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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Eine Auseinandersetzung mit Herrn Dr. Windthorst. 101

Wohlwollen über Mißbräuche, die Sie als solche er-kennen; die Regierung wird Ihnen dankbar sein, wennSie gerechten Klagen gegen geistliche Abteilungen derNegierungen, die etwa über ihre Befugnisse hinaus maß-regeln, in der Presse, in Anträgen, in InterpellationenAusdruck geben; ich bitte Sie darum.

Das zweite Motiv, welches ich noch gehört habeund das auch der Herr Abg. Strossen heute geltend ge-macht hat, geht dahin, daß man der jetzigen Regierungallenfalls in einem gewissen Grade trauen könne, wennauch ihr Abfall zum Parlamentarismus, wie es scheint,unweigerlich konstatiert ist, — aber was könne sie nichtfür Nachfolger haben! Da, meine Herren, muß ichbitten, verfallen Sie doch nicht in diesen — ich kann esnicht anders nennen — Fehler, den Sie der Opposition,der regelrechten Opposition sonst vorgeworfen haben, daßman die Negierung wie ein schädliches Tier behandelnmüsse, das nicht eng genug angebunden werden könne,das nie Freiheit haben müsse, sich zu bewegen, weil esdieselbe sofort mißbraucht, und thut die jetzige es nicht,dann thut es die folgende, — man muß doch die Re-gierung immer als eine vernünftige, aus der Ernennungeines Königs von Preußen hervorgehende, in ihrem Be-stände mit der Wohlfahrt des Staates auf allen Seiteneng verbundene Körperschaft betrachten, nicht aber alsein gefährliches Wesen, welchem man jederzeit so vielFesseln als möglich anlegt, damit es seine Macht nichtmißbrauche, oder wenn sie es nicht thäte, die folgende.Dadurch beschränken Sie die Freiheit der jetzigen Negie-rung für das Wohl des Staates, ja für die Sicherheitdes Staates nach ihrer Einsicht zu sorgen, in einemMaße, welches die Regierung anzunehmen in der Un-