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Die Landtagssession 1871—1872.
überlasse ich der geschichtlichen Entwickelung, sobald siefriedliche Wege gesunden haben wird. Aber ich habe denGrundsatz immer nützlich gefunden: des Freundes Freundund — ich will nicht sagen — des Feindes Feind, aberdes Gegners Gegner zu sein, und Konzessionen in derjetzigen Lage zu machen, ist mir deshalb wie die alteFabel von dem Wanderer, seinem Mantel, dem Windund der Sonne vorgekommen. Der Wind konnte ihn nichtnehmen, die Sonne gewann es ihm ab, und mit derSonne würden die Herren auch weiter gekommen sein.
Es ist ferner die Situation nicht bloß durch dieGründung dieser konfessionellen Fraktion erschwert wor-den, sondern auch durch die in der That in unfern po-litischen Debatten ganz ungewöhnliche Leidenschaftlichkeitdes Tones, vorzugsweise in der Presse. Von der Ton-art der Presse hat sich der Herr Vorredner soweit fern-gehalten, wie es die Tradition dieses Raumes und seineHerrschaft über die Sprache mit sich bringen, aber ganzfrei von Leidenschaftlichkeit konnte ich doch auch seineAuffassung nicht finden. Ich bedauere es, denn wirkommen in politischen Angelegenheiten so zarter Natur,wie es die konfessionellen sind, mit der Leidenschaftlichkeitnicht weit. Der Herr Vorredner hat von der Regie-rungspresse gesprochen. Ich glaube nicht, daß er damitden richtigen Begriff der Regierungspresse verbundenhat. Er rechnet dazu Blätter, die selbständig schreibenund die es ihren Interessen entsprechend finden, Mit-teilungen der Negierung, wenn sie ihnen zugehen, auf-zunehmen, so wie sie gebracht werden, andere, indem siesie nach ihrer Art zustutzen. Nachrichten nimmt jedeZeitung gern auf, auch Raisonnements, wenn sie gutgeschrieben sind, dafür haben sie ihr weißes Papier mit-