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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Nach Kanossa gehen wir nicht!

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worden, zur Ausführung zu gelangen. Ich kann wohlsagen, daß ein solcher Fall nicht häufig vorkommt. Esist üblich, daß, wenn ein Souverän seine Wahl zu einemGesandten, zu einem Botschafter getroffen hat, er dannaus Courtoisie an den Souverän, bei dem der Gesandteakkreditiert werden soll, die Frage richtet, ob dieser ihmporsons, Zimts, sei, es ist indessen ganz außerordentlich seltender Fall, daß diese Frage verneint wird, da es doch im-mer ein Rückgängigmachen einer einmal geschehenen Er-nennung bedingt; denn was der Kaiser zu einer solchenErnennung thun kann, thut er vorher, ehe er anfragt.Also er hat ernannt, ehe er ausragt, die verneinende Ant-wort ist also eine Forderung, das Geschehene zurückzu-nehmen, eine Erklärung: Du hast unrichtig gewählt! Ichbin seit ziemlich zehn Jahren jetzt auswärtiger Minister,ich bin seit 21 Jahren in den Geschäften der höherenDiplomatie, und ich glaube mich nicht zu täuschen, wennich sage, es ist dies der erste und einzige Fall, den icherlebt (hört! hört!), daß eine solche Frage verneinendbeantwortet wird. Ich habe öfter schon erlebt, daß Be-denken ausgesprochen sind gegen Gesandte, die bereitslängere Zeit fungiert hatten, daß ein Hof in vertraulicherWeise den Wunsch ausgesprochen hat, daß ein Wechselin der Person erfolgen möge; dann aber hatte dieser Hofeine mehrjährige Erfahrung im diplomatischen Verkehrmit dieser Person hinter sich, hatte die Ueberzeugung,daß diese Persönlichkeit zur Sicherung der von dem Hofegewünschten guten Beziehungen nicht geeignet sei, undäußert dann in der vertraulichsten Form, gewöhnlich ineigenhändigem Schreiben von Souverän zu Souveränmit Erläuterungen, warum dies geschehen und dennochin einer sehr vorsichtigen Weise; es wird selten oder nie