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dieser ist der Stammvater aller nachmaligen Herzoge.Sei» männlicher Stamm erlosch 1431 mit Karl I.,Connewble von Frankreich, u, ihm folgte nun seineTochter Jsabella, welche mit Rene von Anjou, Ti-tularkönig von Neapel, vermählt war, wodurch dasHausAnjou auf denThron vonL. kam;aberAnton von Vandemont, Karls Neffe, bestritt dieweibliche Nachfolge u. nahm Rene 1431 gefangen,der jedoch nach einem Ausspruch des Baseler Eou-cils die Belehnung vom Kaiser Sigismund erhielt,ixzg trat Reue L. au seinen ältesten Sohn Jo-hann II. ab, welchem 1470 sein Sohn Nikolausfolgte, diesem aber, da er kinderlos war, Antons vonBaudemont Enkel R e n e II. Dieser hatte mit Karldem Kühnen, welcher auch auf L. Ansprüche machte,harte Kämpfe zu bestehen. 1475 wurde Nancy vonden Burgundern erobert und Nene zur Flucht nachLyon gezwungen. Von dort ans verband er sich mitden Schweizern, eroberte Nancy wieder und schlugz. Jan. 1477 bei "Nancy die Burgunder, wo Kartder Kühne selbst fiel. Bon jetzt blieb er im ruhigenBesitz Vs bis zu seinem 1508 erfolgenden Tode.Sein Sohn Anton der Gute setzte die Hauptliniejort, ein Nebeuzwcig breitete sich aber in Frankreichaus, von welchem die Familie der Guiscn mit denHerzogen von Anmale abstammie. Anton begleitetedm König Franz I. von Frankreich nach Italien u.war mit in der Schlacht bei Marignano, blieb aberindenKriegenzwischen Frankreich n. Karl V. neutral.Er st. 1544. Während seines Enkels Karls II.Minderjährigkeit eroberte König Heinrich II. Metz,Toul u. Verdun n. vereinigte diese mit Frankreich.I55S trat Karl die Regierung selbst an, verglich sich1571 mit Frankreich wegen der Grafschaft Bar, ver-einigte Bitsch mitL. n. schloß 1504 mit König Hein-rich IV. einen Vergleich, wodurch seine Ansprücheaus die Provence n. Anjou, so wie alle Grenzen derRechte L-s festgestellt wurden. Er starb 1608; seinSohn Heinrich II. der Gute vertrieb die in L. zurUnterstützung der Protcsta.-:ten anwesenden deutschenTruppen. Seines Neffen Karl III. Regierung wareine Kette heftiger Streitigkeiten mit dem französi-schen und kaiserlichen Hof, in deren Folge er endlich1S70 sein Land an Frankreich verlor; sein Bruders-enkel, LeopoldJoseph Karl, wurde im Friedenzu Ryswijk 1697 wieder eingesetzt, Loch mußten alleBefestigungen von Nancy, Bitsch rc. geschleift wer-den. Der Herzog hinterließ 1729 die Regierungseinem ältesten Sohne Franz Stephan; alleinKönig Ludwig XV. von Frankreich nahm L. kurzdarauf 1733 im Polnischen Erbfolgekricge in Besitz>i. erhielt es mit dem Herzogthnm Bar im WienerFriedeu1735eiustweilcnaufLebenszeilsürden KönigStanislaus Leszczyusski von Polen, für dessenTodesfall aber mit völliger Sonvcränetät für dieKrone Frankreich abgetreten. Dagegen bekam FranzStephan das Großherzogthum Toscana als Ent-schädigung angewiesen. Doch wurde dem Herzog-tum L. sein Sitz- u. Stimmrecht 1736 bei deutschenReichs- >,. Kreistagen Vorbehalten, daher die Für-sten, welche lothringische Besitzungen hatten, bis zumLünevillerFrieüen(l80l) wegenderselben imRcichs-verbaud blieben. Nach dem Tode des Königs Sta-nislaus (22. F-ebr. 1766) wurde L. dem französi-schen Reiche einverlcibt, bildete ein eigenes Gouver-nement (Provinz), und seine Geschichte fällt mit der
Frankreichs zusammen bis zum Jahre 1871, wo dernordöstliche Theil mit Elsaß zum deutschen Reichs-lande Elsaß-L. vereinigt wurde.
