dehnnng, seine L. hat. Die L-ngrade, d. h. diezwischen zwei ans einander folgenden Mittagslinien(Meridianen) gelegenen Streifen der Erdoberfläche,sindnnr auf demÄqnator 15 M. breit, vcrschinälernsich von da ab gegen den Nordpol wie gegen denSüdpol hin n. beiragen z. B. schon in der Breite desmittleren Deutschland nicht mehr voll 10 M inwcstöstlichcr Ausdehnung. Die scharfe Bestimmungder L. für einen Ort hat weit größere Schwierig-keiten, als die der Breite. Über die Verschiedenheitder Annahme eines ersten Meridians (die ganz will-kürlich ist) s. unter Meridian. Die Reducirnng desBetrages der L. nach einer oder der anderen Vor-aussetzung ans andere (wobei eben so östliche undwestliche L., vom ersten Meridian an bis znm180°, als bloß östliche L., bis zur Wiedererrcichnngdes ersten Meridians, also bis znm 360", gerechnetwird) ist leicht; aber der Abstand eines Meridiansvon einem anderen kann nur durch Verschiedenheitder Mittagszeit ans beiden Meridianen bestimmtwerden, welche aber auch durch Wahrnehmungen ananderen Himmelskörpern als an der Sonne in ähn-licher Weise berechnet werden kann. Hicrzn dienenBeobachtungen des Anfangs und Endes der Mond-finsternisse, des Ein- und Austritts der Mondfleckenin den Erdschatten und ans demselben, Ein« u. Aus-tritte der Jnpiterstrabantcn in Len Schatten ihresHauptplanctcn. Die Ungewißheit, welche ans derSchwierigkeit ganz neuer Beobachtungen hierbeihervorgcht, wird noch größer, wenn die Beobachtungzur See ans Schiffen angcstellt wird. Diese Be-stimmung heißt auch Meer-L. In neuerer Zeit istjedoch diese durch Verbesserung der Chronometer(s. d.) sehr vermindert u. dadurch die Schifffahrt umVickds sicherer geworden, indem es dann bloß ausdie Ausmittelnng des wirklichen Mittags für einenOrt ankommt, um den Abstand nach L-ngradcn voneinem anderen Orte, dessen Mittag der Zeit nachbekannt ist, zu berechnen. Auch die znm Gebrauchder Schiffe eingerichteten Mondtaseln sind hierbeivon großem Nutzen. Das genaneste Verzeichnis)der geographischen L. (n. Breite) der vorzüglichstenSternwarten findet sich im 6. Bande des Geogra-phischen Jahrbuches von E. Bchm (Gotha 1876)S. 698—700. l) Specht, s, Äirchhoff.
Länge, 1) eine von den drei räumlichen Größen,bei welcher bloß der durch eine Linie ansgedrnckteAbstand eines Punktes von einem andern berücksich-tigt wird, s. Dimension; 2) volle Dauer eines Zeit-abschnittes, so: L. eines Tages, Zeit von Son-nenanfgangbisSonnennntergang; L.einer Nacht,Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang;3) die metrische Eigenschaft einer Silbe, daß man,um dieselbe ansznsprcchen, zwei Zeitthcile (Llorrro)nöthig hat, ihr Zeichen ist —.
Lnngcac, Stadt im Arr. Brionde des sranz.Dep. Haute - Loire, am Allier, Station der Paris-Lyon-Mittclmeerbahn; Mineralquellen, Spitzen- u.Holzfchnhfabrikation, Scidcuzucht; 1872: 2771 Ew.(Gcm.3773). Inder NäheBlei-u. Steinkohlengrn-beu, Mühlstein-n. Spicßglanzbrüche. Sonst zugleichTitel eines Hcrzogthnms.
