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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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London.

die intelligentesten, schlanksten und gebildetsten, na-mentlich sprachkundigen Leute zu seinen Mitgliedern,Loch dient Liese geheime Polizei (tüwäodeetivskaros)mir zur Sicherheit der Person u. des Eigenthums;eine geheime Polizei im continentalen Sinne kenntman nicht. Die Themsepolizei, welche die Themseans Kähnen zur Nachtzeit abpatronillirt, sucht diesehr häufigen Diebstähle zu Wasser zu verhüten. Diegut orgauisirten Fcuerlöschanstalten stehen seit eini-gen Jahren unter besonderem, militärisch organisir-tein Commando (tlis London üro drii-ncls) n. sindanerkannt vorzüglich. Gefängnisse: Ncwgatcist das älteste u. dient zur Verwahrung der Crimi-nalverbrecher; zum Tode Verurthcilte werden ingewöhnlichen, aber bcs. sicheren Zellen bis zur Hin-richtung unter steter Bewachung abgesondert ausbe-wahrt. Andere Gefängnisse sind: Borough, fürSouthwark, Surrey Eounty Gaol, für Surrey,Totthill Ficlds, Bridewell- n. Ncw-Bridewell Pri-son (für weibliche Gefangene) Clerkenwcll Prison,Cold-Bath-Fields(Correctionshaus),mit Tretmühlefür solche, welche zur harten Arbeit (lmrä ladour)vcrurtheilt sind u. dasdemllthigcndc Gefühl haben,schwer arbeiten zu müssen, ohne Lurch ihre Arbeitirgendwie zu nützen, da sie ein großes, schweres Radunaufhörlich treten, welches nichts treibt. Zucht-häuser nach dem Jsolirungssystem sind: PcnitcnliaryMillbank, angelegt am Slldeude von Wcstminster, u.bes. das 1842 erbaute Pemonvillegefängmß; fernerLas neue City-Zcllcngcfäugniß in Canidenroad, imN. der Stadl. Todesstrafen finden seit einigen Jah-ren wieder häufiger statt, nachdem von 1829 abeine Reduktion statistisch nachgemiesen war. DieHinrichtungen am Galgen werden meist in dem Gc-sängniß N'ewgate vollzogen zuweilen auch im Hoise-mongerlane Gefängniß u. sind seit einigen Jahrennicht mehr öffentlich. Die Ciry-Vcrwaltung, inerster Linie in den Händen des von Jahr zu Jahrneu erwählten Lordmahors ruhend, basirt auf derEintheilnng in ivarclsfDistricte), kleine Gemeinde»für sich, deren jedem ein Alderman Vorsicht, welcherauf Lebenszeit gewählt wird: aus dem Collegiumder Aldermen geht durch Wahl der Lordmayor her-vor. Zur Theilnahme an den Wahlen berechtigtsind nur die Liverymen der Citygildcu, d. h. diewirklichen Mitglieder jener berühmten u. reichen L-erInnungen. Ist die Amtsdauer des Lordmayors(vom 9. Nov. des einen bis zum selben Tage desfolgenden Jahres) erloschen, so tritt er in das Col-legium der Aldermen zurück u. räumt seinem Nach-folger im Amt tlis oivio eimir (den Lordmayors-stuhl oder -Thron) ein; auch während er Lordmayorist, bleibt er Alderman seines Wards. Der LorL-mayor muß einer der 12 Hanptgilden, welche denTitel Iwnournble führen (Krämer, Specereihändlcr,Tuchhändler, Fischhändler, Goldschmiede, Kürschner,Schneider, Kleidcrhändler fmöroImndtaiiorsi,Pntz-,Salz-, Eisen-, WeinhänLIer n. Tuchmacher) ange-hören. Mitglieder der Iwnonrablt! eumpnnios sindu. a. kömgl. Prinzen, Herren vom höchsten Adel,Würdenträger, Ministern:., welche allerdings in derRegel nur den exquisiten Festessen beiwohnen, sichjedoch nichtsdestoweniger die Mitgliedschaft zur EhreRechnen. Ans dieser Grundlage hat sich für die L-erCity ein vollständiges, freies Selfgovernement ge-bildet, welches durch Privilegien u. Verträge aus-

