Die Besorgung preußischer Geschäfte durch das Reich. 43
Theorie, die der Herr Vorredner aufgestellt hat, ich bedarfaugenblicklich der Organe, auf die er für die Zukunftverweist, die die Geschäfte zu besorgen hätten. Ich habemit den Regierungen in München, in Dresden, in Darm-stadt zu korrespondieren über die Angelegenheiten, dieim Bundesrate verhandelt werden sollen, sonst könnenwir uns nicht verständigen. Könnten die Minister dieserLänder immer hier anwesend sein, dann würde diese Ein-richtung mit der Zeit hier ganz überflüssig sein, wie dasder Herr Vorredner wünscht; da das aber wegen derHäufung der Geschäfte unmöglich und es erfreulichgenug ist, daß sie während der Sitzungen des Bundes-rats in der Regel hier gegenwärtig sein können, dies inder Zwischenzeit aber nicht verlangt werven kann, sobedarf der Staat Preußen als der größte und wichtigsteim Bunde solcher Organe, vermöge deren er im preußischenund Reichsinteresse die Bundesangelegenheiten mit denRegierungen von Karlsruhe, München und wie sie heißen,verhandeln und besprechen kann, und ich müßte michnach dieser Richtung hin geradezu bankerott erklären undEtatsüberschreitungen vornehmen, um diese Einrichtungenzu ergänzen, wenn mir die diplomatische Verbindung mitden übrigen Bundesstaaten abgeschnitten wäre, und derHerr Vorredner wird mir auch keinen Rat geben können,wie ich mir helfen könnte; er würde sich selber nichthelfen können, wenn er in meiner Lage wäre. Denneine Anweisung auf die Zukunft, auf Einrichtungen, dieerst beschlossen werden sollen, kann ich nicht annehmen.
Abg. Löwe glaubte gleichwohl auf seinem Anträge beharrenzu müssen: Geschäfte, die im Interesse des Reiches vollzogen werden,müssen auch auf den Etat des Reichs gebracht werden. Fürst Bis-marck folgerte: