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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
Seite
441
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Lymphdrüsen

-rei conununicirt, ist noch streitiz. Diese letzten En-den der Lymphgefäße sind schonan allen GcwebcndesKörpers nachgewiefcn; ansgenoinincn an demAuge,den Knochen, dem Knorpel, Lein Nabelstrang n. demGehirn. Da die Lymphe wasscrhcll ist nnd die Ge-fäße äußerst dünnwandig, ist cs schwer, unter demMikroskop die feinsten Gefäße zn erkennen. DerLhylns sicht namentlich nach der Verdauung vonFett milchweiß ans, nnd deshalb sind in diesem Zu-stand die Chylnsgeiäße leicht in ihrem Verlauf znverfolgen. Ans diesem eben beschriebenen Netzesammelt sich die Lymphe in größeren Gefäßen, dieim Bau den Venen gleichen. Sic besitzen 3 Häute:eine elastische Intima mit einem epithclioiden Be-lag; darüber eine Media, die zum größten Thcil ansquer verlaufenden platten Muskelzcllen besteht, undals äußerste Schicht eine Adventilia, ans längsvcr-lausendcm Bindegewebe zusammengesetzt. Wie dieLeuen,besitzen auch dic Lymphgcfäße an verschiedenenStelle» taschenartigs Klappen, die den Rückfluß derLymphe verhindern. Die Lymphgefäße verlaufenmeist in der Tiefe des Körpers, n. dann den Blut-gefäßen parallel, od. wie auch die Veucu, dicht unterder Haut, und dann vornehmlich an der Bcngeseite.An bestimmten Stellen treten sie in Lymphdrüsenein, und an der anderen Seite wieder aus. Sie ver-einigen sich allmählich zn immer größeren Stämmen,um endlich meistens in den Hanplstamm, den Milch-brustgang (Ductus tlroraoicus- einznmünden. Die-ser nimmt sLimntliche Lymphgefäße der unteren u.der linken oberen Äörperhälfre in sich auf; beginntam ersten Lendenwirbel als ein länglicher Sack(ldüerna 6üzli) läuft neben der Aorta an derlinken Seile der Wirbelkörper, und mundet in dieAnsangsstelle der Venn nuoug-inn der linken Seiteein; an der EinmnndnngSstelle befindet sich eineKlappe. Die übrigen Lymphgefäße münden in denlruucug hmpüabicus cioxtcr, der in den Winkel,den die Jugularvene mit der Armvcne rechtcrseitsbildet, einmüudet.

Die Lymphdvüseu (6Icmckulao Ivwpüatioao)besitzen eine starke bindegewebige Hülle (Kapsel) undeinen Inhalt, der wieder in zwei makroskopisch leichtzn unterscheidende Theile,dicwcißröthlichc Rinden«nnd die mehr granröthliche u. schwammige Mark-snbstanz zerfällt. In jeder von beiden Substanzenerkennt man schon bei schwacher Vergrößerung einbindegewebiges Ballen gerü st u. dazwischen einezellen- nnd blutreiche, körnige, durch Auspinseln-znmtjernende Substanz, die Pulpa. Das Balreuge-riist hängt mit der Kapsel innig zusammen nnd stelltein dem Badeschwamm in der Struktur ähnlichesMaschenwcrk dar, -essen Lücken unter einander zn-smimenhangen. Diese Lücken (Alveolen od. Follikeln)Md in der Rindcnsubstanz größer n. inehr getrennt,ui der Marksnbstanz kleiner und mehr znsammcn-häugend. Jedes Follikel hat einen inncrcnKern, derdie Blutgefäße führt, und einen locker gefügten Um-Mlngsranm (Lymphsinns), der mit dem Lymph-Niäß zusammcnhängt n. von ihm aus injicirt wer-den kann. Er besteht ans einein äußerst feinen unddichten Netzwerke von kernhaltigen Biudegewcbs-Wt», zwischen dessen Maschen die Lymphe mit vie-M Lymphkörperchcu sich befindet. Ebenso wie dieseMikel der Lymphdrüsen sind auch die entschieden»Mr lymphatischen System gehörigen Follikel des

Lymphe. 411

Darms nnd der Peyerschen placqnes, so wie dieFollikel der Tonsillen, der Milz ec. gebaut. Das derDrüse znführende Lymphgefäß; (Vas nlkorsim) ver-ästelt sich in der Rindcnsnbstanz, u. das abführende(Vas olksrsus) entspringt ans der Marksnbstanz.

