Druckschrift 
Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
Seite
338
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IrosiI>oIirkiiio!>ii — Lorch.

Popularität u. übte auf L. bis zu seinem Tode einet,großen Einfluß aus. Nach seiner Rucklehr in dieHeimath wurde er Kriegsmiuisler. Nach den, Todeseines Vaters, durch dessen letztwillige Verfügungzum Präsidenten bestimmt, ward er durch den Con-greß 16. Oct. 1862 zu dieser Würde auf 10 Jahreerhoben. Von jetzt au nur auf KriegSrllstnngen be-dacht, um Brasilien, Bolivia u. der ArgentinischenRepublik die au Paraguay greuzeudeu Provinzen zuentreißen, glaubte er sich endlich 1864 genügend vor-bereitet u. machte sich eine brasiliau. Intervention ineinen Bürgerkrieg in Uruguay zu Nutze, erklärte sichzum Protector des Gleichgewichts derLaPlata-Staa-len u. forderte uuterProteft Brasilien auf, seine Trup-pen aus Uruguay zurückzuzichen. Da man denselbenunbeachtet ließ, cröffnctc er Nov. 1864 die Feind-seligkeiten, bemächtigte sich im Dcc. der brasil. Pro-vinz Matto Grosso, sandte Anfang 1865 durchargentinisches Territorium 8000 Mann nach derbrasil. Provinz Rio Grande do Snl n. nahm die Pro-teste der argcntin. Regierung gegen eine solche Ver-letzung ihres Landes als eine Kriegserklärung ans.Ein fast nur aus Creatnren L-s bestehender, eiligstzusanlmciigernscncr Congreß genehmigte den Gewalt-act und erklärte formell auch gegen Brasilien denKrieg; zugleich ernannte er den Präsidenten zumMarschall. Noch che dieseKriegserklärnng inBnenosAyres notificirt worden war, ließ L. zwei im Hafenvon Cvrientes liegende argentinische Kriegsschiffewegnehmen und besetzte diese Provinz. Jndcß ent-rissen die seit 1. Mai 1865 verbündeten Regierungenvon Brasilien, Uruguay und der Argent. Republik,im Laufe des Jahres L. die von ihm besetzten Pro-vinzen u. fielen selbst 1866 in Paraguay ein. VierJahre lang wllthete nun mit wechselndem Glück dergräßlichste Krieg u. L. verthcidigle mit Geschick undAusdauer jeden Zoll breit Landes. Nachdem jedoch19. Febr. 1868 das Hanptbollwerk der Paraguitcn,die Festung Hnmaila, gefallen und L. 25. Dcc. imInneren des Landes bei Lomas-Vallentias bis zurVernichtung geschlagen war, der Rest des Heeresaber 30. Dec. bei Angostnra sich ergeben und dieAlliirten Anfang Januar 1869 in Asuncion eingc-gezogen waren, ward L. im eigenen Lande ein Flücht-ling. Mit wenigen hundert Mann führte er nocheine Zeitlang.in den unzugänglichen Schluchten desparagnitischen Hinterlandes den Guerillakrieg, biser nach verzweiseltem Widerstande I.März 1870 beiAq uidalan fiel. Sein unbegrenzter Ehrgeiz hatteihn zumUngeihüm gemacht, Las keine Freundschafts-bande, keinen Dank mehr, selbst gegen seine treue-sten Anhänger kannte. Dabei war er persönlich feig,ergab sich der Schlemmerei, während seine Anhängerfür ihn bluteten n. darbten. So groß als sein Ehr-geiz war auch seine Geldgier, die auch vor Verbre-chen nicht zurückschrak. Bartling.

I.opbobranokit,s.v.w.Bnschkiemer,s.FlscheS.122.

l.oplwpkoi'tis, so v. w. Glanzfasan.

I.opk>rus, eine Blattwespengatt., s. Sägewespen.

Loqnacität (v. lat.), Schwatzhaftigkeit.

Lora (L. del Rio), Stadt in der span. ProvinzSevilla, rechts am Guadalquivir, Station der Man-zanares-Cordova-Scvilla-Eiscnbahn; 7140 Ew.

