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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Reichstagssession 1872.

zusetzen, halte ich für schwierig. Es kann sein, daß dieVorlagen für den Reichstag aus irgend welchen Gründennicht rechtzeitig fertig werden. Es kann sein, daß dadurchdie Notwendigkeit eintritt, die Masse der parlamentarischenArbeiten, die auf den einzelnen Herren lasten, noch da-durch zu vermehren, daß man eine zweite Reichstagssessionin demselben Jahre beruft, während man sonst vielleichtmit einer ausgekommen wäre. Außerdem würde es, wennein Gesetz darüber gemacht sein sollte, eine wesentlicheBeschränkung einer derjenigen Prärogativen des Kaiserssein, die Seiner Majestät nach der deutschen Verfassungpersönlich zustehen. Aber jedem Wunsche, der die Mehr-heit des Reichstages für sich hat, mag es Winters-, mages Herbstzeit sein, werden die verbündeten Negierungenund Seine Majestät der Kaiser, dem die Berufung zusteht,sehr bereitwillig entgegenkommen, und ich würde michfreuen, wenn darüber eine Meinung mit Mehrzahl fest-gestellt würde, ich würde mir zur Regel machen, daßdanach gehandelt würde, und ich würde Abweichungennur dann befürworten, wenn besondere Gründe dafürvorliegen. (Beifall.)

Der Abg. Graf Kleist führte aus:Ich bitte Sie, meineHerren, ob Sie nun den Termin, den ich mir Ihnen vorzu-schlagen erlaubt habe, annehmen wollen, oder einen andern Termin,ist mir im Grunde genommen gleich ich bitte Sie aber, jeden-falls einen Termin auszusprechen, zu dem der Reichstag zusammen-berufen zu werden wünscht." Der Reichskanzler fügte hinzu:Ich bin nicht berechtigt, in diesem Hause Anträgezu stellen; aber da ich gerade dem Ausgange der Dis-kussion über diese Frage, welche Jahreszeit dem Reichstagim allgemeinen wünschenswert ist, mit großem Interesseentgegensetze, so wäre es mir sehr erwünscht gewesen,wenn für den Fall der Ablehnung des Gras Kleistschen