Langcudorf
Lustspiele: Don Quichote auf der Hcirath von Ga-llische, Die Bauernhochzeit, Die Mathematiker, DerPrahlhans oder der GaScogner u. a. in.; auch eineTravestie des 4. Buches des Virgil, in ScarronsWeise. Gcsammtansgabe seiner Werke, zu denenauch eine Geschichte der Holland. Fürsten in Reimenzählt, Haarl. 1700, 9 Bde., n. Ansg. Rotterd. 1829.
Langendorf (Hosznfalu), großes Gebirgsdorfim siebenbürg. District Kronstadt (Österreich), be-deutende Viehzucht, starkerHandel mit der Walachei;18KS: 7664 Einw. L. ist eines der sogen, siedenDörfer, welche Kronstadt gehörten und ehemals be-sondere Vorrechte hatten.
Langcndrecr, Landgemeinde imKreiseBochnmdes preuß. Regbez. Arnsberg; Station der Rheini-schen und Bergisch-Märkischen Eisenbahn; Eisen-walzwerk, Eokesbrennereien, Steinkohlenbergbau;1875: 6815 Ew.
Langenhorst, Dorf im Kreise Steilifnrt despreuß. Regbez. SNünster, an derVechte; Schnllehrcr-seiuinar n. Taubstummenanstalt; 830 Ew.
Langenknndcl, s. Kandel.
Langenlois, Akarktflecken im Bezirk Krems deSErzherzoglhums Österreich unter der Enns, an derLois; ansgedehnter Weinbau; 1869: 3524 Ew.
Lange»«, Friedrich Albert von, Jurist undGeschichtsforscher, geb. 26. Jan. 1798 in Merseburg;studirte seit 1816 in Leipzig Jurisprudenz und Ge-schichte, habilitirte sich 1820 als akademischer Docentin Leipzig, wurde 1822 OberhofgerichtSrath daselbst,1823 Appellarionsrath in Dresden, 1829 Hof- undJustizratb,l83l provisorischerRegiernngscommissärstir die Stadt n. iliiiversität Leipzig, ging 1835 alsErzieher des Prinzen Albert, jetzigen Königs vonSachsen, nach Dresden, entwarf 1836 das Gesetzüber das Verfahren vor dem StaatSgcrichtshofe,wurde 1837 von der ersten Kammer zum Mitglieddes Staatsgerichtshofes gewählt, 1845 WirklicherGeheimer Rath n. Director im Justizministerium u.ging in diesem Jahre als königlicher Commissärnach Leipzig zur Untersuchung des Angnstansstandes.Seit 18-19 war er erster Präsident des Oberappel-lalionsgerichts zu Dresden. Er schr.: Leben Her-zogs Albrcchts des Beherzten, Lpz. 1838; Moritz,Herzog n. Knrsürst zu Sachsen, ebb. 1841, 2 Bde.;Züge ans dem Familienleben der Herzogin Sidonic,Dresd. 1852; Christoph von Carlowitz, Lpz. 1854;Melchior von Ossa, Lpz. 1858; gab mit Kori: Er-örlernugen prakt. Rechtsfragen, Dresd. 1829—33,3 Bde., 2. Allst. 1836 fs. heraus, und war Mitbe-gründer der Annalen des Kgl. Sachs. Oberappel-lationsgerichts (1859). Er st. 30. Dec. 1868.
LangcnolsjOber-, Mittel- n.Nieder-L.), Kirch-dorf im Kreise Lanban des preuß. Regbez. Liegnitz,Station der Riedcrschlesisch-Märkischen Eisenbahn;Leinen-, Wollen- n. Banmwollenwcbcrei, Braun-kshlengrnben; 3600 Ew.
