24 Die Reichstagssession v. 16. Okt. bis I. Dez. 1871.
Deutschland geführt worden sind, hingewiesen werden soll.Ich glaube, die Folge eines jeden dieser Kriege hat ge-zeigt, daß die preußische Regierung und die Reichsregie-rung nach dem Kriege entgegenkommender und konstitu-tioneller gewesen sind, als in der Zeit vor dem Kriege(Sehr wahr! Bravo!), wo ihr Ansehen durch die Umständegeschwächt war. Und außerdem, wenn der Herr Vor-redner auf Beantwortung der Frage, die ich nicht fürpraktisch halte, besteht, so verlangt er eine Konjektnral-politik über eine Zukunft, die man nicht kennt, und überdie Frage, wie in einer solchen unbekannten Zukunft Per-sonen handeln werden, die man auch nicht kennt. (Heiter-keit.) Die Frage ist eben eine rein persönliche. Wennich sie, abstrahiert von Personen, beantworten soll, sowürde ich glauben, daß in solchem Falle, wenn der Kriegnoch nicht erklärt ist, die Erklärung unterbleibt, wenn dieVolksvertretung die Fonds dazu nicht bewilligt, es seidenn, daß wir mit einem Angriffskriege überzogen würden,wo schließlich die Notwehr ihren besonderen Bedarf hat,und wo ein solches ablehnendes Votum ja ganz undenk-bar ist; aber wenn der Krieg wirklich schon erklärt wäre,so kann ich mir als Folge eines solchen Votums nureinen nachteiligen Friedensschluß denken, und in beidenFällen noch die Beseitigung derjenigen Staatsmänner,die ein so ungeschicktes Verhältnis herbeigeführt habenwürden. (Heiterkeit.)
Der Gesetzentwurf der Regierung wurde mit großer Mehrheit