reichend geschützt ist u. alle Functionen einer Staats-regierung ansübt: die ökonomische Mnnicipalver-waltung, die Milizverwaltnug, die der dirccteuSteuern, die Handhabung der Polizei, das Polizei-richtcr-, Anklage-, Untcrsuchuugs- und Slrafrichter-amt^ die Civilgerichtsbarkeit im weitesten Umfangedie selbstgesetzgebuug jedoch nur in sehr engen Gren-zen, die ausgiebige Vertretung im Parlament i Un-terhaus). Das sind Vorrechte, die fast einen Staatim Staate bilden n. wie sie kaum eine andere Stadtder Welt aufwcisen dürste, wenn sie nicht (wie z. B.Hamburg, Bremen rc.) an und für sich souverän isstWissenschaftliche und Kunstsammlungen!Das Vritisli Llusonm (s. d. Art. Britisches Mnscnm)steht hier obenan. JmRangcznnächststehtdasSontliLensingbon iilusoum in Brompton, südl. von Hyde-park, begründet durch den 1861 verstorbencnPrinzenAlbert von Kobnrg, Gemahl der Königin Victoria.Dasselbe umsaßt: eine Kunstschule für ZeichnenMalen n. Moüelüreu; cine Knnslbibliothek mit über25,000 Bänden nebst Sammlung von Zeichnungen,Kupferstichen, Photographien rc.; ein Mnscnm or-namentaler n. angewandter Kunst mit ca. 20,909theils eigenen, theils dem Institut geliehenen Kunst-werken des Mittelalters und der Neuzeit; eine Ge-mäldegalerie (National Kullorz- ob British Art), n.gehört nach Umfang n. Werth zu den ersten der Welt.Ein besonderes Museum für indische Alierthümcristneuerdings errichtet. NLchstdcmistLieNationalgalerieauf Trafalgar Loqnarc höchst bedeutend; sie wurde>887 vollendet n. enthält viele tressl. Gemälde ».An-tiquitäten. Andere Kunstsammlungen sind: Gemälde-galerie in Bnckinghamhonse, die Galerie des Her-zogs ofWestminster,dieGrosvenor-Galer!e,IoanesMuseum, meist Privalsammlungen. Hier sei auchnoch des berühmten Tnssandschen Wachsfiguren-cabincts in Bakerstrect, Portmansquare, Erwähn-ung gcihan, jedenfalls das reichhaltigste, sorgsältigstgeordnete n. porträtähulichste der Welt. Es enthält»eben den Abbildungen zahlreicher historischer Per-sönlichkeiten eine Menge authentischer Reliquien desersten Napoleon, die Guillotine, unter deren VeilLudwig XVI., Marie Antoinette n. Robcspierre en-deten, n. eine Menge anderer merkwürdiger Dinge.Von naturhistorischcn Sammlungen sind,außer dem Londoner Museum n. außer der Samm-lung ausgestopster Thiere der Zoologischen Gesell-schaft, der dieser gehörige /aoluz-ieul 6arüon imNorden vom Regentspark, welcher die merkwürdig-sten Thiere lebend enthält n. jedenfalls die bedeu-tendste Collection dieser Art bildet, sowie die Bota-nischen Gärten zu Kensington u. im nahen Kcw zubemerken; ferner Las Königliche od. Nene Aquarium,eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von L.;das Ständige wissenschaftliche Museum. Biblio-theken bestehen sehr viele, darunter die bei derPaulskirche, im Lambethpalast, im Britischen Mn-scnm, die Bibiiotirvca. ro--is, die Parlamentsbiblio-theken, die Guildhallbibliothck u. viele Bibliothekenvon Gesellschaften n. Privatpersonen. GelehrteGesellschaften: die Königliche Gesellschaft fürWissenschaft und Altcrthümcr (Idoz-ni Looist/) inSomersethonse; die Königliche Gesellschaft für Anti-quitäten; die Königliche Gesellschaft für Literatur,1823 unter Georg lll. errichtet, gibt ältere Werkeheraus, welche keinen Verleger finden, belohnt ans-

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