Eine Auseinandersetzung mit Herrn Dr. Windthorst. 9z
Zweck, den eine religiöse, konfessionelle Partei verfolgenkann; der Friede, die Versöhnung im Staate kann dochnur Zweck sein. Auf welche Weise so ein Gewerbe be-trieben wird, darüber erlaube ich mir einen kurzen Aus-zug zu geben aus dem „Katolik" des Redakteurs KarlMiarka in Königshütte, dem Schauplatz der bekanntenUnruhen*), ein Blatt, welches nicht ohne Beteiligungvon Geistlichen redigiert wird, wie mir bekannt ist. Ichweiß nicht, ob der Redakteur Geistlicher ist, aber mancheRedakteure von Blättern, die eine ähnliche Sprache führen,sind ordinierte Geistliche. Wenn man in die Hände einessolchen, wenn er zur Pfarre kommt, die er mit derZeit erlangt — wenn man einen solchen mit dem Schul-inspektorat betrauen muß, wie jemand, der mit diesemim geistlichen Ton gehaltenen Erlasse übereinstimmt, wel-cher anfängt... ich muß ihn verlesen, wie er hier steht,obgleich es mir widerstrebt, diesen Mißbrauch heiligerWorte in die Diskussion hineinzuziehen; — er fängt an:„Jesus, Maria, Joseph! rettet uns aus der Hand derFeinde, denn wir verderben!" — Auch diese Kundgebunghatte ursprünglich die Gestalt eines Wahlerlasses für diebekannten Wahlkämpfe zwischen dem geistlichen Rat Müllerund dem Herzog von Ratibor: sie ist aber doch sehr be-leuchtend für die Diskussion, in der wir stehen. (Liest:)„Brüder, Glaubensgenossen! rufet die Frauen undKinder, rufet alle Hausgenossen zusammen und fallet mitihnen zugleich auf die Knie, indem ihr mit dem Himmels-ruf rufet: Jesus, Maria und Joseph, rettet uns aus derHand der Feinde, denn wir verderben! O Gott! Warumlassest du so schreckliche Verfolgungen zu? Erbarme dichüber uns um deines Namens willen!"
*) Zu deren Stillung das Militär herangezogen worden war.