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Lyon.
Lycenm, höhere Schule für Mädchen, Normalschulefür Lehrerinnen, Thierarzueischnlc, Tanbstnmmcn-institut, Ktuistschnle, Lehrstuhl fürHandelsrecht, Cen-tralschnle für Industrie n. Handel, Gcwcrbcinstitut(Ln LInrtiniero), Municipalbibliothck von 150,000Banden u. 2400 Manuscriptcn, Bibliothek iin Pa-laste der Schönen Künste von 56,000 Bänden undmehr als 40,000 Kupferstichen u. Zeichnungen, Ge-mälde-, Scnlptnren-, Antiken-, Natnrhislorischcs n.Jndustrie-Mnscnm, Botanischer Garten, 4 Theater,zahlreiche Gesellschaften kür Wissenschaft, Künste,industrielle u. gemeinnützige Zwecke, Börse, Snccur-sale der Bank von Frankreich, Seidenconditionir-nngsanstalt, Markthallen, Arrest- und Corrcclions-hans, Besscrungsanstaltfür Knaben, Aülitärgefäng-niß, mehrere Spitäler, zahlreiche WohltyLtigkeitsan-staltcn n.-Gesellschaften, große Wasserleitung rc. Denwichtigsten Zweig der L-cr Industrie bildet die Fa-brikation von Seidenstoffen, die im lö.Jahrh. durchItaliener hier eingeführt wurde und seitdem sich zueiner so hohen Blnthc entwickelte, daß sic die ersteStelle in Europa einnimmt. Sie beschäftigt über80,000 Arbeiter, von denen jedoch über die Hälfteauswärts beschäftigt sind. 1872 betrug der Werthder Producte der L-er L>cidcnindnstrie 460 Mill. Frcs.(1843: 253 n. 1868: 396 Müll.), u. zwar entfallenvon dieser Summe ans: schwarze Taffctas n.Faillcsetwa 165, farbige Taffctas u. Faillcs 120, rohe n.bedruckte Foulards 50, Seidcnsammet 30, Seiden-atlas 25, Gemischte Gewebe 20, glatte n. gemusterteTulles 14, andere glatte Stoffe 10, fayonnirte Kir-chengewänder u. Möbelstoffe 10, faxonnirtcKleider-stoffe 8, und Crepes ebenfalls 8 Müll. Frcs. Anderewichtige Industriezweige sind: Seidenfärberei (etwa1500 Arbeiter), Posamenterie (etwa 800 Arbeiter),Fabrikation von Wcbstühlcn, Weberschiffchen, Ja-qnardvorrichtnngen und anderen Webcrwerkzcngcn,Fabrikation von Maschinen und Knpfcrgeschirren,Eisenindustrie (etwa 9000 Arbeiter), Kupfer-, Glo-cken- u. Bronzegießerei, Fabrikation von Gold- undJnwelierwaarcn, unechten Schmncksachen (durch-schnittlich jährlich für 8 Müll. Frcs.), Hüten (in etwa80 Etablissements, die ca. 450,000 Stück jährlichsabriciren), Buntpapier, Fayence, Töpfcrwaaren,Liquenrcn, Niehl, Chocolade, Öl, Seifen, Parfüme-rien, Lichten, Chemikalien, Hansenblase, Stöpseln,Wollentämmen, Firniß,Wachsleinwand, künstlichenBlumen, Leder, Radeln, Knöpfen, Draht rc., Kunst-tischlereien, mechanische Sägewerke. DerHandel L-sist sehr blühend. Hauptartikel sind: Rohseide (wirdans Japan, China, Indien, der Levante, Italien u.Frankreich bezogen), Scidcnwaaren (werden vor-zugsweise nach Großbritannien n.NAmerika cxpor-tirt), Wein, Branntwein (für die beiden letzten Ar-tikel bestehen ca. 280 Großhandlungen), Baumwolle,Wolle, Tuch, Leinwand, Fleisch- und Wurstwaaren,Steinkohlen, Holzkohlen, Kastanien, Käse, Colonial-waaren n. Droguen. Wichtig ist ferner der Transit-handel, desgleichen auch das Bankgeschäft. 1872 hatteL. 323,417 Ew. (1821 erst 129,130). L. und seineUmgebungen bewahren iioch zahlreiche Reste römi-scher Alterthümcr, u. a. Überreste von3 Aquäducten,einem Theater, Bädern rc. An Promenaden besitztes nur die vonRonvillc n. die Tete-d'Or. Die Um-gegend ist reich an schönen Villen und Weinbergen;sonst enthält sie an bcmerkenswcrthen Punkten die
