J18 Die erste Session des deutschen Reichstages.
werden würden, — und auch im Laufe der kriegerischenEreignisse, welche die ganze Aufmerksamkeit in Anspruchnahmen — fand diese Maßregel eine weitere Durchfüh-rung nicht, und es blieb bei den 7 Millionen Franks,die einkamen, und die nun nach dem Vorschläge, denIhnen die verbündeten Regierungen machen, um 2 Mil-lionen Thaler, wenn ich nicht irre, erhöht werden sollen,um auf diese Weise den Anteil des Reiches an der Zahlungzu konstituieren. Es waren jene 7 Millionen nicht so-wohl eine Kontribution, die man erhob, weil man einRecht auf Entschädigung anerkannte, sondern es wareine Repressalie und Kriegsmaßregel, und ein Mittel, dieRuchlosigkeit des Verfahrens, welche vorlag, den Fran-zosen und der europäischen öffentlichen Meinung zur An-schauung zu bringen.
Ich erlaube mir. Ihnen nochmals die Annahme desPrinzips der Regierungsvorlage zu empfehlen.
Der Abg. Bamberger hatte den Reichskanzler nicht deutlichin dem Punkte verstanden, ob es prinzipiell anerkannt werde, daßdie einzelnen Regierungen aus den weiter noch ihnen aus derKriegsentschädigung zufließenden Geldern andere Summen ver-wenden sollten, je nachdem das Bedürfnis zu Beihilfen aus dennoch anzustellenden Untersuchungen sich ergeben werde. Er batferner, ihm zu sagen, ob der Bundesrat nicht dagegen opponiere,daß bei der zweiten Lesung in Bezug auf die Zentralisation desDienstes bei der Austeilung der Gelder Amendements eingebrachtwürden. Der Reichskanzler gab zur Antwort:
Ich muß mich entschuldigen, wenn ich durch Ueber-häufung mit anderen Geschäften verhindert gewesen bin,die von uns vorgelegten Motive näher einzusehen. NachMaßgabe der Beratungen im Schoße des Bundesratskann ich aber die Zweifel, die der Herr Vorredner imBeginn seiner Aeußerungen anregte, dahin feststellen, daß