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Magdeburg.
Theil der Wmark von dem Markgrafen von Bramdenburg als Lehn. Albert II. (I.), Graf von Kevernbnrg (1206—82), legte, nachdem in der CharWoche 1207 der Dom nebst vielen geistlichen Gebäu-den ein Ranb der Flammen geworden war, 1208!Len Grund zn dem noch jetzt stehenden Dome und!schnf das nördliche Drittel M-s und der Sleustadt.Nach Ermordung Philipps von Schwaben (1208/trat er, durch Schenkungen an das Erzstift gewon-nen, ans die Seite des Kaisers Otto IV., wurde!1210 päpstlicher Legat inDcutschland n. beauftragt/Len Bann gegen Otto IV. bekannt zn machen, waser erst 1211 that und sich dadurch einen 7jährigenKrieg znzog; er brachte aber doch 1212 die Wahldes Gegenkaisers Friedrich II. zn Stande. Damalsbegann, weil der Erzbischof die Lehen der Altmarkangenommen hatte, LerM-erKrieg mit Branden-burg. 1213 wurde Albert von Otto gefangen, abervon den Magdeburgern wieder befreit. Unter Al-berts zweitem Nachfolger, seinem Bruder Wille-brand, Grafen vonWoldenberg, wurde 1244 end-lich der blutige M-er Krieg geendigt; der Erzbischofverlor LieAltmark. Bnrkyardll., Graf von Blan-kenburg (1206 —1305), erkaufte 1302 vom Mark-grafen Dietrich dem Jüngeren um 6000 Mark dieLehnsherrlichkeit über die Nicdcr-Lansitz. Dietrich ;Kagelwit aus Stendal (1361 — 67), ein Günstlingdes Kaisers Karl IV., brachte dem Erzstift durchSparsamkeit u. Friedfertigkeit große Borthcile, lösteVieles ein, errichtete einen Landfrieden und weihte28. Oct. 1363 den vollendeten Dom ein. Sein un-fähiger Nachfolger Albert III., Gras von Stcrn-berg, verkaufte bedeutende Güter des Erzstifts, jaselbst die Lehnsherrlichkeit über die Niedcr-Lausitz anLcnKaiser. AlbertIV. vonQuersurt(1382—1403)kriegte gegen Brandenburg, bekämpfte die Ranbrit-!ter, erregte aber auch durch Prägen schlechten Geldes ^1402 eine Empörung seiner Unterthancn. Gün-;ther ll., Graf von Schwarzburg (1404—1445),!führte bis 1407 mit Anhalt Krieg, machte große!Schulden, züchtigte 1414 — 24 das widerspenstige!Halle, zog 1421 gegen LieHnsilen, stritt sich mit den!Magdeburgern lange wegen der Befestigung ihrer!Stadt, die sie seit 1429 gegen die Hnsiten angelegt'hatten, wobei es 1432 zum Aufstand der Städterkam, n. sie deshalb vom Kaiser in die Acht n. vomErzbischof in den Bann gethan wurden; 1435 wurdeFrieden gestiftet, die Befestigungen blieben und derBann wurde aufgehoben. Ans Günther folgte 1445Friedrich III., Graf von Beichlingen, ein sitten-strenger Reformator des Erzstifts, welcher zuerst inseinen Briefen n. Urkunden sich Primas von Deutsch-land nennt. Unter Johann, Pfalzgraf von Sim-mcrn, trug 1466 Fürst Bernhard VI. von Anhalt-Bernbnrg seine Länder dem Erzstift zn Lehen auf.Von ihm an kamen nur noch fürstliche Personenauf den erzbischöflichen Stuhl. Ernst, Herzog znSachsen (1476—1513), erst 11 Jahre alt u. daherunter Vormundschaft bis 1489, verwies 1493 dieInden, verlegte die Residenz von Giebichenstein nachHalle, wo er die Moritzbnrg gründete, und erwarbdem Erzstift 1496 Qnerfurt wieder. Er war feit1479 auch Administrator von Halberstadt und starb1513 in Halle. 1513 folgte Albert V., Sohn desKurfürsten Johann Cicero von Brandenburg, wel-cher ebenfalls zugleich Administrator von Halberstadt
