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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
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Landwirlhschastlichcr Credit Laue.

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des Getreides in den genannten Ansnahmsjahrenentsprachen. Da aber diese Kornpreise sich dauerndnicht erhalten ließen, so kamen solche Pächter undAckerkäufer alsbald in die unangenehme Lage, ihreBerbindlichkcitcn nicht erfüllen zu können. Die Einenwie die Anderen wurden von den Grundstücken ver-trieben. Es entstand ein Übermaß des Ansgebotsvon Pachtseldern n. zu veräußernden Grundstücken;der landwirthschastliche Credit ward erschüttert, viel-fach ganz vernichtet, und da überdies die Erschöpf-ung, welche ans die Anstrengungen großer Kriegestets zu folgen pflegt, sich auf allen Gebieten deswirthschastlichen Lebens immer intensiver cinstellte,so war eine furchtbare landwirthschastliche Krise un-abwendbar. Bon einer landwirthschaftlichen Über-production kann in der Regel dermalen um so weni-ger die Rede sein, als eine solche doch nur in reich-bevölkerten Ländern stattfinden könnte, diese aber inder Neuzeit mit Absatzwegen nach dem Anslande(bes. Eisenbahnen) reichlich versehen sind, so daßVcr-kaufsgelegcnheit, wenn auch zu herabgesetzten Prei-sen, fast niemals fehlt. Anders war es allerdingsfrüher in manchen Ländern, wie denn namentlichder rnss. Domänenministcr noch i. I. 1847 in einerDenkschrift hervorhob: zwei Jahre zuvor sei imPskowschen Gouvernement der Lfcheiwcrt Roggenauf 10 Rubel gestiegen, während derselbe 85 Meile»davon entfernt noch nicht i z Rubel galt; in einemu. demselben Gouvernement steige n. falle der Preismit den Ernten um das Sechs- u. Zehnfache.

Bon äußeren Veranlassungen landwirthschaft-licher Krisen sind zunächst unglückliche Kriege mitihrenWcrlhzcrstörnnge», Natnrallicsernngenn.Con-tribntionen zu nennen. Sind sie auch ihrer Naturnach vorübergehend, so hintcrlassen sie doch nichtselten länger (zuweilen sehr lange) dauernde Nach-!Wirkungen. Bcmcrkenswerth ist, daß selbst Lie>kolossalen Fortschritte in Herstellung guter Conimn-!mcationsmittel tief wirkende landwirthschastliche Er-jschiittcrnngen nach sich ziehen können. So fühlt heute!die deutsche Landwirthschaft höchst empfindlich die ge-!wattige Concnrrcnz, welche infolge der wohlfeilenTransporte ihrem Getreidebau aus Ländern wieAmerika, Rußland und Len unteren Donanländernerwachsen ist, deren Productionsvcrhältnisse entschie-den günstiger als die ihrigen sind. Auch muß selbstauf die Hoffnung einer Wiederkehr der früheren Zu-stände verzichtet werden; hier hilft nur eine Umge-staltung des Bcwirthschaftungssystcins, sei cs durchAnbau anderer Producte, oder durch Anwendungverbesserter Werkzeuge, rationellere Benutzung desBodens :c. Allgemeine Umgestaltungen der socialenEinrichtungen haben zuweilen ebenfalls tief gehendeErschütterungen auf dem landwirthschastlichen Ge-biete zur Folge. Hier ist vor allein die Befreiungdes Bodens von den Feudallastcn zu nennen, eingewaltiger Fortschritt, der, von Frankreich ausge-hend, selbst in dem benachbarten n. hochcnllivirtenDeutschland, vielfach doch erst nach länger als einemhalben Jahrhundert (1848) vollständige Nachahm-ung fand. Andere Verbesserungen, gleichfalls vonwelthistorischer Bedeutung, wie die Emaucipationder Sieger in Amerika und der Leibeigenen in Ruß-land, ließen u. lassen sich nicht ohne schwere Schä-digungen in der nächstfolgenden Zeit durchführen.Gegenwärtig befindet sich die Landwirthschaft Mit-PlererZ Nnivcrsal-ConvcrlcNwnS-Lcxilon. L. Ausl. XII.

teleuropas, insbesondere Deutschlands, in einer Über-gangsperiode, die eine gewisse Krise in sich schließt,i Der dnrch die neuen Communicationsmittel für sieentstandenen Concnrrcnz haben wir bereits gedacht.