Langcais, Stadt an der Loire, im Arrond.Chinon des franz. Dep. Jndrc-ct-Loire, Station derOrleansbahn; schönes Schloß ans dem Anfänge des15. Jahrh., Friedensgcricht, merkwürdige alte Kirche
(1118 erbaut); berühmte Melonenzucht, Fabrikationvon verzierten Töpferwaaren, Leinwand und Essig,Torfgräberei, Kohlengruben; 1872: 1276 Ew.(Gem. 3450). Dabei die Ruine eines im 10. Jahrh.erbauten Schlosses; in demselben wurde die Heirathder Herzogin Anna mit Karl VIII. vollzogen, wdurch die Bretagne an Frankreich kam. H- Berns.
Langebek, Jakob, dänischer Geschichtsforscher,geb. 23. Jan. 1710 in Jütland, gründete 1745 dieGesellschaft für dänische Sprache u. Geschichte, w rrde1758 Aufseher des dänischen Archivs das. u. starb16. Ang. 1775 in Kopenhagen; er gab her ns:Joripboros rorum ckanionrnm msclir aovi, Kop enh.1772 — 74, 3 Bde.; nach seinem Tode von Su hmfortgesetzt, 1776—92, Bd. 4—7, und von Engels oftWerlauff, Bd. 8, 1844.
Langeland, Insel im Großen Belt, zum dän.Amte Svendborg gehörig; zwischen Fünen u. Laa-land, von letzterer Insel durch den Langelands Beltgelrennt; ist von N. nach S. 52 Lm lang, aber nur4— 8 Icm breit, 275 sFslcm (5 UM) groß, meist ebenesLand; gute Bewässerung, Wald, bedeutender Acker-bau (Getreide, Flachs, Obst), Viehzucht u. Fischerei;etwa 20,000 Ew.; Hanptort ist Rndkjöbing. Im13. Jahrh. bildete die Insel mit dem Fürstenrhnms-titel eine Besitzung königlicher Prinzen; später er-hielt sie als Besitzung des Grafen Ahleseld den Titeleiner Grafschaft. H- Berns.
Langelsheim, Flecken im braunschweig. KreiseGandersheim, an der Innerste, Station der Magde«bnrg-Halberstädter Eisenbahn. 1871: 2016 Ew.Unweit von L. liegt an der Grane das Sophien-hüttenwerk, Eisenwerk.
Langemarck, Marktflecken im Arr. Upern derbelg. Prov. Westflandern; Spitzcnfabrikation, Lein-weberci; 1866: 6119 Ew.
Langen, Stadt im Kreise Offenbach der großh.Hess. Provinz Starkenburg, Station der Main-Neckärbahn; Sandsteinbrüche; 1875: 4087 Ew.
Lange», Joseph, katholischer Thcolog, geb.3. Juni 1837 in Köln, stndirte in Bonn, wurde1859 Pfarrvicar und 1860 Repetent am katholisch-theologischen Convict in Bonn; hier habilitirte ersich im Herbste 1861 bei der theologischen Facnltät u.wurde 1864 znm anßerordentl. u. 1867znm ordentl.Professor der nentestamentlichcn Exegese ernannt.Wegen Ablehnung der Beschlüsse des VaticanischenConcils am 1. April 1871 snspcndirt und 1872 ex-commnnicirt, wurde er vom Ministerium zum Mit-glied derExaminationscommissionfnr katholische Re-ligionswissenschaft ernannt. Schriften: Die Leutero-kanonischen Stücke des Buches Esther, Frcib. 1862;Die letztenLcbenstageJesn, ebd. 1864: Das Juden-thum in Palästina zur Zeit Christi, ebd. 1866;Grundriß der Einleitung in das N. T., ebd. 1868,2. A. Bonn 1873; Das vaticanisckie Dogma, Bonn1871—76, 4 Thle.; Die Kirchenväter n. das N. T.,ebd. 1874; Die Trinilarische Lchrdifscrcnz zwischender Abendländischen und Morgcnländischcn Kirche,ebd. 1876; außerdem Abhandlungen in Fachzeit-schriften.
Lange Nacht (Jndenth.), der dem Gebet ge-widmete Tag vor dem Versöhnungsfest.
Langes Parlament (I-on§ karliament), s.Englanö Geschichte S. 350.
Langer Tag, so v. w. Versöhnnngsfest.