In dem Thierreiche tritt das L. S. erst dei denFischen auf, wo indessen weder Drüsen noch Klappenvorhanden sind; lbei Amphibien u. Reptilien findensich wenig ausgebildete Klappen; bei Vögeln kom-men Drüsen nur am Halse vor. DasL.S.derSäuge-thiere weicht nur wenig von dem menschl. ab. L°Yn-

Lymphdrüsen, s. Lymphatisches System.

Lymphdrüsenentzündung (I.vmpiiailemtis),Schwellung, Rüthnng oer Lymphdrüsen, öfters auchdes umgebenden Gewebes, mit AnSgang in völligeHeilung oder in Verhärtung durch Wucherung desBindcgcwcbsgerüsteZ der Lymphdrüsen od. in Eiter-ung oder endlich in Verkäsung. Dieselbe befällt zu-meist die Lymphdrüsen am Halse, in den Achselhöh-len und in den Leistengegenden nnd entsteht durchmechanische Reizungen (Druck, Quetschung) oderhäufiger durch Einschwemmung entzündlicher odergiftiger Stoffe durch die Lymphgefäße in die Lymph-drllscn. So findet man L. am Halse, bei Geschwürenin der Nase, im Munde, im Ohre, in der Leisten-gegend bei schankrösen u. syphilitischen Geschwürenan den Gcschlechtstheilen, bei Insertion mit Rotzüber den ganzen Körper verlhcitt. Die durch Sy-philis hcrbcigcführten L-eu sind schmerzlos u. gehenfast immer in Verhärtung über (indolente Bubonen)die durch das schankrösc Gist erzeugten sind schmerz-haft, gehen in Eiterung über und verwandeln sichin ein offenes schankröscs Geschwür mit ansteckendemEiter (schaukröse Bubonen). L-cn, die lediglich durchFortpflanzung eines entzündlichen Reizes, also ohneein specifischcs Gift entstehen, nennt man co»sen-suelle Bubonen. Am häufigsten sind L-en dieFolge von Scrophnlose, und diese gehen gernin Verkäsung über. Rach ihrer Heilung hinterlasscnsic meist strahlige, weiße, entstellende Narben. DieBehandlung hat es tyeils mit der Anwendung all-gemeiner Mittel zn thun und werden z. B. syphilit.L-en allein durch eine mercuriale Schmierknr, scro-phnlöse L-en durch amiscrophnlöse Behandlungs-methoden beseitigt, thcils mit dcrAnwendnng localerMittclz. B. bei acuten scrophnlösen L-en mit der An-wendung von Eiswassercomprcsfen oder bei zn Eiter-ung neigender L. mir der Anwendung warmer Brei-umschläge, oder wenn man Zerthciinng hoffen kann,mit der Anwendung von Bepinsclnngen mit Jod-tinctnr rc. Kunze.

Lymphe, diejenige Absonderung, welche den Se-cretcn am nächsten steht, insofern ihr Ursprung zu-rückzuführcn ist auf Gewsbslückcn, welche zeitigeElemente enthalten und auf eine große Anzahl vonGebilden, welche die Anatomie mit dem NamenDritten belegt. Nach Brückcs und Ludwigs Ent-deckung cxistirt aber eine so bedeutende Anzahl vonLymphränmen, welche Blutgefäße umschließen, daßunzweifelhaft ein Theil der L. als Transsudat ansdem Blute aufgefaßt werden must. Die L. wird da-her stets eine Mischung von Blnttranssndat und;Gewcbsdcrivatcn darstcllcn. Nur in den Lymphge-fäßen des Darmkauals nnd des Mesenteriums läßtsich noch eine dritte Znmischnng erkennen, welche anssdirecteu Verdauuugsprodukreu besteht und Chylus