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heraus: Observationss a^tronomiorrv iu spoculrrro^ia Alomrelicm.-ü und Annalen der MünchenerSternwarte und Supplemente, zusammen 37 BLe.,-Nünch. 1833—7»; Jahrbuch der königlichen Stern-warte bei München, ebd. 1838 — 41; MagnetischeOrtsbestimmungen, ansgcführt an verschiedenenPunkten Bayerns, ebd. 1854—56, 2 Bde.; Magne-tische Karte v. Deutschland n. Bayern, ebd. 1854. r.
Lamoriciere, Christophe Leon Louis In-ch ault de, frauz. General, geb. 5. Febr. 1806 in-lautes, besuchte die Polytechnische Schule inParis,die Militärschule in Metz n. trat 1828 in das Gcnie-corps; 1830 der Armee von Algier als Offizier ein-verleibt, zeichnete er sich dort so ans, daß er bereits1837 nach der Erstürmung von Constantine Oberstwurde; 1840 Brigadegeneral und Gouverneur derProvinz Oran, befehligte er die siegreichen Expedi-tionen 1842 nach Mascara n., 1843 zum Divisions-general befördert, 1844 nach Marokko. WährendBngeands Abwesenheit in Frankreich, 1845, wurdeL. znm provisorischen Gencralgonverueur vonAlgiern. infolge der Expedition nach Tlemsen im October1846 znm GeneraUieutcuanl ernannt. Ende d. I.ging er znm dritten Male nach Algier n. betheiligtesich 1847 an der Expedition gegen Abd cl Kader,welchen er 22. Dccbr. gefangen nahm (s. Algerien,S.420). Am 24. Febr. 1848 znmMilitärcomman-danten von Paris n. bald darauf znm Oberbefehls-haber der Nationalgarde ernannt, trat er in denLerthcidiguugsrath. Im März wurde er Comman-deur der 8. Militärdivision. Beim Pariser Juni-anfstand 1848 bewies er die kaltblütigste Tapferkeit.Unter Cavaignac war er bis znm 2o. Dec. Kriegs-Minister; 13. Juli 1849 wurde er znm anßcrordent-licheuGesandten am Petersburger Hofe ernannt, gababer schon im Nov. seine Entlassung. Als Abgeord-neter (1846, 1848, 1850 n. 1851) vertrat er dyna-stische u. konservative Interessen. Als Gegner LouisNapoleons beim Staatsstreich 2. Dec. verhaftet undJan. 1852 über die Grenze bis Köln gebracht, lebteer bis Herbst 1857 im Auslande. Im April 1860übernahm er mitErlanbniß Napoleons III. das Com-mando der päpfll. Armee gegen Piemont, focht aberunglücklich namentlich 18. Sept. bei Castelsidardo u.mußte 29. Sept. Ancona übergeben. Er kehrte nunnach Frankreich zurück n. st. 10./1I. Sept. 1865 ansseinem Schloß Prouzcl bei Amiens. Bgl. Pongcsis,I-s AsnörnIüo I,.,Par. 1866; Keller, Iw AÖnsrai I-.,ebd. 1873, 2 BLe. Schroet.
Lamormain (eigentlich Lämmermann), Will).,Jesuit, geb. 1570 im Luxemburgischen, Beichtvaterdes Kaisers Ferdinand II., hatte großen Antheil ander harten Behandlung der Protestanten in Böhmennach der Schlacht auf dem Weißen Berge; er sollmehr als 100,000 Personen zur Katholischen Kirchegebracht n. viel zum Sturze Wallenstcins beigetra-gen haben; st. 22. Febr. 1648 in Wien.
