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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Reichstagssession 1872.

Reichskanzler unterzentrifugalen Elementen" diejenigen versteht,die keinen Sinn für die Einheit und Machtstellung des DeutschenReiches haben, so spreche ich ihm jedes Recht ab, von mir einsolches Urteil auszusprechen," Fürst Bismarck:

Der Herr Vorredner braucht dies nicht in so er-regter Manier zu thun, denn ich kann ihm die Versiche-rung geben, daß ich an ihn nicht gedacht habe; diezentrifugalen Elemente liegen ganz wo anders, als aufseiner Seite. (Große Heiterkeit.)

Abg. Richter (persönlich):Der Herr Reichskanzler hat be-merkt, daß jeder Abgeordnete den Wählern angenehm sei, der ihnendurch Versprechungen von Herabsetzung einer Steuer schmeichle . ...Ich kann der Aeußerung des Herrn Reichskanzlers auch deshalb einepersönliche Bedeutung nicht beimessen, weil es überhaupt der parla-mentarischen Sitte widersprechen würde, seinem Gegner schlechteMotive unterzulegen." Fürst Bismarck:

Ich kenne die Wahlreden des Herrn Vorredners nichtund kann ihn deshalb auch nicht als Ziel vor Augengehabt haben. Ich kann ihm versichern: mein Ziel marbreiter. (Große Heiterkeit.)

Der Antrag Haverbeck ging an die Budgetkom-mission.

4. kl ach Kanossa gehen wir nicht!

14. Mai 1872.

Der deutsche Kaiser ernannte im April 1872 den KardinalFürsten Hohenlohe zum Botschafter des Deutschen Reiches beimpäpstlichen Stuhle, doch bedauerte der Papst, wie Kardinal An-tonelli dem deutschen Geschäftsträger v. Derenthall mitteilts,einenKardinal der heiligen römischen Kirche, auch wegen der augenblick-lichen Verhältnisse des heiligen Stuhles, zur Annahme eines sodelikaten und wichtigen Amtes nicht autorisieren zu können." DieAngelegenheit kam im Reichstage in der 21. Sitzung am 14. Maizur Sprache, als es sich bei der Beratung des Etats für das Aus-