L) Nieder-L. (l-obimrruxxu Llosanu, Ist. Ripuu-riu). In der Theilung L-s unter Bruno, 954, hatteHerzog Gottfried I. Nieder-L. od. das Land zwi-schen Maas, Rhein n. Schelde erhalten: sein SohnGottfriedII. starb ohne Erben976,n.nun fielL.nacheinander an den Prinzen Karl von Frankreich, 1005an die Grafen von Verdun, 1023 an die Markgra-fen von Antwerpen, 1048 an dis Grafen von Luxem-burg, 1069 wieder an die von Antwerpen, 1089 auGottfried von Bouillon, 1100 an Heinrich von Lim-burg, 1106 an Gottfried von Löwen, dessen Nach-komme Heinrich II. (III.)(gest. 1248)Len Titel einesHerzogs von Brabant aunahm. "Nach Lein Todedes letzten Herzogs von Nieder-L, n. Brabant,Phi-lipp (gest. 1430) fiel Nieder-L. an Burgund. Vgl.Bcgin, List, 4ss äueliös 4« I-orrum« sb 4s Lar,1832—34; Haussonville, Hist. 4s larsuulon 4s 1aI-orrains st In 4'ranos, 2. A. 1860; Digot, Hist.4o Iwrruins, Nancy 1856 f.; Huhu, Gesch. von Lo-thringen, Berl. 1877. Hemie-Lm Rhyn.
Lothringisches Aeucr(1?eu1nrrain),eine Misch-ung von Chlorschwefel mit Schwefelkohlenstoff, inwelchem Phosphor gelöst wurde. ES besitzt die Ei-genschaft, mit Ammoniak in Berührung gebracht, sichsofort zu entzünden n. hierbei selbst bei AnwendnuggeringerQnantitäteneine mächtig auflodecudeFlam»me zu erzeugen.
Lothringische Weine, s. n. Elsässer Weine.
Lothrohr, ein namentl. zu wissenschaftlichen Zwe-cken dienendes Instrument, mittels dessen die Tem-peratur einer Flamme durch Zufuhr von Luft be-trächtlich erhöht n. zugleich auf einen kleinen Raumconcentrirt werden kann. Es besteht ans einemetwa 20 em langen, schwach conischen Rohre, demWind rohre, welches an dem einen Ende mit einemHorumundstück versehen ist und an dessen anderemEnde ein etwas weiterer cylindrischer Behälter, derWindkasten, znrAufnahmemit gerissener Feuchtig-keit, durch Reibung sestgehalten wird. Aus den Wind-kasten tritt seitlich das enge, in eine seine u. gewöhn-lich ans Platin bestehende Spitze endigende Sei-tcnrohr von 3—4 em Länge hervor. Bläst mannun Luft durch das Wiudrohr n. hält die Spitze desSeitcnrohres in eine Spiritus-, Öl-od. Gasflamme,so wird ein Theil derselben seitwärts in Gestalt einerlangen, schmalen Flamme (Stichflamme) heraus-getrieben, der man jede beliebige Richtung gebenkann. Dieselbe besitzt eine sehr hohe Temperaturu. wirkt je nach der Haltung deS L-s u. der Stärkedes Blasens bald oxydirend, bald reducirend. Dieerforderliche Luft muß durch die Nase direct in denMund geschöpft u. mittels der Backenmuskelu aus-getrieben werden, denn nur so ist es möglich, derFlamme einen ununterbrochenen Strom sauerstoff-haltiger Luft znznführen. Bei dem Stand -L. istder Windkästen beweglich an einem Stative befestigtu. das Windrohr durch einen Kautschucklauch ersetzt,wodurch der freie Gebrauch beider Hände ermöglichtwird. Das L. von Rabs hat als Windkasten einenBallon von Gummi, die Lurch einen Kautschuck-schlauch eingeblasene Luft wird durch ein Ventil amZurückströinen gehindert. Bei dem Gaslöthrohrist Lampe u. Löthrohr vereinigt; das Seitenrohr ist