Insel Barbe (s. d.) n. den Mont Ceintre, eine derdrei Spitzen des Mont d'Or (467 m), mit vorzüa-lichcr Aussicht. L. ist Geburtsort des Germanicusder Kaiser Claudius, Marcus Anrclius, Caracallaund Geta, des Bischofs Sidonius Apollinaris, des !Reformators Pierre Valdo, des Architekten Philibm -Delorme (Erbauers der Tnilcrien), der Bildhauer §Conston u. Coysevox, der Dichterin Louise Labe, der -drei stiatnrforscher Jnssien, des Malers Flandri», Zdes Girondisten Roland, des Marschalls Suchet, des l jGenerals Mkartin n. I. M. Jacquards. 4 4
L., iin Alterthnm LuAäuuum, war im Gebiete tder Segnsianer im Lngdnnensijchen Gallien von 1Flüchtlingen ansBieuna angelegt. 43V.CHr.führte 1 'L. Mnnatius Plancns eine römische Colonie dahin 1die Oopia Olanäia iVu^noio. hieß u. durchAugusmszur Hauptstadt dcsLngdunensischenGallien erhobenwurde. 59 n.Chr. abgebrannt, wurde L. vonAerowieder anfgebant und dann des. von Trajan ver-schönert. 197 schlug hier Septimins Severus den ! ;GegentaiserAlbinns n. brannte die Stadt zum zwei- sten Mkale nieder; zum dritten Male wurde sie durch 'Attila in Asche gelegt. Zn L. wurde auch die erste ,christliche Kirche in Gallien errichtet. 407 überließ zcs der römische Feldherr Stilicho Len Burgundern, Zdie cs zu einer ihrer Hauptstädte machten; 532 er- K ^oberlen es die Franken, 736 die Saraceueu. Durch n rden Vertrag von Verdun 843 an Lothar gekommen, ß ?thcilte es von da ab die Schicksale des fränkischen u. lnenburgundischcn Reiches und bildete mit der um- 4liegcndenLandschaftdie unter cigenenGrafeustehende,dem Arclatischen Reiche botmäßige Grafschaft Lyon-nais; nur kurze Zeit, 1024—1167, stand es mitArelat unter Deutschland, 1173 ging die Stadt mit jder Grafschaft in die Gerichtsbarkeit der Erzbischöfe ivon L. über, die sich 1274 wegen ihrer Händel mit 4 ;den Bürgern in französischen Schutz begaben. 1363 ju 'wurde Lyonnais mit L. mit der Krone Frankreich Ä ivereinigt. 1247 n. 1254 wurden in L. sehr wichtige « sKirchenversammlnngcn gehalten: auf crsterer Kaiser K iFriedrich II. in den Bann gethan, ans letzterer die Z ^Vereinigung der Römischen und Griechischen Kirche 8 !und Äteform der Kirchcnzncht und des Lebens der 8 ^Geistlichen angestrebl. Franz I. ließ L. mit Wällen Numgeben und führte die Fabrikation der Seiden-, RGold- und Silberstoffe ein. Die Reformation hatte Dvon Genf aus Eingang gefunden und von 1560—63 »besaßen die Hugenotten die Herrschaft in der Stadt; «allein infolge der blutigen Verfolgungen von 1572 ? ;wurden die Reformirtcn unterdrückt n. 1685 ganz- ^sich vertrieben. 1601 wurde hier ein Friede zwischen ,Karl Emannel I. von Savoyen n. Heinrich IV. von ^Frankreich geschlossen. Zur Zeit der Revolution zwaren viele königlich Gesinnte zu L., n. obgleich das !Volk 1789 das feste Schloß Pierre-cn-Cise zerstörte, kbewies sich doch die Stadt für die Revolution sehr ßlau, wofür sie zur Strafe vom Convent mit einer <ungeheueren Contribntion belegt wurde. Im Mai1793 wurde die Jakobinische Mnnicipalität von der ^ >
Stadt abgesctzt, allein von einer Armee des Convents l ^
belagert n. ausgehungert, mußte sich L. lO.Oct. auf -Gnade u. Ungnade ergeben, und die für schuldig Ge- Üachteten wurden in Hansen zu Hunderten mit Kar- i stätschen niedergeschosscn. Die Brauer n. viele Häuser ^ !wurden niedergerissen und die Stadt erhielt den ^ sNamen Lommnuo nlkrauoiiio. Auch der 9. Ther- ;
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