152 Die erste Session des deutschen Reichstages.
den Plätzen, auf denen wir sitzen, nicht minder, wie Sie,von deni Zug — so rasch und so energisch wie möglichdem Uebel abzuhelfen, um in eine bessere Situation sobald wie möglich und in eine wirklich gute später zugelangen. Ich bin überzeugt, daß die Beratungen desReichstages fördernd und klärend auf die ferneren Ar-beiten einwirken werden, und daß die Wahl der Reichs-tngsmitglieder für eine Kommission gewiß das volle Ent-gegenkommen im Bundesrate finden wird dadurch, daßder Bundesrat seinerseits die Kommission vervollständigtund nachher Beschluß darüber faßt, wie sie außerhalbder beiden Reichskörper noch zu vervollständigen sei, undIhnen die betreffenden Beschlüsse zu einer gemeinsamenVerständigung darüber mitteilt. (Bravo!)
Es wurde darauf der oben mitgeteilte Antrag des Abg. v. Ber-uuth angenommen.
5. Ach ich der deutschen Interessen im Auslande.
19. April 1871.
Die angebliche Vergewaltigung der Stettiner HandelsbarkFerdinand Nieß durch die portugiesischen Behörden im Hafen vonPraya 1863 war schon in der Frühjahrssession des Reichstages 1870zur Sprache gekommen. Man vergleiche die darauf bezügliche Redeunter II, 6 dieses Bandes. In der 18. Sitzung am 19. April l871stellte nunmehr der Abg. Harkort einen förmlichen „Antrag be-treffend die Entschädigung der Reeder und Assekuradeure eines imJahre 1863 im Hafen von Prapa von den portugiesischen Behörden(betrügerisch) kondemnierten und versteigerten Stettiner Barkschiffes".Der bremische Abg. Mosle formulierte diesen Antrag dahin:
„Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, den Fall derKondemnierung wegen Seeuntüchtigkeit des preußischen Schiffes, Ferdinand Niesp in Porto Praya (Hafen auf der Insel