war und 1514 auch Erzbischof von Mainz wurde.Zur Deckung seiner Privat- u. Stiftsschulden erlaubteder Papst ihm, daß er als päpstlicher CommissariuzAblaß predigen n. Ablaßbriefe anstheilen ließ. Al-bert wählte dazu den Dominicaner Tezel. I5izwurde er Cardinal n. 1519 wirkte er ungemein fürdie Kaiserwahl Karls V. Zum Schutze der Katholi-schen Kirche gegen die Lutherische Lehre legte Albertin Halle ein Stift von gelehrten und rechtgläubigenKanonikern (1520) an, die iudeß meist selbst luthe-srisch wurden. 1524/25 wollte er auch lutherisch wer-"den u. hcirathcn, aber es unterblieb; die Stadt M.!nahm die Reformation an. Stach Übergabe derAngsburgischenConfession betrieb erFriedcusunter-handlnngen zwischen den Protestanten n. Katholiken,brachte den Nürnberger Religionssriedeu (23. Juli1532) n. den Vergleich des Kurfürsten von Sachsenmit dem Römischen Könige Ferdinand in Cadan1534 zn Stande, setzte 1536 seinen Vetter JohannAlbrccht, Markgrafen von Ansbach, zn seinem Co-adjntor in SN. und Halberstadt ein, schloß ein Ver-theidigungsbündniß mit Magdeburg 1536 u. 1538mit mehreren katholischen Fürsten die Heilige Ligagegen den Schmalkaldischen Bund. 1541 auf demLandtage zu Kalbe übernahmen die Stände vonM. und Halberstadt die Schulden Albrechts gegen500,000 Gulden. Er blieb der katholischen Lehretreu, die aber in M. und Halberstadt besiegt war;darum verließ er 1541 M. n. Halle n. st. 24. Sept.1545 in Aschaffcnbnrg. Ihm folgte in M. u. Hal-berstadt scinCoadjutor, Jo Hann Albrecht, Mark-graf vonAnsbach, welcher mit kaiserlicher Hilfe 1545Halle zur Huldigung zwang, während JohanuFried-rich vonSachfeu ihm 1547 seine Stifter nahm; aberM., welches unter Amsdorf, Nik. Gallus, Flacius,Wigand n. A. gegen das Interim kämpfte, konntenicht für ihn bezwungen werden n. wurde deshalbmit der Ncichsacht belegt; erst nach dem Tode dieses1548 vom Kaiser in die Regierung wieder eingesetz-ten eifrig katholischen Erzbischofs (17. Mai 1550 inHalle) belagerte Kurfürst Moritz SN. und nahm esnach furchtbarer Belagerung im November 1551durch Capitnlation. Sigmund, Sohn des Kurfür-sten Joachim II. vonBrandenbnrg u. Bruder Fried-richsIV., seines Vorgängers (1553—66), stellte sichmit seinen Nntcrthancn friedlich, bekannte sich seit1561 mit dem ganzen Domcapitel zur LutherischenLehre und führte fast an allen Orten des Erzstifts,wo es bisher noch nicht''-'Heu war, die Refor-mation ein. Sein Nachfolger n. Neffe, JoachimFriedrich, Kurprinz von Brandenburg, Bischofvon Havclbcrg n.Lebns, sagte sich völlig vom Papstelos, trat offen zur Evangelischen Lehre über n. hei-rathete 1570 die Tochter des Markgrafen "channvon Küstrin, Katharine, weshalb Papst > .V-V.den Kaiser SNaxunilian II. zn seiner Absetzung anf-forderte. Unter ihm wurde die seit 1546 verschlosseneDomkirche 1567 dem evangelischen Gottesdienst ge-öffnet. Die Concordiensormcl wurde 1580 eilige-führt. Als Joachim Friedrich 1598 in Brandenburgfolgte, wurde sein lljährigcr Sohn, ChristianWilhelm, Administrator, für welchen bis zurMa-jorcnnität, 1608, das Domcapitel die Regentschaftführte, von dem er ganz abhängig blieb. 1517wurde er Coadjutor in Halberstadi. Unter ihm littdas Land durch den Dreißigjährigen Krieg viel;