1 si8 Die erste Session des deutschen Reichstags.
Entwickelung der Ereignisse in Frankreich*) meinerUeberzeugung nach noch eine kurze Zeit hindurch ab-warten.
Die verbündeten Regierungen haben das Interesseund den Willen, der Negierung der französischen Republik,mit welcher sie den Präliminarfrieden in Versailles ge-schlossen haben, ihre Aufgaben zu erleichtern, soweit esirgend möglich ist, ohne durch Einmischung in die innerenAngelegenheiten Frankreichs sie zu erschweren. Die Grenzeist dabei schwer zu finden und mehr für ein französischesAuge erkennbar als für einen Fremden, und es ist bis-her die Absicht Sr. Mas. des Kaisers und derverbündeten Regierungen, sich nach wie vorjeder Einmischung in die inneren Angelegen-heiten Frankreichs und jeder Bestimmung überdie Zukunft eines großen Nachbarvolkes zu ent-halten. (Bravo!)
Daß dieser Entschluß nur bis zu der Grenze durch-geführt werde, wo die Interessen Deutschlands durchweitere Enthaltung gefährdet werden, wo namentlich dieErgebnisse des Präliminarfriedens in Frage gestellt werdenkönnten dadurch, daß eine faktische Regierung in Frank-reich, sei es die jetzige, sei es eine künftige, ich will nichtsagen den Willen, wohl aber die Macht nicht hätte, ihnauszuführen, — wo diese Grenze eintritt, kann nur dieZukunft lehren. Sollte sie erreicht werden, nach derUeberzeugung, die nur aus der Gesamtlage der Politik Eu-ropas sowohl, wie Frankreichs, ihre Elemente und dieGründe der Entschließung nehmen kann, — sollte sie er-reicht werden, dann würden wir mit Bedauern, aber mit
') Es war die Zeit des Kommune-Aufstandes.