. Der Schwindel auf gcwcrbsindustricllemGebiete hatihr seit Jahren Arbeitskräfte entzogen, ein Moment,!das infolge des 1873 begonnenen großen Krachsseitdem allerdings zum Stillstände gebracht ist. Die. ungeheuere Ausdehnung des Militärdienstes entziehtIdem Ackerbau noch mehr Hände, u. zwar sowol nu-> mittelbar, als auch mittelbar, indem dadurch die.Auswanderung vieler Zehntansende kräftiger junger! Männer, die sich dem Kascrnenleben zu entziehen sn-s chen, veranlaßt wurde; u. wen» auch dieser Exodusmomentan viel geringer geworden ist, so hat er ebendoch noch keineswegs vollständig ansgehört, u. über-dies läßt sich sein Wiedererwachen vorhersehen, so-bald die wirthschastlichen Verhältnisse in Amerikadie jetzige Krise überwunden haben werden; zudemfehlen bei uns die früher fortgezogeucn Menschen;

! endlich finden nicht wenige Banernbnrschendas Stadt-lebcn, mit dem sie während ihrer militärischen Dienst-szcit bekannt geworden, angenehmer als die land-swirthschaftliche Beschäftigung, und suchen in den^ Städten zu verbleiben. Infolge aller dieser Ver-hältnisse haben sich die Ansprüche der Arbeiter anI die Grundbesitzer u. Pächter gewaltig erhöht. Viel-fach werden nicht blos, was nur natürlich, höhereLöhne gefordert, sondern daneben weniger und ge-ringere Arbeit geleistet. Alles zusammengefaß:,würde spccicll die deutsche Landwirthschaft dermaleneine der erschütterndsten landwirthschastlichen Krisendnrchznmachen haben, wenn nicht zwei wichtige Mo-mente anderer Art eine Abschwächnng des Uebels be-wirkten; einmal ist die Landwirthschaft dnrch dieendlichcBeseitignng derFcndallasten in bedeutendemMaße gekräfligt und widerstandsfähiger geworden:znm Andern haben die Bodencreditinstitme (s. Cre-ditanstalt) der Landwirthschaft Hilfsmittel gewährt,wie sie deren zuvor nie erlangte, sowol was Aus-dehnung des Credits, als was Sicherung gegen plötz.liches Kündigen der schuldigen Capitalien und gegenSteigerung des Zinsfußes betrifft. Kolb.

Landwirthschaftlicher Credit, s. Credit.

Landwirthschastliche Vereine,?. Landwirth-schaft.

Landwirthschastliche Versuchsstationen,

s. Agricnltnrchemie.

Landwirthschaftspolitik,s.Volkswirthschafts-

politik.

Landwirthschaftsrecht (sius ^oorgioum), derInbegriff derjenigen, theils dem Privat-, theils demBerwaltnngsrecht angehörcnden Rechtsgrnndsätze,welche in Beziehung ans die Verhältnisse des Land-baucs in Geltung sind n. bei dem Betriebe der Land-wirthschast zur Anwendung kommen. Meiste, Hand-buch des allgemeinen deutschen L°s, Lpz. 1838.

Landzwang, s. unter Landfriedcnsbrnch.

Lane, Eduard William, berühmter englischerOrientalist, gcb. 1801 in Hcresord; widmete sich,nachdem er einen kurzen Versuch in der Gravirknnstgemacht hatte, dem Studium der oriental. Sprachen,besuchte Ägypten in den Jahren 182528 undbrachte als Ergebnis; seiner Forschungen eine Be-schreibung von diesem Lande u. von 'Nubien mit, diemit 100 Zeichnungen illnstrirt war, deren Druck je-

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