452
Mticcorviiiichc, Macchcrvnische Poesie — Mac (Lümvck.
riebencncm Käse ( 8 traelrino) bestreut eine gewöhn-liche Volksspcise, namentlich in der Fastenzeit; inDeutschland werden sic in Butter, mit rohem Schin-ken oder Servelatwurst gebraten u. mit geriebenemKäse bestreut; 2) im Italienischen der Hanswurst.
Maccaronische, Macchcronische Poesie,nannte man ursprünglich scherzhafte, lateinische Ge-dichte, in welche Wörter der jedesmaligen National-sprache des Dichters mit lateinischen Endungen ein-gcstrent waren, nm einen kölnischen Effect hervor-znbringcn; sie ist jedoch nicht mit dem oft elendenmittelalterlichen oder Mönchslatein (sog. Küchenla-tein) zn verwechseln. Als Erfinder derselben giltTyphis Odaxins (litt ckgAiiOäasi) ans Padua (gest.1488), dessen wiederholt in Venedig gedrucktes Ge-dicht I-a, Llaeearorrea jetzt sehr selten ist. PoetischeBe-Lentnng erhielt die SN. P. aber zuerst durch TeofiloFolengo (s. d.). Er erklärte Len Namen Dt. P. da-her, Laß wie zn dem ital. National- u. Licblingsge-richt derült. verschiedene Bäschthcilc genommen wür-den, er in ähnlicher Weise das Lateinische mit demItalienischen vermischte. Folengo hatte in Italienverschiedene Nachahmer. Der beste M. Dichter derFranzosen war Antonius de Arena (aus Soulicrsin der Provence, gest. 1544), ein gelehrter Jurist,dessen Satire auf den Kricgszug Karls V. gegenFrankreich am meisten geschätzt wird. Ihm ahmtennach: Rcmy Bcllean, Eticnne Tabonrot, Eduard duMouin; am besten Janus Cäcilius Frey (ans Kai-jcrstuhl in Baden, gest. 1631), Leibarzt der Katha-rina von Medici. M. Satiren lieferten anchHoto-mann, Beza, Lichiard u. A. In Deutschland ist dasbedeurcndsteDenkmal derselbendieFlohiade. Einigesfindet sich in Fischarts Geschichtsklitterung (Cap. 22 ).In England sind John Skelton, in Schottland Wil-liam Drummond n. Alex. Geddes (gest. 1802) alsBl. Dichter zu nennen; auch ans Spanien u. Por-tugal sind einzelne bekannt. Vgl. Genthe, Geschichteder M. P. u. Sammlung ihrer wichtigsten Denk-male, Halle u.Lpz. 1829 ; Eichstädt,vö possis mae-earouioa, Jena 1831; Schade, (im WeimarischenJahrb., 2. Bd., Hannover 1855). 'B°°ch-Ari°ssy.
Aiac Clellan, George, nordamerikan. Gene-ral, geb. 3. Dec. 1826 in Philadelphia; wurde inder Militärakademie zu Westpoint gebildet, kämpfte1845—48 gegen Mcjico, wurde hierauf Ingenieur,nahm 1855—56 am Krimkriege Theil und 1860sehen wir ihn als Präsidenten der St. Louis-Cin-cinnati-Bahn. Beim Ausbruch des nordamerikani-schen Bürgerkrieges' erhielt er den Oberbefehl überdie Ohiotruppen und, seit Mai 1861 wirklicher Ge-neralmajor, an Scotts Stelle (Nov. 1861) über diegesammte Armee der Vereinigten Staaten, der jedochbald darauf nur über die P otomacarmec sich erstreckte.Er kämpfte unglücklich, u. wenn er siegte, so verstander seine Borthette nicht auszunützen, so daß er durchGeneral Burnsidc ersetzt wurde. Im August 1864wurde er von der demokratischen Partei erfolglosgegen Lincoln als Präsidcntschaftscandidat ausgestelltund zog dann nach Europa n. zwar nach Dresden.1868 kehrte er wieder nach Amerika zurück und istjetzt Superintendent für die Docks- n. Hafcnbautenvon New-'Iork. Von ihm: Idoport on tiw Organi-sation anck oainpaigns ok tlrs armz- ot' kstotornae,New-Üjork 1864. Vgl.Hilliard, I-ils anck campaignsob LI., Philad. 1864. Teicher.
