Ta-rascon gesunden wurden; ihr Tag ist der 29. Juli.
Martialgcsch, veraltete Bezeichnung für diewährend des Kriegs- od. Belagerungszustandes herr-schenden gesetzlichen Bcstimmnngen.
Martialis, s. Mars.
Martialis, Marcus Valerius, röm. Epi-graminendichter; geb. um 42 n. Ehr. in Bilbilis imtarraconcnsischen Spanien, stndirte er erst die Rechtein Calagnrris u. ging dann nach Rom, wo er unterNero u. bei den folgenden Kaisern in Gunst u. An-sehen stand u. von Domitian sogar zum Tribunenernannt wurde; unter Trajan aber kehrte er in seinVaterland zurück, wo er von der reichen MarcellaeinLandgnt geschenkt erhielt,,.um I02starb. Erschr.:14 Bücher Epigramme, von denen das 13. BuchXonia, das 14. Buch -Ifwpliviota heißt; ein libsllnsspootaoulorum geht voraus. Er ist der Schöpferdes neueren Epigramms, des pointirten Sinnge-dichtes, worin er den tiefen Sittenverfall seiner Zeitmit Geist u. beißendem Witz, lebendig u. mit treffen-der Kürze, aber ohne sittlichen Ernst schildert ». ver-spottet; sein sprachliches und metrisches Vorbild werCatnll. Die Namen seiner Personen sind fingirt;die Personen selbst n. ihre verspotteten Fehler u. La-ster aber der Wirklichkeit entnommen. M. steigt oftzu niedriger Schmeichelei sogar gegen Domitianherab. Die erste Ausgabe erschien Vened. 1470; diebedeutendste ist die von Schneidewin, Grimma 1842,2 Bde., u. Lpz. 1853 u. 1871, u. Textausgabe, Lpz.1853; Auszug lateinisch und deutsch gesammelt vonRänder, 5 Bde., Lpz. 1787—93, „.Nachlese, Beck.1794; Übersetzung von Berg, Stnttg. 1869. Mise.
Martialisch (von Mars), kriegerisch.
Martianns Capella, s. Capclla i).
Martignac, Vicomte Gaye de, franz. Mini-ster, geb. 1776 in Bordeaux, begleitete 1798 Siepesals Gesandschastssecretär nach Berlin, lebte dann inBordeaux als Advocat, verband sich 1814 mit demMarquis Larochejacquelein, „in Bordeaux den Bour-bonen zu gewinnen; znmLohnedafürwnrdeerGene-ralprocnratorvonLinioges u.blieb es bis 1821, wo ervom Lot- n. Garonnedepartemcnt zum Deputatengewählt wurde n. es in der Kammer mit der rechtenSeite hielt. Beim Feldzug in Spanien begleitete erden Herzog von Angvnleme als Civitcommissär desKönigs. 1824 wurde er Vicomte, Director der Do-maincu u. Staatssecrctär, 1827 vom DepartementLvt n. Garonne wieder gewählt, 1829 nach VillelcsSturz Minister des Innern, leitete nach Lafcrron-nays Erkranken das Ministerium hauptsächlich u»dwußte Lurch Klugheit die Opposition zu trenne».Als Minister hat er sich durch Aushebung desschwar-