248 Die erste Session des deutschen Reichstages.
„Den Herrn Reichskanzler aufzufordern, ein interimistischesSitzungslokal für den Reichstag auf dem Grundstück derPorzellanmanufaktur nach dem Plane des Herrn Geh. Bau-rats Hitzig so schleunig wie irgend möglich zur Ausführungbringen zu lassen und zu dem Ende für die baldige Räumungder Gebäude der Porzellanmanufaktur zu sorgen."
Der Rei chs kanzler hielt folgende Rede:
Ich nehme an, daß auf die Frage des Definitivumsder Bauprojekte heute nicht eingegangen wird — jederTag hat seine eigenen Sorgen, und meiner Ansicht nachist das allerdringlichste Bedürfnis, daß der Reichstag,wenn er im Herbste zurückkehrt, ein bequemeres Unter-kommen, als dieses, bereits vorfindet.
Das in der Kommission zuerst diskutierte, definitivereProvisorium, möchte ich es nennen (Heiterkeit), würdeuns dennoch in die Lage bringen, für diesen Herbst irgendein Provisorissimum zu suchen (erneute Heiterkeit), seies durch Neubau, sei es durch Umbau des hiesigen Lokalsoder desjenigen des Herrenhauses. Nun muß ich Be-denken tragen, in einem dieser beiden Häuser ohne Zu-stimmung der betreffenden preußischen Landtagskörper-schaften solche Umänderungen vorzunehmen, die nicht aufden etwaigen Wunsch dieser Körperschaften die Möglich-keit offen hielten, den otatmin guo unio demnächst wiederherzustellen, und das wird, glaube ich, bei beiden Lokali-täten kaum der Fall sein können, wenn nian sie für denReichstag bequem einrichten will. Hier (im Abgeord-netenhause) würde die Bequemlichkeit nicht zu erreichensein, und im Herrenhause nur mit einigermaßen gewalt-thätigen und das vorhandene Deftnilivnm zerstörendenBauten. Ich würde deshalb als am wahrscheinlichstenerreichbar finden, wenn der Reichstag sich dazu ent-schließen könnte, den Kommissionsantrag anzunehmen unv