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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
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156 Die erste Session des deutschen Reichstages.

sondern der Verfassung Zeit lassen wollten, sich sestzu-wnrzeln.

Welche Einwirkung die Bewilligung oder Nicht-bewilligung von Diäten auf die Zusammensetzung diesesHauses haben würde, meine Herren, das ist eine, ich willnicht sagen Glaubenssache, aber Schätzungssnche, Ver-trauenssache. Ich will das mit voller Sicherheit nichtentscheiden, daß, wenn Diäten gegeben würden, diese Ver-sammlung sehr viel anders zusammengesetzt sein würde;aber wenn es doch der Fall wäre — es würde mir zuschmerzlich sein, als daß ich auch nur den Versuch wagensollte (Große Heiterkeit), es würde schwer wieder gutzu macheil sein, man würde sich vergeblich nach derfrüheren, durch Gewohnheit und ihre Verdienste lieb-gewonnenen Versammlung zurttcksehnen; ich wage denVersuch nicht.

Ich habe soeben, in der Hoffnung, das Wort zufinden, welches der Herr Antragsteller von mir anführte,in den früheren Verhandlungen nachgeschlagen, habe daaber aus meinen Aeußerungen ersehen, daß ich michweniger davor gefürchtet habe, daß die Zusammensetzungder Versammlung eine weniger zuverlässige für Staats-zwecke und für Jnnehaltung desjenigen Maßes im Fort-schreiteu, welches die Negierungen glauben festhalten zusollen, sein würde, sondern daß ich hauptsächlich die nütz-liche Wirkung auf kurze Parlamente darin zu erblickengeglaubt habe. Dieser Gesichtspunkt ist, soviel ich micherinnere, heute gar nicht heroorgehoben, und doch ist erein ganz außerordentlich wesentlicher. (Sehr wahr!)

Wenn die Volksvertretungen wirklich ein lebendigesBild der Bevölkerung zu geben fortfahren sollen, somüssen wir notwendig kurze Parlamentssitzungen haben,