Langensalza, 1) Kreis im preuß. Regbez. Er-surt, von der Linie Gotha-Leinefcldc der Thüringi-schen Eisenbahn durchschnitten; 422„„ Hstrm (7,^gLgM) mit (1875) 34,792 Ew. 2) Kreisstadt darin,au der Salza; altes Schloß, höhere Bürgerschule,Polytechnikum, höhere Töchterschule, ThüringischeLandwirthschastsgcsellschaft; Banmwollenspinnerei,Bierbrauereien, Färberei n. Fabriken in Seiden-,Halbseiden-, Wollen- u. Leincnwaaren, Sago, Blci-
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weiß, Tapeten, Cigarren; 10,000 Ew. L. ist Geburts-ort des Arztes Hnfcland; dabei salinisches Schwefel-bad. L. war die Hauptstadt des knrsächsischen TheileSvon Thüringen. Es gehörte ursprünglich dein eineStunde davon entfernten Kloster Homburg, späterden Herren von Salza und erhielt 1211 Stadtge-rechtigkeit. Hier schlug Kaiser Heinrich IV. 1075die Sachsen und Thüringer; 15. Febr. 1761 Siegder Preußen n. Briten unter dem hannöv. GeneralSpörken über die Sachsen n. die RcichSarmce, und
27. Juni 1866 Sieg der Hannoveraner über diePreußen, dem aber, da in der Stacht vom 27. zum
28. neue preuß. Verstärkungen ankamen, so wenigFolge gegeben werden konnte, daß vielmehr diehannöv. Armee am 29. Juni capitnliren mußte.
Langenschnialbach , Kreisstadt n. Badeort imKreise Untertaunns des preuß. Regbez. Wiesbaden,290 m ü. d. M., am Fuße der hohen Wurzel imliefen, romantischen Thale am Münzenbach, zerfälltin Ober- u. Niedcrschwalbach; 2 evangelische, einekatholische ».eine englische Kirche, Synagoge; 1875:2734 Ew. Von den 16 Mineralgnellen mit Hellem,perlendem, pikant schmeckendem Wasser von -l- 7,«bis -s- 9„" II. werden mir der Wein-, Stahl- undPanlincnbrnnnen (die vorzüglichsten) znm Trinken,aber auch zu Bädern, der Rosenbrnnnen, die Adel-hcidsgnelle n. der Lindcnbrnnnen ausschließlich zuBädern benutzt. Sie gehören zu den alkalisch-erdi-gen Eisensäuerlingen, mit ansehnlichem Eisengehalt,u. werden des. bei Blntarmnth, Menstrnationsstör-nngcn, weißem Fluß,Hysterie, Blasenkatarrh :c. mitErfolg angewandt. Saison von Mai bis Ende Sept.Zahl der Kurgäste jährlich gegen 5000; von demMineralwasser werden jährlich etwa 130,000 Krügeversandt. L., das 1352 zuerst erwähnt wird, gehörtefrüher zur Grafschaft Katzenellenbogcn, kam 1816an Nassau n. 1866 an Preußen. Es war im vori-gen Jahrh. ein Lnxnsbad. H- Ä-rns.
Langcnsce, so v. w. Lago-Maggiore.
Langenselbold, Flecken im Kreise Hanau despreuß. Regbez. Kassel, an dcr Gründan, Stationder Frankfnrt-Bebraer Eisenbahn; Schloß, Wein-bau; 1875: 3064 Ew.
Langenthal, Marktflecken im Amte Aarwangendes Schweizcrkantons Bern, an der Langeten, Sta-'tion der Ccntralbahn; Stapelplatz für den Käse- u.Leiuwandhandcl des unteren Emmenthales, besitzteine stets im Wachsen begriffene Industrie in Lein-wand-, Wollen-, Seiden-, Lcderwaaren, Käse rc.;3984 Ew. Inder Slähe das Langenthaler Bad.
Langenzenn, Stadt im Bez.-Amt Fürth desbayer. Regbez.'Mittelfranken, an derZenn; Stationder Bayer. Slaatsbahn, mit Ältanern und Graben;schöne gothische Kirche; Strnmpfwirkerei, Obst-,Tabak- u. Hopfenban; 1875: 1710 Ew.
Langer, 1) Johann Peter von, deutscherHistorienmaler, geb. 1756 zu Kalkum bei Düssel-dorf, st. 6. Ang. 1824 zu München. Unter Krahnin Düsseldorf gebildet, wurde L. 1784 Professor,1789 Director der Düsseldorfer Akademie n. späterauch der Galerie daselbst; folgte 1800 einem Rufenach München u. wurde 1808 Director der'Akademieder Künste daselbst. Er gilt als einer der letztenRepräsentanten der sogen, akademischen Kunstricht-ung. Eine bedenkliche Berühmtheit erlangte L. da-durch, daß er eine Anzahl namhaster junger Talente,