Macclcssicld, Stadt in der engl. GrafschaftChester, am Bollin, Eisenbahnstation; 15 Kirche»(darunter eine alte ans dem 13. Jahrh.), LateinischeFrcischule, Handelsschule, Zcichcnschulc, öfientlicheBibliothek von 20,000 Bänden, Museum, Gerichts-haus, Gefängniß; bedeutende Seiden-und Baum-wollenmanufacturen, Färberei, Gießerei, Bierbraue-rei; 1871: 35,450 Ew. In der Nähe Steinkohlcu-grnben, Stein- n. Schiefcrbrüche.
Piac Clintock, 1) Sir Francis LeopoldbrilischcrMarineosfizier u. Nordpolsahrer, geb. 18l»in Dnndalk in Irland; trat 1831 in die britischeMarine u. stieg bis 1854 zum Postcapitän auf. ImFrühjahr 1848 begleitete er Sir James Roß ausdessen Expedition zur Auffindung Sir John Frank-lins, und 'Nov. 1849 zurückgekehrt, schloß er sich imfolgenden Jahre als erster Lieutenant der Assistanceeiner anderen Expedition unter Capitän Austin anbei welcher er Ang. 1850 am Cap Riley die erstenSpuren der Gesuchten entdeckte. Während dieSchifscim Crozier-Kanal scstgefrorcn waren, begann erApril 1851 eine achtzigtägige Schlittenfahrt aus derNKüste des Parry-Sunücs n. erreichte, nachdem er760 englische Meilen znrückgelegt hatte, den west-lichsten Punkt, bis zn dem man am Nordpol von O.aus vorgedrnngen ist. Die vergleichsweise Vervoll-kommnung in den arktischen Schlittenfahrten hat inanvorzugsweise seinen Verbesserungen zu danken. ImHerbste 1851 kehrte die Expedition nach Englandzurück. Im folgenden Frühjahr (1852) segelte M.als Commandcur desJntrepid, eines der flins unterdem Oberbefehl von Sir Edward Belcher nach denPolarregioncn abgesandten Schiffe, in Gemeinschaftmit Capitän Kellett nach der Melville-Insel zurAufsuchung des Capitäns M' Clure, den er aus einerdreijährigen Gefangenschaft im Eise befreite; spatermußte er jedoch sein eigenes Schiff mit drei anderender Belcherschen Flotte verlassen u. die ganze Expe-dition kehrte Sept. 1854 heim. 1857 übertrug ihmLady Franklin den Befehl über die neue Nordpol-Expedition, welche mit der vollständigen Ausklärungdes über den Verbleib Sir I. Franklins schwe-benden Geheimnisses endete. Bei seiner Rückkehr,1859, ward M. mit großer Auszeichnung empfan-gen; die Universität Dublin machte ihn zu ihremEhrendoctor; die City von London verlieh ihm dasEhrenbürgerrecht, und Lady Franklin schenkte ihmdas Schiff, in welchem er seine Fahrt gemacht halte.Am 23. Fcbr. 1860 von der Königin in den Rittcr-stand erhoben, erhielt er kurz darauf von der Regie- ^rung den Auftrag, den Seeweg für einen in Aussicht >genommenen Nordatlantischcn unterseeischen Tele- igraphen aufznnehmcn; im Oct. 1871 stieg er zumContreadmiral aus u. im folgenden Jahre erhielt erdie Stelle eines Superintendenten des Arsenals zu ->Portsmouth. Er schr.: Blro voz'axxs oltbs Parinblls aretill svas to ckisoovsi bllo lais cck 8 ir ckoim ;Pranlciin anck bis eompanions, 3. A. Land. 1869.
2) Iohn, hervorragenderamerikauischerGeistlicher,geb. 27. Oct. 1814 in Philadelphia; stndirte aus derPcniishlvania-Universilät, wurde 1835 Prediger a»der Methodist-Episcopalkirche, 1837 Professor derMathematik u. 1840 der alten Sprachen am Dickm- !son-Collegc und übernahm von 1848 bis 1856 dieNcdactton der in New-Vork erscheinenden LlotbocuKHnaicharl)- llovierv. 1857 ward er mit BiM j