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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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180 Der Minister d. Ausw. Angelegenheiten; die Maigesetze.

sei, über meine Stellung zum Staatsministerium nachmeiner Niederlegung des Präsidiums Auskunft zu geben,so möchte ich das doch nicht als absolut richtig anerkennen.Auch wenn mein Ressort noch kleiner im Budget wäre,als es jetzt ist, so würde ich es doch für meine Pflichtgehalten haben, soweit meine Gesundheit es erlaubt, per-sönlich zu dessen Vertretung zu erscheinen.

Was die Motive des Wechsels in der Verteilungder Geschäfte im Staatsministerium betrifft, über die derHerr Vorredner eine volle Beruhigung vermißt, so erlaubeich mir vor allen Dingen festzustellen, daß solche Motiveim ganzen immer einfacher liegen, als das Gerücht und diePresse gern annimmt. Wenn man sie einfach nimmt, wiesie liegen, so fällt die Möglichkeit, darüber eben zu schreibenund zu konjekturieren. Es ist bekannt, daß der Geschäfts-umfang, der mir oblag, ein so vielseitiger und ausgedehnterwar, wie es kaum je in einem ähnlichen Verhältnisse in einemStaat von ähnlicher Größe, in einem Reiche von ähnlicherBedeutung, wie das deutsche, der Fall gewesen ist. ImAnfang der Periode der Kumulation dieser Geschäfte hieltich es fast für unmöglich, einen Teil derselben abzutrennen,ohne das Ganze zu gefährden. Es kam dazu, daß meineArbeitskraft eine stärkere war, als sie schließlich gebliebenist. Es kam dazu, daß ich gerade in dem AuswärtigenAmte, welches ich vorzugsweise als meine spezielle Auf-gabe betrachte, eine Hilfe hatte, deren ich gerne bei dieser Ge-legenheit gedenke, es war der verstorbene GeheimratAbeken, der seitdem verschieden ist. Ich habe mich nachund nach überzeugen müssen, daß es ganz unmöglich ist,diesen bedeutenden Umfang der Geschäfte, der mir oblag,auch nur in der Weise zu übersehen, daß ich jederzeitmich darüber entschließen kann, ob ich die Verantwortung