Lorain, County im nordamcrikan. UnionsstaatOhio, 41" n. Br., 82° w. L.; 30,308 Ew.; Hanpt-sitz: Elmira.

l-vranttiaceae, Pflanzenfam. ans der Klasse der8antalinnö, immergrüne, gabelästigc Zträncher, ausBäumen schmarotzend; Äste knotig, oft an den Kno-ten gegliedert; Blätter meist gegenständig, dick, rin-denartig,, ganzrandig, handncrvig; Kelchröhre amFruchtknoten angewachscn, Saum 4— 8 , selten drei-theilig, Blnmcnkrone meist fehlend; Staubblätterden Kelchabschuitten aufsitzcnd, Fruchtknoten mit demmehrere Embryosäcke enthaltenden Eiche» verwach-send; Griffel mit kopfiger Narbe; Frucht beeren-artig; «amen mit fleischigem Eiweiß; Keimling um-gelehrt. Gattungen: ülisoilenclron, lLntiäapIwe^rooutliobinm, Visenm, Rnpcüa, I,nranbliu8.

l-vrantlms L. (Riemenblume), Pflanzengattuugans der Fam. der I-oranlIravsao, (VI. 1 .) Blüthcnzwitterig oder diöcisch, mit 4—8, oster 5—6 Kelch-abschnitten. Arten zahlreich parasitisch auf Bäumen,größtentheils in Südamerika; einheimisch: U. enw-paous ck-., in Österreich, Mähren, Steiermark,auf Eiche».

Lorbeerbaum, s. I-aurus,

Lorbeergcwächse, so v. w. Imnraeoas.

Lorbccrol (01. baeearnin lauri twtlwrenm),dünnftüssigeS, gclblichgrünes, durch Destillation derLorbeeren gewonnenes, intensiv wie diese riechendes,ätherisches Ol.

Lorca, Stadt in der span. Prov. Murcia, amphi-theatralisch am Abhange einer felsigen Hügelkette u.rechts am Sangonera gelegen, eine alte und nächstMurcia die blühendste Stadt der Provinz; 8 Kirchen(darunter die alte gothische Kirche Santa-Maria),große Salpeter- und Pulverfabriken, Bleischmelz-hütten, Tuchwebereien, Öl- und Kornmühlen rc.;19,297 Ew. (mit der Huerta 48,158). JnderNäheSilberbergwerke.

Lorch, 1) Dorf im Vcz. Linz des ErzherzogthumsÖsterreich ob der Enns, nahe bei Enns, unweit derDonau; mit ehrwürdiger Kirche (13. bis 15. Jahrh.erbaut). L. steht an der Stelle der römischen StadtLaureacuul, am Flüßchen Lanro (jetzt Lorch), inNoricum, die vom Kaiser Anrelianus erbaut sein soll.Es war Station einer Donanflotille n. Hanptguar-tier der I-o§io II. Italien mit Waffen-, bes. Schild-sabrik. Die Stadt war eine der frühesten Sitze de-Lhristenthnms in dortiger Gegend u. hatte schon inder Mitte des 3. Jahrh. einen eigenen Bischof, wel-cher nachher zum Erzbischof erhoben wurde. ZurZeit der Diocletianischcn Christenverfolgung erlitthier 304 der Centurio Florianus den Märtyrerlod.Im 5. Jahrh. wurde L. von den Deutschen ver-gebens belagert, im 6. Jahrh. von den Avaren zer-stört. Das Erzbisthnm verfiel seit Anfang des 7.Jahrh. n. das Stift wurde 737 nach Passau verlegt.L. ward im 8. Jahrh. nochmals von Len Ungar»zerstört. 3) Stadt im Obcramte Welzheim desWürttemberg. Jagstkrciscs, an der Rems, Stationder Württemberg. Staalsbahncn (Rcmsthalbahu);schöne Psarrkirche; Holzhandel; 1871: 2283 Ew.Dabei auf dem 342 in hohen Marienbcrge das ehe-malige Benedictinerklostcr L., welches als hohen-stanfisches Familienllostcr und Erbbegräbnis) u»Jahre 1102 von Friedrich von Hohenstaufen gestift"wurde. Es wurde im Bauernkriege >525 halb zer-stört, 153l—57 wieder hcrgcstellt. In der Kirchedesselben finden sich mehrere Grabmälcr der hohen-staufischen Familie. Der Ort L., wahrscheinlich röim-