Lamothe, Jeanne de Lnz, de St. Remy, deValois, Gräfin von, die Hauptperson des be-rüchtigten Halsbandproccsses, geb. 22. Juli 1756in Fonlete in der Champagne von armen Eltern;sie behauptete, von den Balois abznsiammen, wurdedarin am Hose unterstützt n. verschaffte sich von die-sem für sich und ihre Geschwister eine Pension von1600 Livres. Darauf mit dem Garde-Osfizicr Gra-sen v.L., verheirathet, lebte sie in Versailles und
I kam mit dem Cardinal Prinzen Nohan iu ein ver-trauliches Berhältniß, der damals mit dem Hofe,
^ namentlich mit der Königin zerfallen war. Da sie^ bcmertrc, daß er ein heimlicher Anbeter, dieser war,slockte sie ihm unter dem lügenhaften Borgcben seineVerzeihung wieder zu erwirken, durch in: Namender Königin gefälschte Briefe n. sogar durch ein Nen-devouz, wobei eine feile Dirne die Nolle der Königinspielte, nach u. nach 120,000 Livres ab, welche dieserimmer der Königin geliehen zu haben meinte. DieHosjuwcliere der Königin, Böhmer und Basseuge,hatten eben damals ein schönes Halsband von Dia-manten verfertigt, welches sie sich 1,800,000 Livresausboten. Die Königin hatte es gesehen, es aber alsznthencr znrückgewiesen. DieL. wußte nun dem Car-dinal glauben zu machen, daß die Königin gesonnensei, das Halsband zu kaufen n. nach n. nach zu be-zahlen; daß sie aber ans besonderer Gunst den Car-dinal beauftrage, dies Halsband in ihrem Namenzu kaufen. Nohan ging in die Falle, kaufte dasHalsband für 1,600,000 Livres, zahlbar in vierTerminen, und überlieferte cs der L. (1785). IhrGatte begab sich sofort nach England, um die Edel-steine zu verlaufen. Unterdessen war der erste Zahl-ungstermin gekommen. Böhmer verlangte von derKönigin Geld, n. diese erfuhr überrascht, baß Nohanunter ihrem Namen den Schmuck gekauft habe.Nichts von dem Betrug ahnend, verlangte sie strengeGenngthunng. Ein Proceß (Halsbanbproceß) be-gann n. nach n. nach kam die Wahrheit an den Tag.Durch das Unheil vom 31. Mai 1786 wurde derCardinal freigesprochen, aber vom Hofe verbannt;der Graf L. als Hauptmitschuldiger zur Brandmark-nng und Galeerenstrafe auf Lebenszeit, die Gräfinebenfalls zur Braudmarkuug auf beiden Schulternn. zu lebenslänglichem Gefängniß vernrthcill. -lachzehn Monaten entkam sie ans der Salpetriere, wo-hin sie gebracht worden war, und floh nach London,wo ihr Gatte schon eine angebliche Rechtfcrtignngs-schrift für sie heransgcgeben hatte. Hier starb sie23. Aug. 1791 durch einen Sturz aus dem Fenster.Die Halsbandgeschichte gab nachher den Feinden derKönigin Gelegenheit, die abenteuerlichsten Gerüchteüber sie auszusprengcn n. sie in Mißachtung bei demVolte zu bringen. Selbstbiographie Paris 1793 ;vergl. Camperdon, Claris Vutvinotto st Io yroossciu coUior. ebd. 1863. He.mc-Äu, Nhyn.» .
Pamotsic-le-Än>)cr, Francois de, ErzieherLudwigs XIV., fkcpliicher Philosoph, geb. zu Paris1588, übernahm nach vollendeten Studien die vonseinem Vater auf ihn vererbte Stelle eines Geuera!-procnrator-Substituten beim Parlameur, gab sicaber ans Liebe zu seinen philosophischen Studienbald wieder auf. Bereits über 50 Jahre alt, ließer seine erste Schrift: 11o I'instrnoliün cio 21. Iovanillrin, Par. 1640, erscheinen, erregte durch die-selbe Richelieus Aufmerksamkeit, der ihn zuerst mitder Erziehung des Herzogs von Anjou, dann mitder des Dauphins, nachmaligen Ludwigs XIV., u.nach dessen Berheirathung mit der des jüngerenPrinzen von Orleans betraute. Später nochSlaatS-rath n. Mitglied der Akademie, st. er 1672. SeinHauptwerk: lking ckmkoAnss tllits ä I'Imitation äoaaneivus pur Hvr-rtius I'nboro, Mons1671, neuesteAnfl. Berl. 1704, vertheidigt entschieden den Skepti-cismus u. bespöttelt die geoffenbarte Religion; Las